Review: RUN (2020)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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7/10 (1)

Darsteller: Sarah Paulson, Kiera Allen, Sara Sohn
Regie: Aneesh Chaganty
Drehbuch: Aneesh Chaganty, Sev Ohanian
Länge: 86 min
Land: ,
Genre:
Veröffentlichung: 15. Januar 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Leonine
FSK: ab 16

Sarah Paulson ist in der Filmbranche ein Spätzünder. Zwar ist die heute 46jährige seit Mitte der 90er in Filmen und Serien zu sehen, ihren Durchbruch hatte sie aber erst mit AMERICAN HORROR STORY. In RATCHED richtete sich der Fokus noch mehr auf ihre Figur und mit RUN übernimmt sie erneut eine Hauptrolle.

Hierin spielt sie die Mutter von Teenagerin Chloe, die an den Rollstuhl gefesselt ist und andere körperliche Gebrechen hat, aber kurz davor steht aufs College zu gehen.
Die beiden leben abgeschieden und Chloe wurde ihr Leben lang zuhause unterrichtet. Der Kontakt zur Außenwelt ist daher rar und die intelligente Jugendliche kann kaum erwarten, bis sie an einer Uni angenommen wird.
Etwa zur gleichen Zeit beginnt sie sich über neue Tabletten zu wundern, die sie nehmen soll, aber für ihre Mutter verschrieben wurden. Es soll nicht die einzige Auffälligkeit bleiben, die Chloe verdächtig vorkommt und das Verhältnis zu Mutter Diane strapaziert.run paulson

Die Idee hinter RUN ist simpel, benötigt auch nicht viele Figuren, sondern stützt sich vor allem auf das Mutter-Tochter-Gespann. Neu ist der Ansatz, dass ein Mensch einen anderen Menschen mit (Geh-)Behinderung an sich bindet, auch nicht. SHREW’S NEST und vor allem MISERY sind prominente Vergleiche, wobei die Unterschiede im Detail liegen.

Anders als Anne Wilkes in MISERY, ist Diane keine Fremde für Chloe, sie ist die Person, vermutlich sogar die einzige Person, der sie bis dahin bedingungslos traut und warum auch nicht? Sie hat sie zu einer intelligenten jungen Frau gemacht und das Verhältnis der beiden ist gut. Aber wie das so ist mit der Intelligenz, sie kann aufdringlich werden. run rezension

RUN ließ sich von MISERY inspirieren

Obwohl Chloe als Technik-Freak zu verstehen ist, wird sie glücklicherweise nicht als McGyver dargestellt, nur in einer Szene, in der sie denkbar umständlich eine Fensterscheibe zerstört, gingen wohl die Pferde mit den beiden Drehbuchautoren durch. Auch Diane ist keine plakative Aushänge-Glucke, sondern eine normale Mutter….nun ja, nicht ganz, aber sonst wäre RUN ja langweilig.

Langeweile kann man dem Thriller aber nicht nachsagen und auch wenn es für Chloe nicht um Leben und Tod geht, während sie heimlich ihrer Mutter nachspioniert, ist nachvollziehbar, dass sie unentdeckt bleiben will. Die Spannung ist daher schnell gegeben, die Bedrohung innerhalb der Geschichte wächst aber nach und nach an.
Leider baut die Spannung aber auch in gleichem Maße ab. Dass die Mama was zu verheimlichen hat, ist ohnehin schnell klar, daher haben wir auch auf eine Spoilerwarnung verzichtet. Nachdem die Karten aber auf dem Tisch liegen, wird aus dem grazilen Katz-und-Maus-Spiel dann eine physische Hatz, die RUN weniger gut steht.

Andererseits mögen hier die Geschmäcker unterschiedlich urteilen, denn auf diese Weise wird aus dem kammerspielartigen Szenario eine Geschichte, die eben auch weitere Menschen und Locations mit einbezieht und etwas Action einbringt.run kritik

Verantwortlich war das Team von SEARCHING

RUN wurde von Aneesh Chaganty gedreht, der zusammen mit Sev Ohanian das Buch schrieb. Beide waren auch für SEARCHING, einem weiteren sehenswerten Film, verantwortlich.
Dass die beiden ebenfalls MISERY kennen, bzw. Stephen King – Fans sind, zeigen zwei Verweise in RUN: zum einen existiert eine Figur namens Kathy Bates, die natürlich die Hauptrolle in MISERY spielte, zum anderen wird Kings fiktive Stadt Derry, Maine kurz erwähnt.

Fazit: Auch wenn RUN zum Ende hin abbaut, bleibt er ein unterhaltsamer Thriller, der Spannung erzeugt ohne mit Blutkonserven um sich zu werfen.

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