Review: SINISTER (2012)

sinister review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 9.0

Please rate this

9.3/10 (3)

Darsteller: Ethan Hawke, Juliet Rylance, James Ransone
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: Scott Derrickson, C. Robert Cargill
Länge: 101 min
Land: , ,
Genre: ,
Verleih/ Vertrieb: Universal
FSK: ab 16

Was „Kommt ein Mann zum Arzt…“ für viele Witze ist, ist „Zieht eine Familie in ein neues Haus…“ für Horrorfilme. Legionen von gutgläubigen Familien dachten ein Schnäppchen bei der Wohnungswahl zu machen, weil der Makler ihnen die düstere Vergangenheit des Gebäudes verschwieg und mussten sich dann mit den Geistern und Schreckgestalten herumschlagen.

Sinister

Auch SINISTER unterscheidet sich zunächst von verwandten Filmen nur darin, dass Vater Ellison True-Crime-Autor ist und nicht nur weiß, dass sich im Haus ein schreckliches Verbrechen ereignete, sondern den Ort als Recherche für ein neues Buch zu genau diesem Thema sieht. Denn dort wurden vier der früheren Bewohner erhängt gefunden, während eines der Kinder verschwunden blieb.
Als Ellsion auf dem Dachboden eine Kiste mit 8mm-Familienvideos findet, stellt er fest, dass dort nicht nur die Morde gefilmt wurden, sondern auch eine Verbindung zu früheren Bluttaten besteht.

SINISTER ließe sich als Kombination aus INSIDIOUS, 8MM und HOME MOVIE zusammenfassen und man muss kein Diplom in Gruselkunde haben, um nach dem ersten Filmdrittel zu ahnen, worauf alles hinausläuft. Das ist hier aber sowas von egal, denn die Inszenierung sorgt dennoch dafür, dass der geneigte Zuschauer nägelkauend im Sessel sitzt, die Gänsehaut von den Armen streicht und stets kurz davor steht, sich gepflegt in die Hose zu machen.

SINISTER ist in den Händen von Profis

Regisseur Scott Derrickson, der vor einigen Jahren schon den starken DER EXORISMUS VON EMILY ROSE ablieferte, stellt mit SINISTER erneut sein Gespür für effektiven Psychohorror unter Beweis und vermischt ganz nebenbei traditionellen Grusel mit modernen Elementen. Während die gefundenen Snuff-Videos für verstörende Gewalt und einen unaufdringlichen Found Footage – Anteil stehen, baut Derrickson in den anderen Bereichen vor allem auf Spannung und wohlplatzierte Schocks.

Erwähnenswert ist unbedingt der Score, der ebenfalls teilweise aus traditioneller Spannungsmusik besteht, aber insbesondere dann wenn die 8mm-Videos ins Spiel kommen, absurde Industrial-Klänge erzeugt und maßgeblich zur beklemmenden Atmosphäre beiträgt.


Die Story ist nicht neu, aber die Umsetzung packend

Was wäre aber ein Film ohne vernünftige Schauspieler?
Sämtliche Familienmitglieder werden ohne Anstrengung gespielt, im Mittelpunkt steht aber eindeutig Ellison, den Routinier Ethan Hawke (TRAINING DAY, DAYBREAKERS) verkörpert.
Die einzige Person, die etwas aus dem Rahmen fällt, ist ein trotteliger Deputy, der als Ellisons Fan bemüht ist, ihm bei den Recherchen zu helfen und mit seiner unbeholfenen Art der irgendwann zum Zerreißen gespannten Atmosphäre ein paar willkommene humoristische Tupfer verpasst.

Fazit: Die Idee mag nicht mehr sein als eine Variante bekannter Einfälle, das ändert aber nichts daran, dass SINISTER einer der besten Horrorfilme 2012 ist.

Sinister (2012) on IMDb

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

 

Facebook Comments