Review: SUICIDE TOURIST (2020)

SuicideTourist Review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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5.7/10 (3)

Darsteller: Nikolaj Coster-Waldau, Kate Ashfield, Tuva Novotny
Regie: Jonas Alexander Arnby
Drehbuch: Rasmus Birch
Länge: 90 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 02. Juli 2020 (Kino)
Verleih/ Vertrieb: DCM
FSK: ab 12

Mit WHEN ANIMALS DREAM erschuf der Däne Jonas Alexander Arnby einen Coming-of-age-Film, der als Werwolfstreifen verkleidet war. Auch sein zweiter Spielfilm SUICIDE TOURIST ist keine oberflächliche Sache geworden und nur schwer in eine einzelne Genreschublade zu pressen.

Max Isaksen ist Versicherungsdetektiv und einer seiner letzten Fälle brachte ihn mit einer Frau in Kontakt, deren Mann vor längerer Zeit verschwand. Während sie davon überzeugt ist, dass er tot ist, weigert sich die Versicherung das Geld der Lebensversicherung auszuzahlen. Doch dann taucht ein Abschiedsvideo auf, das auf eine Art Hotel hindeutet, das Menschen beim Selbstmord unterstützt.
Das ist für Max nicht nur aus beruflicher Sicht interessant, denn er leidet an einem inoperablen Hirntumor…..

Hauptdarsteller Nikolaj Coster-Waldau kennt man als Student in NIGHTWATCH und zuletzt natürlich als Jaime Lannister aus GAME OF THRONES. In SUICIDE TOURIST gibt er sich gesetzter. Er trägt Oberlippenbart und Brille, arbeitet für eine Versicherung und schaut dem eigenen Tod ins Auge.
Dass sein Charakter Max noch detektivische Aufgaben wahrnimmt, liegt offenbar in seiner Natur, aber als er im Hotel Aurora eincheckt ist er privat da. Ihm fehlt der Mut seiner Frau von seiner tödlichen Krankheit zu erzählen und er hat nicht vor das Hotel lebend zu verlassen.

„You can check out any time you like but you can never leave“

Dort gibt man sich einerseits professionell und geht einfühlsam mit den Problemen und Wünschen der Kunden um, andererseits tragen die Bewohner sträflingsartige gestreifte Uniformen, es finden sich „Doppelgänger“ und ein Rücktritt vom Vertrag ist ausgeschlossen.

Nein, dies ist kein packender, aufregender Film (zumindest nicht durchgängig). Zwar lügt der Untertitel „Es gibt kein Entkommen“ nicht, aber suggeriert womöglich mehr Action. Stattdessen ist dies eine nachdenkliche Geschichte, über Leben, Tod, Abschied und den Verlust der Realität.

Wer auf voyeuristische Selbstmorde hofft, sollte woanders suchen. Zwar sei verraten, dass Max einigen unschönen Geheimnissen auf die Spur kommt und Mystery, Thriller und Mindfuck sind einige der Genres, die sich wiederfinden, mehr als alles andere ist SUICIDE TOURIST aber ein dunkles Drama.

Dunkel natürlich inhaltlich, aber auch optisch. Es würde sich wohl nicht anbieten eine solche Geschichte bei permanentem Sonnenschein zu erzählen, aber hier ist der Lichteinfall so duster wie das Seelenleben eines Selbstkordkandidaten. Das bedeutet aber nicht, dass Arnby kein Gefühl für Ästhetik hätte, ganz im Gegenteil, denn SUICIDE TOURIST ist klasse fotografiert und setzt die ohnehin ansprechenden Locations passend in Szene.
Als Zuschauer stellt sich hingegen die Frage, wieviel Sterbehilfe zu viel ist.
Sollte es gestattet sein, einem Todgeweihten ein würdevolles Ende zu bereiten? Wie sähen die Bedingungen dafür aus? Oder sollte das Geschäft mit dem Tod soweit kommerzialisiert werden, dass man jedem, der in einem schwachen Moment an Suizid denkt, die Möglichkeit gibt, zu sterben?

Die Frage nach kommerzieller Sterbehilfe

Auch wenn wir die Story durch die Augen von Max betrachten, urteilt der Film selten, sondern stellt einfach Ideen parat, mit denen sich der Beobachter beschäftigen kann.
Dass diese mit Verlauf schräger werden, lässt sich auch als Teil von Max‘ wachsendem Tumor sehen, der zunehmend auf seine Wahrnehmung und sein Gehirn als Ganzes Einfluss nimmt.

Fazit:
SUICIDE TOURIST ist kein Partyfilm und wer gerade dunkle Gedanken hat, sollte vielleicht eher etwas anderes sehen. Allerdings ist er gut gespielt, weicht von bewährten Wegen ab und regt zum Denken an.

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