Review: THE BLOCK ISLAND SOUND (2020)

the block island sound cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6,5

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7/10 (1)

Darsteller: Chris Sheffield, Michaela McManus, Neville Archambault, Ryan O'Flanagan
Regie: Kevin McManus, Matthew McManus
Drehbuch: Kevin McManus, Matthew McManus
Länge: 99 min.
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 11.03.2021 (Netflix)
Verleih/ Vertrieb: Netflix

Block Island ist eine bewohnte Insel im Süden des US-Bundesstaates Rhode Island. Neben vielen Sandstränden, offenem Grasland und Naturschutzgebieten verfügt die idyllische Insel aber über ein gefährliches Geheimnis. Zumindest wenn es nach den McManus Brüdern geht, deren schaurige Story für THE BLOCK ISLAND SOUND wir uns angesehen haben.

Story

An der Küste von Block Island sterben Fische und Vögel. Menschen werden scheinbar verrückt, benehmen sich seltsam oder laufen Amok. Audry Lynch kehrt mit ihrer Tochter auf die Insel, in ihre Heimat zurück. Ihr Bruder Harry und Vater Tom, die sie nur selten besucht, leben zusammen in einem Fischerhaus und bestreiten ihr Leben eher schlecht als recht, seit dem Ableben der Mutter.

Zunächst scheint der Besuch einfach nur unangenehm zu werden, bald aber geht es um mehr als nur familiäre Streitereien. Halluzinationen und Vergesslichkeit bestimmen den Tag.

Die Familie ist sich fremd

Audry befasst sich beruflich mit der Fauna des Wassers und erforscht diese. Auf der kleinen Insel Block Island gibt es seit Monaten immer wieder Vorfälle, bei denen Tonnen toter Fische angeschwemmt werden. So muss die alleinerziehende Mutter, samt Tochter Emily und Paul, einem Mitarbeiter, auf die Insel, auf der Audry selbst aufwuchs, um das Fischsterben zu erforschen. Schon auf der Fährfahrt wird klar, dass kein gutes Verhältnis zwischen Audry und ihrem Bruder, bei dem sie die nächsten Tage verbringen wird, bestehen kann, wenn sie ihn während eines Gesprächs als Arschloch betitelt.

Der Plan, den Bruder Harry von Beginn an als unsympathisch für den Zuschauer darzustellen geht auf, allerdings nicht lange, denn die Figur von Audry selbst wird im Laufe von THE BLOCK ISLAND SOUND immer blasser und liebloser.

Wer sich aber sichtlich darüber freut, dass seine Tochter mit Enkelin zu Gast ist, ist Tom, Vater und Großvater, gespielt von Neville Archambault (13 CAMERAS).

the block island sound

Vater und Sohn

Wir erleben Tom als alten Herren, dem das Leben wohl übel mitgespielt haben muss, denn er scheint verwirrt, schlafwandelt und ist oft abwesend. Sohn Harry vermutet eine Art Demenz hinter alldem und versucht, so gut er kann zu helfen. Harry selbst ist schnell reizbar und gewaltbereit, wenn er die Kontrolle verliert.

Als Audry erscheint, werden Vorwürfe über Harrys verkorkstes Leben breitgetreten und wir, als Zuschauer, überlegen ob dies nun einen Horrorfilm ist, oder fälschlicherweise ein Drama läuft. Wobei die Grenze zwischen den Genre oft verschwimmt und dies passiert auch hier.

Nicht abschalten

Während immer noch Drama zwischen den Geschwistern herrscht, sehen wir Tom wie er immer schlimmere Verhaltensmuster an den Tag legt. In der ersten Begegnung steht er wortlos vor dem Hund der Nachbarn, oder lässt Literweise Wasser in den Abfluss laufen, weil er weggetreten aus dem Fenster starrt. Dies alles macht für uns erst viel später Sinn.

Es kommt wie es kommen musste, Tom verschwindet wieder einmal nachts mit dem Fischerboot und bleibt verschollen für Tage. Seine Leiche wird später an den Strand gespült und beerdigt.

Während Audry einfach weiter machen möchte und zudem noch eine weitere Schwester zu Besuch kommt, beide so viel Empathie besitzen wie ein Stein, wird Harry zum Frack und versucht aufzuklären, was mit Tom passiert ist… wie er bald selbst erfahren muss, ist das Böse im Wasser zu finden. (Allerdings sollen wir das glauben, die Wahrheit liegt irgendwo zwischen All, Himmel und Meer)

Ab hier wird der Unterschied zwischen der schauspielerischen Leistungen klar. Auch wenn Audry gelegentlich Gefühle zeigt, wohl auch als die Rationale fungiert, nimmt man es ihr nicht ab. Ähnlich verhält es sich mit dem Rest des Casts, einzig Harry und Tom fallen durch glaubhaftes Schauspiel auf.

the block island sound

Gelegentlicher Horror

THE BLOCK ISLAND SOUND setzt nicht auf blutige Kills oder permanente Schreckgestalten. Dafür bekommen wir durch Harry gezeigt, was Tom zu Lebzeiten in den Wahnsinn getrieben hat, denn er muss das Selbe erleben und erkennt Stück für Stück, was diese Insel beherbergt.

Ganz klar wird nicht jedem Horrorfan gefallen, was er geboten bekommt, denn unterschwelliges Grauen, ohne dass man ihm ein Gesicht geben kann, kann schon etwas frustrieren. Die Schlechte Nachricht: Ihr bekommt keine Monster, eure Köpfe entscheiden wie sie aussehen. Die gute Nachricht: Siehe schlechte Nachricht.

Die Moralkeule

Kleiner Spoiler

Dies ist, was man als gelungene Pointe bezeichnet. Die kleine Tochter, die leider so blass wie ihre Mutter dargestellt wird und kaum Beachtung braucht, sammelt im Sumpf einen Frosch ein, den sie in einem Glas mit nachhause nimmt. Ihre Mutter fordert, diesen freizulassen. Das Gespräch führt dazu, dass die Arbeit von Forschern, die Tiere einfangen um sie erforschen zu können, in Frage gestellt wird. Denn auch dies geschieht nicht ohne den Tod einzelner Lebewesen zu verursachen. Am Anfang, wie auch am Ende von THE BLOCK ISLAND SOUND steht also die Frage, ob Kollateralschäden zu verzeihen sind, wenn durch sie zukünftig und langfristig besser geholfen werden kann.

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Letztlich ist THE BLOCK ISLAND SOUND ein stiller dramatischer Genremix, mit wenig guten Schauspielern aber spannender Geschichte. Liebhaber von mystischen Geschichten, die viel Raum für eigene Bilder lassen, wird THE BLOCK ISLAND SOUND gut funktionieren, auch wenn ein paar Handlungsstränge im Meer ertränkt werden. Für alle anderen wird das leider nichts.

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