Review: THE CHAIN (2019)

the chain review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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Darsteller: Madeline Zima, Adrienne Barbeau, Jamie Clayton, Ray Wise
Regie: David Martín Porras
Drehbuch: David Martín Porras, Andres Rosende
Länge: 97 min
Land: ,
Genre: , ,
Veröffentlichung: 28. November 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Koch Media
FSK: ab 16

 

Was ist schlimmer?
Zeit mit einem Menschen verbringen zu müssen, den man nicht leiden kann oder seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können?
Für Augenarzt Mike trifft beides zu, denn sein Vater ist schwer krank und Mike zieht zurück in sein Elternhaus, um seine Mutter bei der Pflege zu unterstützen. Besonders sympathisch ist ihm der herrische, selbstsüchtige und gewalttätige alte Mann aber schon lange nicht mehr.the chain ray wise

Fast gleichzeitig wird bei Mike die gleiche degenerative Krankheit diagnostiziert, die es ihm bald unmöglich machen wird, seinen Job ausführen zu können, ohne eine Gefahr für die Patienten zu sein.
Zunächst schließt er sich eine Selbsthilfegruppe an, doch schließlich nimmt er Kontakt zu einer Vereinigung namens The Chain auf, die unkonventionelle Sterbehilfe anbietet.

Die Idee ist nicht alltäglich und Ray Wise (DEAD END) spielt die Rolle des Vaters mit der nötigen arroganten Erhabenheit. Seine Frau wird von Adrienne Barbeau gespielt, die man natürlich aus THE FOG oder DIE KLAPPERSCHLANGE kennt, die hier aber weniger auffällt.
Trotzdem zunächst gute Gründe, THE CHAIN einzuschalten.

Leider hält der Film nicht an allen Enden, was er verspricht.
Dass man nicht auf Anhieb durchblickt, was Sache ist, suggeriert der Vergleich auf dem Cover mit MEMENTO und MULHOLLAND DRIVE. Nun hat THE CHAIN weder den Irrwitz noch die Qualität dieser Filme, ist davon abgesehen aber auch ganz anders aufgestellt und ist kein sorgfältig ausgelegter Mindfuck, sondern eher ein chaotischer Haufen Mikado-Stäbchen.
the chain
Manches ist nicht logisch, anderes wirkt konstruiert.
Als Beispiel sei Mikes Äußeres genannt, dessen Zottelbart mehr nach Student als Augenarzt aussieht. Später schneidet er diesen Bart ab, weil er auf einem Überwachungskamera zu sehen ist und unter Mordverdacht steht. Sagen wir es so: einen Bart zu stutzen, NACHDEM die Polizei da war, dürfte ihn nicht gerade aus dem Kreis der Verdächtigen löschen und wer sich davon täuschen lässt, der sieht auch keine Ähnlichkeit zwischen Superman und Clark Kent.
Das ist sicher nur ein Detail, steht aber stellvertretend für ein bemühtes Auftreten, das man dem Film nicht konsequent abnimmt.  Der vermeintliche Geheimbund „The Chain“ ist kaum greifbar und da auch einige Schauspieler mit ihrer Arbeit zu hadern scheinen, springen also verschiedene Kritikpunkte ins Auge.

Auf der Haben-Seite sind neben Ray Wise‘ Performance durchaus starke Szenen zu erkennen. Erwähnenswert wäre eine ehemalige Hollywoodschönheit, die nach der x-ten „Schönheits-OP“ entstellt aussieht und sich den Tod wünscht, bei dem Mike helfen soll. Allerdings läuft das nicht wie gewünscht ab.
Auch die Rückblicke auf Mikes Jugend, die ihn in alltäglichen Szenen als schmerzhafte Erinnerungen treffen, sind gelungen eingebaut.
the chain rezension
THE CHAIN ist eine spanisch-amerikanische Produktion. Beide Einflüße sind zu spüren. Optisch ist der Film ganz LA. Die Story ist, wie in Spanien nicht selten, genreübergreifend und relativ komplex mit zahlreichen Wendungen, aber Regiseur David Martín Porras kriegt die PS, die ihm das Drehbuch (an dem er selbst mitarbeitete) lieferte, nicht auf die Straße.

THE CHAIN ist keine Katastrophe, aber wäre schon jetzt ein Kandidat für ein Remake. In den Händen eines erfahreneren Regisseurs, vielleicht auch mit etwas mehr Budget, wäre hier einiges zu reißen gewesen.

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