Review: THE TERROR: INFAMY (2019) (Serie)

The Terror: Infamy: Cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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10/10 (2)

Darsteller: Derek Mio, Kiki Sukezane, Cristina Rodlo, Shingo Usami, Naoko Mori, Miki Ishikawa, George Takei
Regie: Michael Lehmann, Frederick E.O. Toye, Josef Kubota Wladyka, Toa Fraser, Everardo Gout, Lily Mariye, Meera Menon
Drehbuch: Alexander Woo
Länge: ca 50 Minuten
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 16.08.2019
Verleih/ Vertrieb: Prime Video
FSK: ab 16

Bereits seit August läuft die zweite Staffel von THE TERROR auf Prime Video von Amazon. Da es sich bei THE TERROR um eine Anthologie-Serie handelt, hat jede Staffel ihre ganz eigene Geschichte. Während die erste Staffel sich mit der Franklin-Expedition beschäftigt hat, wirft die Zweite einen Blick in die Internierungslager für japanischstämmige Menschen in den USA, die in der Zeit nach Pearl Habor eröffnet wurden. Neben den Gräueln der Lager kommt auch wieder ein übernatürlicher Faktor hinzu, um dem Publikum das Fürchten zu lehren.
Der Schauspieler George Takei war als Kind selbst in einem dieser Lager und war neben seiner Rolle in THE TERROR: INFAMY auch als Berater an der Produktion beteiligt.

The Terror: Infamy: Die Familie wird interniert

Inhalt von THE TERROR: INFAMY

Die USA sind bereits in den zweiten Weltkrieg verwickelt und die Stimmung gegenüber japanischstämmigen Menschen ohnehin sehr angespannt. Chester Nakayama und seine Familie versuchen so unauffällig wie möglich zu bleiben, um ihr Leben unbehelligt weiterführen zu können. Nach dem Angriff der japanischen Streitkräfte auf Pearl Habor eskaliert die Lage jedoch und alle Menschen mit japanischer Herkunft werden in Internierungslager gebracht. Als ob die Nakayamas unter dieser Entwicklung noch nicht genug leiden, stellt sich bald heraus, dass sie ebenfalls von einem Yūrei – einem Geist – heimgesucht werden.

Resümee zu THE TERROR: INFAMY

THE TERROR: INFAMY nimmt sich beinahe die gesamte erste Folge, um die einzelnen Charaktere vorzustellen und bereits erste Konflikte anzudeuten. Wie häufig versucht sich der Sohn Chester von seinen Eltern abzugrenzen und neue Wege zu gehen, was in der doch recht traditionell erscheinenden Familie der Nakayamas zu Problemen führt. Die ständige Anspannung wegen dem wachsenden Misstrauen japanischstämmiger Personen gegenüber wird bereits in der ersten Episode sehr gut rübergebracht. Durch die Art und Weise der Darstellung baut man schnell Sympathien für die einzelnen Familienmitglieder.

The Terror: Infamy: Chester

Die zweite Staffel der Serie hat mehrere Handlungsstränge. Im Vordergrund steht der Umgang mit den Menschen mit japanischer Herkunft ausgehend von der Regierung. Immer wieder sitzt man kopfschüttelnd da und wundert sich, mit wieviel Ruhe und Würde die Menschen mit diesen Demütigungen umgehen. Dann gibt es den Handlungsstrang von Chester und seiner Freundin Luz, die mexikanische Wurzeln hat. Die Beziehung der beiden ist von vielen Höhen und Tiefen geprägt. Und als drittes gibt es die Handlung mit dem Yūrei Yoko, der die Familie Nakayama zu verfolgen scheint. Was genau es mit Yoko auf sich hat, erfährt man erst relativ spät in der Serie. Auf diese Weise wird stets eine gewisse Spannung aufrecht erhalten. Und auch nachdem man ihre Geschichte kennt, bleibt es spannend, immerhin muss man so einen Geist auch irgendwie loswerden. Vor allem wenn er gerne mordet.

Wie bereits bei der ersten Staffel von THE TERROR wird auch hier ein Gräuel der Realität mit einem Übernatürlichem verbunden. Die Verbindung ist wieder gut gelungen und man erfährt auf diese Weise noch ein wenig über den japanischen Volksglauben. Die Realität wäre bereits grausam genug gewesen, um eine Serie darüber zu drehen, aber natürlich hilft ein Geist die Spannung aufrecht zu erhalten. Während die erste Staffel ihre Längen hatte, fehlen diese in THE TERROR: INFAMY völlig. Wenn es in dem Lager gerade nichts zu erzählen gibt, schwenkt die Handlung zu Yuko oder umgekehrt. Alle Erzählungen in der Staffel sind gut miteinander verbunden und werden am Ende zu einem großen Ganzen.
Die einzige Problematik die im Zusammenhang mit den Handlungssträngen aufkommt ist, dass nicht immer klar ist, wieviel Zeit vergangen ist. Es werden ab und an zwar Zeitangaben eingeblendet, aber sie helfen der Einordnung nicht wirklich. Und dann wundert man sich einmal kurz, das Chester und Luz Sex hatten und sie gefühlt einen Tag später von ihrer Schwangerschaft berichtet.

The Terror: Infamy: Yuko leidet

THE TERROR: INFAMY ist eine unterhaltsame Serie, die eine eher unbekannte Seite der Geschichte näher beleuchtet. Die Internierung von japanischstämmigen Amerikaner*innen während des zweiten Weltkrieges dürfte für viele eine Neuheit sein. Die Serie schafft es dabei Realität und Fiktion so zu verbinden, dass ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Wer sich an recht vielen Untertiteln nicht stört, sollte sich die Serie unbedingt anschauen.

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