Review: THE TRENCH – DAS GRAUEN IN BUNKER 11 (2017)

the trench cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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5.5/10 (2)

Darsteller: Rossif Sutherland, Robert Stadlober, Charlie Carrick
Regie: Leo Scherman
Drehbuch: Matt Booi, Leo Scherman
Länge: 89 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 04, Jui 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 16

 

Weltkriegsfilme in denen in Bunkern und anderen Unterschlüpfen der Soldaten seltsame Dinge vor sich gehen, bilden ein vergleichsweise kleines Horrorsubgenre, konnten mit DIE UNHEIMLICHE MACHT, THE BUNKER, OUTPOST, FRANKENSTEIN’S ARMY oder DEVIL’S ROCK immer wieder punkten.
In genau dieser Liga spielt auch THE TRENCH.
the trench thrillandkill
1918, kurz vor Kriegsende.
Die Alliierten vermuten, dass ein Befehlshaber der Deutschen in einer abgelegenen Tunnelanlage mit chemischen und biologischen Kampfstoffen experimentiert.
Zusammen mit dem Tunnelbauer Berton wird ein kleines Kommando entsandt die Anlage zu finden und dem Feind das Handwerk zu legen. Doch die Männer müssen feststellen, dass tief unter der Erde mehr zu finden ist, als sie erwarten mussten.

Während die meisten anderen Filme dieser Art eher dem 2. Weltkrieg zuzuordnen sind, spielt THE TRENCH zwar im 1., an das Tatsache, dass Deutsche gute Filmbösewichter hergeben, die zudem wahlweise schwarze Magie oder abgründige Wissenschaft betreiben, ändert sich aber nichts.
Und wie andere Filme der Bauart, sollte man auch bei diesem nicht zu genau hinsehen, weil nicht jede Location authentisch erscheint und Hauptfigur Berton für einen Soldaten am Ende eines erbarmungslosen Krieges erstaunlich wohlgenährt rüberkommt.
the trench 11
Das Geld saß sicher auch nicht so locker wie zuletzt bei OPERATION: OVERLORD, trotzdem ist THE TRENCH ein ernst- und ernstzunehmender Film geworden, der seinen Schrecken in den dunklen Stollen entfaltet.
Lobenswert sind hier vor allem die (augenscheinlich) handgemachten Effekte, die mal splattrig, mal eklig daherkommen. Da hätte früher sicher die Schere angesetzt werden müssen, inzwischen gibt es für stellenweise doch ruppige Gewaltdarstellung eine 16er-Freigabe.
In weitestem Sinne kann der Film zwar dem Zombiegenre zugeordnet werden, wobei der Begriff „wütende Infizierte“ besser passt und die Ursache durch einen bandwurm-artigen Parasiten eingehend durchleuchtet wird.

Was dem Streifen hingegen oft fehlt, ist die nötige Spannung. Schummrige, schlecht riechende Höhlen weit unter der Erdoberfläche sind quasi eine Einladung für ein klaustrophobisches Abenteuer (siehe THE DESCENT), dieser Trumpf wird aber so gut wie nie gezogen.
Stattdessen erleben wir unnötig lange Dialoge zwischen den Männern und dem deutschen Anführer.
the trench review
Letzterer wird von Robert Stadlober gespielt, der schon in ENEMY AT THE GATES einen Wehrmachtssoldaten mimte und sich inzwischen offenbar hochgedient hat. Leider erinnert seine Darstellung an eine schwache Kopie von Christoph Waltz in INGLORIOUS BASTERDS.
Der Rest des Casts (darunter Donald Sutherlands Sohn Rossif Sutherland) reißt ebenfalls keine Bäume aus, macht aber auch nichts grundlegend falsch.

Erwähnenswert ist im Zusammenhang mit THE TRENCH, dass er vom Label Tiberius veröffentlich wird, das inzwischen von Horrorfans oft als Krabbeltisch-Lieferant verspottet wird.
THE TRENCH ist entgegen manch anderer fragwürdiger Schinken aber allemal eine Sichtung wert. Auch wenn es unter der Erde naturgemäß schattig ist, finden sich für einen Low Budget – Film eine ganze Reihe Lichtblicke.

 

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