Review: WHY DON’T YOU JUST DIE! (2018)

why don't you just die
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.5

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7.9/10 (7)

Darsteller: Aleksandr Kuznetsov, Vitaliy Khaev, Evgeniya Kregzhde
Regie: Kirill Sokolov
Drehbuch: Kirill Sokolov
Länge: 94 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 16 Januar 2020 (Kino); 27. März 2020 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Drop Out Cinema, Neue Pierrot Le Fou
FSK: ab 18

 

Ein schöner Teil der Globalisierung ist, dass man inzwischen viele neue Filme aus Ländern kennenlernt, die bis vor 20 Jahren weiße Flächen auf der Kino-Landkarte waren.
Dazu zählt auch Russland. WÄCHTER DER NACHT dürfte vielen ein Begriff sein, doch gerade in den letzten paar Jahren entstanden auch weniger prominente Streifen:
THE BRIDE, ATTRACTION, DER FLUCH DER HEXE oder ABGERISSEN sind einige Beispiele.
WHY DON’T YOU JUST DIE! gesellt sich nun als blutiges Kammerspiel dazu.
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Story:
Mit einem Hammer bewaffnet klingelt Matvey an der Tür von Andrey.
Andrey ist der Vater seiner Freundin und Polizist. Schnell entsteht zwischen den Männern ein brutaler Kampf, bei denen der besagte Hammer, eine Bohrmaschine, ein Fernseher (!) und zahlreiche andere Gegenstände zum Einsatz kommen.

Das klingt nicht nach einem gewieften Plot, aber nach einer leckeren Schlachtplatte und da WHY DON’T YOU JUST DIE! mit einer guten Prise Humor gewürzt ist, entsteht daraus eine gute Mischung.
Da es aber auf Dauer öde wäre, zwei Typen zu zeigen, die sich anderthalb Stunden lang aufs Maul hauen, liefert der Film immer wieder erklärende Rückblenden, führt hier und da neue Figuren ein und liefert einige Twists.
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Das erinnert an seiner Gesamtheit etwas an verschiedene schwarze US-Komödien der 90er und 00er Jahre, bei denen z.B. die Coen-Brüder oder Quentin Tarantino mitwirkten.
Dass WHY DON’T YOU JUST DIE! dadurch anachronistisch wirkt, ist aber kaum ein Kritikpunkt. Zum einen wurde diese Stilistik eben in den letzten Jahren kaum genutzt, zum anderen ist es auch nur normal, dass „Schwellenländer“ zunächst einen Blick auf ältere Vorbilder werfen, bevor sich mit der Zeit eine eigene Handschrift entwickelt.

Ob Kirill Sokolov, der nach einigen Shorts sein Langfilmdebüt gibt und hier als Regisseur, Autor und Editor fungiert, diese Handschrift bereits gefunden hat oder sich noch entwickeln wird, muss sich zeigen, man kann ihm aber attestieren, dass er mit WHY DON’T YOU JUST DIE! keine grundlegenden Fehler macht.
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Zweifelsohne musste der Film mit kleinem Budget auskommen, aber Sokolov war clever genug in seinen Möglichkeiten zu bleiben und das ist eben die Wohnung von Andrey und seiner Frau.
Das Apartment sieht zum Ende des Films so zerstört und blutverschmiert aus, dass der Vermieter sicher keine Kaution zurückzahlen wird und auch die meisten der (wenigen) Figuren überleben nicht. Uns Zuschauern wird aber eine amüsante Splatterorgie geboten, die im Mittelteil etwas mehr Tempo rausnimmt, als nötig gewesen wäre, insgesamt aber comichaftes, schmerzerfülltes Entertainment bietet.

 

 

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