Review: ZOMBEX (2013)

zombex 2 1 - Thrillandkill (Horrorfilme und Thriller)
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.5

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4.2/10 (24)

Darsteller: Lew Temple, David Christopher, Malcolm McDowell, Sid Haig, Corey Feldman
Regie: Jesse Dayton
Drehbuch: Jesse Dayton
Länge: ca. 78 min
Freigabe: ab 18
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 29. November 2013
Verleih/ Vertrieb: KSM

Horrorfilme neigen seit jeher dazu ohnehin unangenehme reale Ereignisse aufzugreifen und überspitzt widerzugeben. Im Falle von ZOMBEX ist das zum einen Hurricane Katrina, der aber nur am Rande vorkommt, und zum anderen Drogen wie die sogenannten „Badesalze“, die nicht nur für den Konsument, sondern auch seine Umwelt gefährlich sind.

Im Film ist es ein Medikament, dass den niedergeschlagenen Bürgern New Orleans‘ nach der Flutkatastrophe verabreicht wird und über die Depressionen hinweg helfen soll. Stattdessen führen die Pillen dazu, dass aus normalen Menschen kannibalische Bestien werden.

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Man muss nicht Ms. Marple sein, um zu erahnen, dass ZOMBEX ein Zombiefilm ist, auch wenn es in diesem Fall keine Toten sind, kein Virus ist und auch keine außerirdischen Strahlen sind, die die Menschheit bedrohen, sondern ein Pharmakonzern, der gelinde gesagt etwas unachtsam war.
Wie eingangs angesprochen kein allzu ferner Gedanke, der ausbaufähig gewesen wäre und allemal realistischer ist, als dass Opa aus der Gruft aufersteht.

Weit weniger glaubwürdig ist, was im Verlauf der Geschichte so zusammenkommt, wo Drogendealer offenbar unbeeindruckt vor der Spielekonsole sitzen, während draußen die Stadt im Chaos versinkt oder aufgestylte Hühner mit Hotpants und automatischen Kanonen herumstolzieren. Merke: High Heels sind nicht apokalyptisch.

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Blöderweise ist unangebrachte Kleidung nicht das einzige, das im ZOMBEX nicht zusammenpassen will. Mal versucht sich der Film in Coolness und lässt einen gutaussehenden Helden im Muscle-Car herumfahren, mal kommt etwas Humor ins Spiel, dann gibt man sich wieder nachdenklich.
Es gibt Filme, da funktionieren diese Elemente miteinander, dieser zählt nicht zwingend dazu.

Immer wieder flackert im Film auf, was er hätte sein können, aber zu oft wird Potential verschwendet. Da ist es auch egal, dass Regisseur/Autor Jesse Dayton mit ZOMBEX sein Debut gibt und dementsprechend noch einiges zu lernen hat.

So darf man auch den vielen Handlungssträngen skeptisch gegenüber stehen, zwischen denen hin- und hergeschaltet wird, ohne dass ein engerer Bezug zueinander besteht.

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Was verwundert, ist, dass ZOMBEX zwar einerseits am Hungertuch nagt und sich auf recht einfache Effekte beschränkt, wo Zombies grüne Kontaktlinsen tragen und planlos Blut durchs Bild gekippt wird, andererseits eine Vielzahl von bekannteren Akteuren im Gepäck hat.
Da wären z.B. Lew Temple (UNSTOPPABLE, HALLOWEEN), Corey Feldman (THE LOST BOYS, STAND BY ME), Malcolm McDowell (A CLOCKWORK ORANGE, EXCISION) oder Sid Haig (HALLOWEEN, HATCHET 3). Die größte Überraschung ist allerdings Slayer-Sänger Tom Araya in einer Minirolle.
McDowell und Temple spielen gut, dahinter dünnt das Talent rasch aus.

Fazit: Wer Filme wegen bestimmten Schauspielern schaut, wird hier womöglich Spaß haben und seinen Favoriten entdecken. Darüber hinaus sind mehrfach gute Ansätze zu entdecken, die aber in den wenigsten Fällen zu Ende gedacht wurden.

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