Review: ALMA (Serie) (2022)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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5.6/10 (13)

Darsteller: Mireia Oriol, Álex Villazán, Claudia Roset, Pol Monen
Regie: Kike Maíllo, Sergio G. Sánchez
Drehbuch: Sergio G. Sánchez, Teresa de Rosendo, Paul Pen
Länge: ca. 420 mim.
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 19. August 2022 (Netflix)
Verleih/ Vertrieb: Netflix

Vermutlich wird der Name des ALMA-Schöpfers, bei Horrorfans kaum eine Regung der Erinnerung hervorrufen. Nennt man hingegen ein paar Filme, die dem Kopf des Regisseurs entstammen, dürfte das anders aussehen. Mit DAS WAISENHAUS und DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE legte der Spanier eine ordentliche Punktlandung hin. Ob dies bei der Serie ALMA auch funktioniert?

Story

Nachdem ALMA einen Busunfall überlebt hat, bei dem die meisten ihrer Klassenkameraden ums Leben kamen, erwacht sie ohne Erinnerungen an ihre Vergangenheit auf. Ihre Eltern scheinen wie Fremde und ihr Zuhause ist ein Ort voller Geheimnisse und Mysterien. In ihr wächst der Verdacht, dass alle um sie herum lügen und versuchen, sie in jemand anderen zu verwandeln. Gefangen in einer Welt, die sich nicht wie ihre eigene anfühlt, muss sie die Ereignisse, die zu dem Unfall führten, aufklären.

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ALMA

Die letzte Feier mit allen Schülern aus Almas Abschlussklasse ist ausgelassen. Zukunftspläne werden besprochen, Liebschaften flammen noch einmal auf und auch Drogen sind im Spiel. Teilweise verkatert oder verstimmt, aufgrund der Ereignisse der letzten Nacht, machen sich die Schüler mit Carlos, ihrem Busfahrer, auf den Heimweg.

Schon nach ein paar Metern wird der Bus von dickem Nebel eingehüllt, der einen schemenhaften Blick auf Etwas freigibt, was weder menschlich noch tierisch wirkt. Dann geht alles ganz schnell und ein fataler Unfall fordert etliche Leben. ALMA erwacht im Krankenhaus und muss nun mit alldem was passiert ist, konfrontiert werden.

Hier sind wir zwar erst in der ersten, von neun Folgen, dennoch bekommt man eine Idee, ob es in ALMA nur mystisch zugeht, oder die Serie mit blutigen Bildern punkten will. Wie wir später aber noch bemerken werden, ist eines davon eine Finte.

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Almas Charakter ist für einige Folgen der einzige, den man kennenlernt. Da sie an Amnesie leidet, braucht es Zeit, bis wir verstehen, was in den Stunden des Unfalls passiert ist. Dummerweise nimmt sich ALMA dafür etwa sieben Folgen Zeit. Ebenfalls unangenehm ist, dass Almas Figur, sowie alle anderen auch, durchweg unsympathisch sind und kaum Emotionen transportieren oder auslösen können.

Viel Geschichte, viele Folgen.

Sergio G. Sánchez versteht es Geschichten zu erzählen. Vor allem weiß er, wie man ein Drehbuch schreibt, welches Drama und Horror vereint, ohne dass es zu konstruiert daherkommt. Zumindest ist das der Fall, wenn Sánchez allein schreibt. Bei ALMA arbeiteten drei Autoren an einem Skript und da viele Köche den Brei verderben, merkt man leider auch hier, dass ALMA weder Rund noch ausgreift ist.

Während die anderen Hauptdarsteller ihre Geschichte erzählen, werden ständig neue Wege eingeschlagen, die selbstredend auf einen Twist hinsteuern sollen. Es ist daher nahezu unmöglich, sich beiden Elementen zu widmen, ohne einen der vielen Stränge vernachlässigen zu müssen. Die Fülle an Story ist es auch, die kaum einen Twist zünden lässt.

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Horrorelemente: klein und fein.

Die Monster in ALMA, die sowohl dämonisch als auch geisterhaft sind, passen trotz aller Schwierigkeiten, gut zur Geschichte. So wie auch die Story mysteriös sein möchte, sind auch die Kreaturen geheimnisvoll und nicht überzogen.

Störend an der Atmosphäre ist allerdings der ständig spannugsversprechende Score. Wenn jener eine Grundspannung bei den Zuschauern auslösen soll, dann haben sich die Macher verzettelt, es nervt auf Dauer und führt zur Gleichgültigkeit.

Im Großen und Ganzen.

ALMA bietet eine große Erzählung, die über neun Folgen die Geschichte immer wieder dreht und wendet, bis am Ende nichts mehr so ist, wie es irgendwann einmal schien. Für eine Serie funktioniert dies, in einer dermaßen in die Länge gezogene Story nicht. Die allermeisten Konsumenten dürfte nicht über die vierte Episode hinauskommen. Ein Langfilm wäre für ALMA die bessere Alternative gewesen.

Wer nach der ersten Folge dem Irrglauben erliegt, dass eine blutige Horrorserie ihren Anfang macht, sollte wissen, dass dies in nur wenigen, arg wenigen Episoden der fall ist. Stört man ich hingegen nicht an Slow(www) Burn und teilweise unverständlichen/unlogischen Szenen, kann ALMA wohl vereinzelt Sehspaß hervorrufen. Klar ist, die beiden oben genannten Filme von zeigen wie es geht, ALMA zeigt das Gegenteil.

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