Review: ARCHIVE 81 (Serie) (2022)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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8.8/10 (5)

Darsteller: Mamoudou Athie, Dina Shihabi, Julia Chan, Evan Jonigkeit, Matt McGorry, Ariana Neal
Regie: Rebecca Thomas, Haifaa Al-Mansour, Justin Benson, Aaron Moorhead
Drehbuch: Evan Bleiweiss, Paul Harris, Helen Leigh, Rebecca Sonnenshine
Länge: 480 min.
Land:
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Veröffentlichung: 14. Januar (Netflix)
Verleih/ Vertrieb: Netflix

Nicht immer ist Qualität gegeben, wenn ein bekannter Name eines Regisseurs oder Schauspielers auf dem Cover prangt. Neugierig macht es allerdings schon. So verhält es sich mit der kürzlich erschienenen Serie ARCHIVE 81, für dessen Produktion James Wan eine Menge Geld in die Hand genommen hat.

Story

Archivar Dan Turner nimmt einen mysteriösen Job an, um eine Sammlung von beschädigten Videokassetten aus dem Jahr 1994 zu restaurieren. Dan muss die Arbeit der Dokumentarfilmerin Melody Pendras und ihre Ermittlungen gegen eine gefährliche Sekte rekonstruieren. Als Dan in Melodys Geschichte hineingezogen wird, ist er überzeugt, dass er sie vor dem schrecklichen Ende bewahren kann, welches ihr vor 25 Jahren widerfahren ist.

Wir lernen Dan als unsicheren, aber freundlichen jungen Mann kennen, merken aber ebenso, dass er eine Vergangenheit hat, die ebenfalls in Rätseln liegt. Neben seinem besten Freud Mark gibt es keine engen Vertrauten in Dans Leben, was ebenfalls für seine Verschlossenheit spricht.archive 81 review 3

Worin unser Hauptakteur allerdings aufgeht, ist seine Leidenschaft alte Filme und Fotos zu restaurieren. Leider wirft dieser Job nur ein geringes Einkommen ab. Dieser Zustand und eine Portion Neugier sind es letztlich, die Dan einen zwielichtigen Auftrag annehmen lassen.

Die Firma von Virgil Davenport verspricht 100.000 Euro, wenn er in Abgeschiedenheit und vollkommen allein ein paar alte Bänder restauriert. Geknüpft an weitere Regeln tritt Dan den Job an und taucht immer tiefer in einen Sumpf aus Lügen und mysteriösen Vorkommnissen ein.

Das Mädchen auf dem Band

Melody ist die Dame, die neben Dan die zweite Hauptrolle spielt. Auf der Suche nach ihrer Mutter, und damit ihrer Vergangenheit, begibt sie sich in das Visser-Gebäude, einem großen Wohnhaus. Dort angekommen beginnt Melody ohne Unterlass alles zu filmen, was sie weiterbringen und ihr Antworten geben könnte. Schnell wird sie auf einen Kult aufmerksam, der sich regelmäßig im Gemeinschaftsraum des Vissers trifft, und dort seltsame Gesänge vollführt. Es gilt nun rauszufinden, ob eine satanische Macht oder nur Geschwätz dahinter steckt.

Found Footage 2022

Wer glaubt, dass Found Footage zum alten Eisen gehört, irrt gewaltig. Schon in den letzten Jahren wurde das Stilmittel, leider meist wenig gut (THE JUNGLE 2013), im Horrorgenre eingesetzt.

ARCHIVE 81 könnte also Gefahr laufen, ein paar Jahre zu spät mit dem Wackelkamera-Stil zu kommen. Dass es aber wunderbar passt, liegt an der Einbettung in die Story. Dan sieht die Bänder, auf denen er Melodys Geschichte erfährt, ausschließlich in Found Footage, was zum einen schlau gelöst und zum anderen passend ist. Die Bänder stammen alle aus dem Jahr 1994… es ist nur konsequent, die Bänder in der Art und Weise, der Zeit angepasst, zu zeigen.archive 81 review 2

Weitere Kniffe

Ebenfalls angenehm sind die Details, die visuell den Unterschied zwischen der realen und einer eventuellen Traum/Geister/Dämonen-Welt zeigen. Leute die an paranormalen Themen interessiert sind, kennen den Begriff Orb. Diese kleinen Geistererscheinungen dienen in ARCHIVE 81 dem Zuschauer, um die Welten, in denen wir uns gerade befinden, zu unterscheiden. Und dies ist tatsächlich nötig, denn im Laufe der Story ist das oft nicht ganz klar.

Easter Eggs für Horrorfans

Dan ist wie bereits erwähnt, ein großer Filmfan. Die sieht man zu Beginn, als ein kurzer Blick auf seine VHS-Sammlung zu erhaschen ist, und im Verlauf von ARCHIVE 81 immer wieder kleine Bonbongs auftauchen. Unter anderem gilt eine Hommage Fritz Lang. Der 1976 verstorbene Regisseur war unter anderem verantwortlich für DR. MABUSE oder METROPOLIS. Fritz Lang prägte die damalige Stummfilmwelt mit technischen Neuerungen und seiner meist utopischen Atmosphäre. Viele seiner Filme zählen zu den Meilensteinen des Horrorgenres.archive 81 review 1

Kleinere Macken

Hier muss man schon etwas genauer hinschauen, aber es gibt sie… einer der Punkte ist die Lauflänge. Fast jede der acht Folgen weist eine Länge von fast 60 Minuten auf. ARCHIVE 81 hätte wesentlich kürzer gehalten werden können, dadurch wären gewisse Längen ausgemerzt. Auch der Erzählstil wirkt zu Teilen undurchsichtig und zu verkopft, die Angst, keine befriedigende Auflösung zu bekommen, wächst zum Ende hin nicht unerheblich. Gut, dass sich Archive 81 wieder fängt.

ARCHIVE 81 ist eine gelungene Mysteryserie, mit kleinen und verschmerzbaren Mängeln. Gut ist, dass die acht Folgen aus einem Guss, trotz vieler Regisseure wirken und spannend/fesselnd gestalten sind. Hiermit ist jeder gut bedient, der Crime-, Kulte-, Hexerei- und Satanismus-Themen sehen möchte. Das Ende hält einen kleinen Cliffhanger bereit, gut möglich also, dass Netflix ein zweite Staffel ordert.

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