Review: BLOODTHIRSTY (2020)

bloodthirsty 2020
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.0

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2/10 (1)

Darsteller: Lauren Beatty, Greg Bryk, Michael Ironside
Regie: Amelia Moses
Drehbuch: Wendy Hill-Tout, Lowell
Länge: 81 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 03. Dezember 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Pierrot Le Fou
FSK: ab 16

Trotz des Kultstatus, den ROCKY HORROR PICTURE SHOW innehat, waren Grusicals nie eine große Sache im Horrorgenre. ANNA UND DIE APOKALYPSE oder SWEENEY TODD wären bekanntere neuere Beispiele, blieben aber eine Seltenheit.
BLOODTHIRTSY ist zwar auch kein Musical geworden (was bedeutet, dass niemand unmotiviert zu singen beginnt), aber musiklastig ausgefallen.

Story:
Grey ist eine Musikerin, deren erstes Album zum Überraschungshit wurde. Doch der Druck für die zweite Platte ist groß und die junge Frau nimmt Tabletten gegen Halluzinationen, in denen sie ein Raubtier ist.
Als sie eine Einladung vom ominösen Musikproduzenten Vaughn Daniels erhält, der einst im Verdacht stand seine Partnerin getötet zu haben, zögert Grey zwar, reist aber mit ihrer Lebensgefährtin Charlie zu Vaughns abgelegener Villa.
Vaughn ist als Produzent eine strenge Koryphäe, doch er scheint Grey auch in anderer Hinsicht zu verstehen und zu fördern.bloodthirsty kritik

BLOODTHIRSTY sucht das Tier in der Musik

BLOODTHIRSTY ist ein kanadischer Film, das erkennt man nicht nur am Schnee, sondern auch, weil diese Streifen oft etwas eigenwilliger daherkommen, als wenn Hollywood die Finger im Spiel hat.
Dass in diesem Fall die Psyche einer Frau, eine Plattenaufnahme und ein recht klassisches Horrorthema kombiniert werden, zeugt ebenfalls von einer gewissen Exzentrizität.

Allerdings strahlen einige kanadische Filme auch eine gewisse Kühle aus (die wiederum wenig mit den Außentemparaturen zu tun hat) und auch BLOODTHIRSTY hat keine herzlichen Figuren, sondern wirkt immer, als wolle er Distanz halten.
Hauptfigur ist aber natürlich trotzdem Grey, die mit ihrer Identität hadert, sowohl musikalisch, als auch anderweitig. bloodthirsty review

Um nicht länger um den heißen Brei herumzureden: schon der Trailer verrät, dass eine Werwolfgeschichte enthalten ist.
Grey weiß zunächst nur durch ihre Visionen, dass etwas Wildes in ihr schlummert, doch während ihres Aufenthaltes mehren sich kurze Ausbrüche. So entwickelt die Veganerin plötzlich Appetit auf Fleisch und sie verletzt ihre Freundin beim Sex.
Vaughn gibt sich auch in diesen Belangen als Mentor, doch was hat es damit auf sich?

Klingt im Ansatz zunächst alles gut und auch der Trailer glänzt mit Tempo, in der Praxis ist BLOODTHIRSTY allerdings meist spannungsarm und ruhig, ohne dass sich irgendwann der große Aha-Moment einstellen würde.

Dass Vaughn kein Sympathieträger ist, zeichnet sich ab Sekunde 1 ab, dafür „glänzt“ er mit albernem diabolischem Gelächter. Wer hat eigentlich Horrorfilmemachern beigebracht, dass doofes Gekicher böse wirkt?
Charlie ist eigentlich auch nur mahnend und warnend mitgereist, hat sonst aber wenig zu tun.bloodthirsty rezension

Trotz Musik ein ruhiger Film

Dafür wird gesungen, teils sogar die gleiche Passage mehrfach. Das ist beim Schreiben und Aufnehmen einer Platte sicher realistisch und illustriert hier den beschwerlichen Arbeitsprozess, es ist aber auch beim Zuschauen schwer und trotz anständiger Gesangsstimme wenig unterhaltsam.

Dass Vaughn seine Künstlerin dazu anspornt tiefsinnige Texte zu schreiben, ist auf dem Weg der Selbstentdeckung, den Grey hier beschreitet selbstverständlich sinnhaltig. So spiegeln sich Fragmente des Filminhalts in den Texten wider, aber gleichzeitig entsteht der Eindruck als wären diese kleinen Aufhänger Kern eines Films, der an den Rändern dünn wird.

Viel Werwolf gibt es übrigens nicht zu sehen und das was der Film doch zeigt, setzt im Wolf-Genre keine neuen Maßstäbe, ist aber auch nicht schlechter als das, was vergleichbare Werke bieten.

Fazit:
Man muss BLOODTHIRSTY zugutehalten, dass er im bekannten Rahmen etwas Neues versucht, man muss aber auch kritisieren, dass diese Idee bzw. die Umsetzung nicht stark genug ist, um den Film zu tragen.

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