Review: CRACOW MONSTERS (Serie) (2022)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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7.5/10 (2)

Darsteller: Barbara Liberek, Andrzej Chyra, Stanislaw Linowski
Regie: Kasia Adamik, Olga Chajdas
Drehbuch: Gaja Grzegorzewska, Magdalena Lankosz, Anna Sienska
Länge: ca. 417 min.
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 18. März 2022 (Netflix)
Verleih/ Vertrieb: Netflix
FSK: ab 16

Monster und Mythen sind keine Seltenheit im Horrorgenre. Oft werden bekannte Gottheiten mit ihren Überlieferungen besprochen. Seltener hingegen ist, dass eine Serie mit diesen Themen aus polnischer Feder kommt, und zudem vollkommen von Frauenhänden geschaffen wurde.

Story

Die Medizinstudentin Alex, gebeutelt von ihrer Vergangenheit, trifft auf einen mysteriösen Professor und seine Elitegruppe von Studenten. Schnell wird ihr klar, dass die Gruppe unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung über Grenzen hinaus geht, welche ihr bisher nur aus ihren Träumen bekannt waren. Alex wird in eine Verschwörung verwickelt, die sie mit der Welt des slawischen Glaubens, uralten Monstern und blutrünstigen Gottheiten konfrontiert.

Smart und selbstbewusst verbringt Alex ihre Tage in der Uni, schreibt Bestnoten und ist auch in der Phatologie nicht zimperlich im Umgang mit Leichen. Privat hingegen ertränkt sie ihre Sorgen in Bier, Drogen und wechselnden Bettgeschichten. Die größten Probleme bereiten ihr die Nächte, in denen sie schweißgebadet aus einem Alptraum erwacht, es ist immer der gleiche Traum… ein Monster ohne Gesicht sitzt auf ihrer Brust und starrt sie an… die Vergangenheit ruft Alex und mit ihr all die guten und bösen Geister der polnischen Mythologie.

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Die Elite an der Uni

Die Gruppe von Professor Zawadzki gilt an der Uni als Elite, und beinahe jeder Student bewirbt sich um einen Platz inmitten dieser Riege. Alex bangt ebenso um ihre Aufnahme und ist hocherfreut, als sie endlich eine Zusage bekommt. Nun muss sie umziehen und sich fortan das Haus mit ihren neuen Freunden teilen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und ungewollten Offenbarungen finden die Jugendlichen einen Draht zueinander und entdecken, was jeden von ihnen so einzigartig macht.

Hier beginnt man sich nun unwillkürlich zu fragen, ob das noch Horror ist, oder eine ähnliche Geschichte wie in FREAKS – SIE SEHEN AUS WIE WIR, zu finden ist, in der es ferner um Horrorgestalten, als um Superkräfte geht. Dies deutet schon einmal auf einen Genremix hin, der sich konsequent durch CRACOW MONSERS zieht.

Die CRACOW MONSTER

Wie eingangs erwähnt, tummeln sich hier eine Menge Wesen. Neben slawischen Gottheiten erfahren wir von Dämonen, Schutzgeistern/Göttern und ehe wir uns versehen, werden wir Zeugen von Exorzismus und anderen Ritualen. Manche davon könnte man als geklaut bezeichnen, oder aber mit wohlwollen als Hommage gelten lassen.

Leider haben wir im Trailer zu CRACOW MONSTERS eine unbeliebtes Phänomen, denn der Trailer verspricht Monster. Wirklich viel ist davon im Film nicht mehr zusehen, meist sind es göttliche Gestalten, oder auch uns bekannte Figuren wie der Spas, der dem Krampus ähnlich ist. Spätestens wenn es um den Krak geht (die Figur wird aus Spoilergründen nicht weiter beschrieben), sind wir im Wunderland aller Mythen angekommen.

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Genau das könnte Einigen sauer aufstoßen, zweifellos ist viel Rummel in CRACOW MONSTERS. In den immerhin fast acht Stunden Laufzeit wird auch nicht jedes Detail allumfänglich aufgelöst, hier ging man entweder davon aus, dass die Zuschauer genug Lust mitbringen, die einzelnen Figuren selbst zu erforschen, oder aber, dass die polnisch/slawische Folklore bekannt ist. Wie in jeder Mythologie gibt es da nicht nur die eine Wahrheit.

Frauen Power

Erfreulich ist, dass CRACOW MONSTERS komplett unter Frauenhand (Kasia Adamik, Olga Chajdas) erarbeitet wurde, dass das gar nicht so oft passiert, könnt ihr hier nachlesen. Ganz im Gegensatz zu anderen Filmen wie BLACK CHRISTMAS von Sophia Takal, gibt es keinen Feminismus mit der Keule, sondern eine Story, in der zwar eine Frau die starke Rolle (mehrere) inne hat, die Männer aber keine degradierten Höhlenmenschen sind.

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Kein Meisterwerk aber solide

Nein, die Story um Alex ist kein undurchschaubares Werk. Vieles sieht man kommen, Charaktere offenbaren dem Zuschauer ihre wahre Gestalt recht schnell. Unvorhergesehen trifft uns kaum eine Aktion. Dennoch, oder gerade wegen dieser erzählten Leichtigkeit und dem ineinanderfließen der Folgen, macht es Spaß dran zu bleiben und Alex Entwicklung zu sehen. Spannend bleibt es über die komplette Serie hinweg.

CRACOW MONSTERS bietet viel für Fantasy/Horror-Freunde, die gern in die Mythen längst vergangener Tage eintauchen und auch ohne massig Blut und Gedärm auskommen. Losgelöst vom harten Blutrausch macht die Serie Spaß.

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