Review: DAS PRIVILEG – DIE AUSERWÄHLTEN (2022)

Das Privileg - Die Auserwählten: Cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.5

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3.8/10 (5)

Darsteller: u.a. Max Schimmelpfennig, Lea van Acken, Tijan Marei, Horst Janson
Regie: Katharina Schöde, Felix Fuchssteiner
Drehbuch: Katharina Schöde, Felix Fuchssteiner, Sebastian Niemann, Eckhard Vollmar
Länge: 107 Minuten
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 09.02.22
Verleih/ Vertrieb: Netflix
FSK: ab 16

DAS PRIVILEG – DIE AUSERWÄHLTEN ist eine deutsche Produktion für Netflix. Deutsche Horrorfilme haben nicht unbedingt den besten Ruf, so dass einige wahrscheinlich schon ab dieser Information kritisch sein dürften. Ausnahmen gibt es aber immer wieder und so wollen wir dem Film vom Regie-Duo Katharina Schöde und Felix Fuchssteiner zumindest eine Chance geben. Immerhin spielen neben einigen Jungschauspieler*innen wie Max Schimmelpfennig (u.a. DARK) und Lea van Acken (auch u.a. DARK) auch alte Gesteine der deutschen Schauspielerei wie Horst Janson (u.a. KÜSTENWACHE) mit. Zu Bedenken ist, dass der Film eher für Teenies ausgelegt sein soll und kein harter Horror zu erwarten ist.

Das Privileg - Die Auserwählten: Lena und Finn forschen nach

Inhalt von DAS PRIVILEG – DIE AUSERWÄHLTEN

Vor sieben Jahren hat sich im Hause Bergmann eine schreckliche Tat ereignet: Die Geschwister Anna und Finn fliehen panisch aus dem Haus und während der Flucht stürzt Anna in den Tod. Finn hat noch heute mit den Folgen des traumatischen Ereignisses zu kämpfen und befindet sich in Behandlung. Als in seiner unmittelbaren Umgebung merkwürdige Dinge geschehen und sogar Menschen umkommen, beginnt er zusammen mit seiner besten Freundin Lena Nachforschungen anzustellen.

Resümee zu DAS PRIVILEG – DIE AUSERWÄHLTEN

Der Beginn des Films ist auf den ersten Blick ganz vielversprechend: Es passiert etwas Mysteriöses, was dann hoffentlich im Verlauf der insgesamt 107 Minuten Laufzeit aufgeklärt wird. Keine Neuerfindung des Rades, aber ein altbewährtes Rezept. Das Problem von DAS PRIVILEG – DIE AUSERWÄHLTEN ist, dass es nicht nur eine Erklärung gibt, sondern eine ganze Reihe, die irgendwie nicht recht zusammenpassen möchte. Wenn es einen Ansatz gibt, bleibt es nicht lang bei ihm, sondern es kommt ein weiterer, abgedrehterer dazu. Und so ist am Ende nicht ganz klar, ob es sich bei dem Film um einen Verschwörungs-Thriller, einen Exorzismus-Streifen oder einfach ziemlich großen Unfug handelt.

Das Privileg - Die Auserwählten: Finn

Eventuell wäre man geneigt dem wilden Plotverlauf zu verzeihen, wenn zumindest die anderen Parameter in dem Film stimmen würden. Allerdings hapert es auch hier teilweise. Das fängt damit an, dass während eines Noteinsatzes ein verstörter Junge mit scharfem Messer in der Hand einfach in den Rettungswagen gesetzt wird und endet in einem überflüssigen Dreier, der nach einer ziemlich eskalierten Séance stattfindet.
Zwischendrin gibt es immer wieder Szenen in denen lang und ausführlich irgendwelche Details erklärt werden, beispielsweise Leichenpilze oder die Rolle von White Noise während Séancen. Und mit jeder dieser Szenen stirbt die wenige Spannung, die DAS PRIVILEG – DIE AUSERWÄHLTEN aufbauen konnte. Daran hapert es nämlich leider sehr, da die Teenies sehr viel mit Warten und Herumfahren beschäftigt sind.
Ab und an gibt es dann Szenen die extrem unglaubwürdig sind. In welches Labor kann ein Teenie einfach so reinspazieren ohne bemerkt zu werden? Warum amüsiert sich ein Polizist beinahe schon über den angeblichen Suizid eines Abiturienten? Und war Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland nicht verboten? Das große Finale schlägt dem Fass allerdings den Boden aus mit der versuchten Zusammenführung all der losen Fäden in der Handlung. Spätestens da wird der Film leider lächerlich.

Die größte handwerkliche Schwäche des Films ist das Drehbuch. Es wirkt als hätte man diverse erfolgreiche Filme zusammengewürfelt und versucht daraus eine sinnvolle Story zu basteln. Die rein objektive Qualität des Films – ohne Handlung – ist in Ordnung, hat aber den berühmten TATORT-Touch.
Schauspielerisch gesehen ist DAS PRIVILEG – DIE AUSERWÄHLTEN leider auch nicht sonderlich überzeugend. Die Rollen wirken alle aufgesetzt und bei manchen Leuten fragt man sich, ob sie schon mal einen Film gedreht haben, oder von der Straße aufgesammelt wurden. Da sich das aber bei allen durchzieht, mag es an den Anweisungen der Regie liegen. Schimmelpfennig und van Acken waren in DARK zumindest keine Katastrophe.

Das Privileg - Die Auserwählten: Finn in Behandlung

DAS PRIVILEG – DIE AUSERWÄHLTEN rettet die Ehre des deutschen Horrorfilms leider nicht. Es wurde zu viel gewollt und davon zu wenig gekonnt umgesetzt. Es wäre besser gewesen sich auf einen Schwerpunkt festzulegen und diesen überzeugend umzusetzen, als einen Haufen wirrer Ansätze zusammenzuwerfen und auf das Beste zu hoffen. Wenn ihr deutschen Horror wollt, dann vielleicht doch lieber ANATOMIE oder GERMAN ANGST.

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