Review: DEMONIC (2021)

demonic 2021
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.0

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Darsteller: Carly Pope, Chris William Martin, Michael J Rogers
Regie: Neill Blomkamp
Drehbuch: Neill Blomkamp
Land: ,
Genre:
Verleih/ Vertrieb: Koch Media
FSK: ab 16

Neill Blomkamp gilt seit seinem Erfolg mit DISTRICT 9 als Hoffnungsträger des Genrefilms. Zuletzt wurde es jedoch recht ruhig um den Südafrikaner, doch mit DEMONIC liefert Blomkamp nun seinen ersten Horrorfilm ab.

Story:
Carly hat kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter Angela. Das hat persönliche Gründe, aber liegt auch daran, dass Angela einst ein Kinderheim niederbrannte und damit zahlreiche Menschen tötete.
Nun liegt sie in einem Koma und Carly soll mit einem hochmodernen Apparat Kontakt zu ihrem Unterbewusstsein aufnehmen.
Doch diese Reise verläuft anders und Carly muss erfahren, dass nicht nur die Gedankenwelt anders aussieht, als erwartet, sondern dass auch andere ein falsches Spiel spielen.
demonic rezension

DEMONIC ist kein typischer Blomkamp-Film

Blomkamps steht mehr für Science-Fiction als Horror und einige Anteile finden sich auch DEMONIC wieder. So dringt Carly eben nicht mehr meditativer Geistesverbindung im Muttes Koma vor, sondern wird an allerlei Gerätschaften angeschlossen und die Ärzte können der Traumwelt ebenfalls virtuell beiwohnen.
Wie ein solches Szenario stimmungsvoll dargestellt werden kann, zeigte jüngst COME TRUE / STRANGE DREAMS. Blomkamps Vision gleicht eher der Grafik einer Playstation 2 und lässt auch sonst jede Atmosphäre vermissen.

Da diese Reisen ins Unterbewusstsein zwar mehrfach vorkommen, aber nicht als Kernstück des Films zu bezeichnen sind, sollte man sie nicht zu kritisch betrachten. Worum es eigentlich geht, verbirgt die Story etwas länger, gibt sie mit dem Filmtitel aber gleichzeitig preis.
demonic kritik
Spoiler:
Man ahnt es, eine dämonische Präsenz ist in Angela gefahren.
Was man womöglich weniger ahnt, ist, dass die Ärzte, die sie behandeln in Wirklichkeit Priester sind, die sich nicht nur auf Exorzismen verstehen, sondern auch mit automatischen Waffen umzugehen wissen.
Kein Quatsch, ist leider echt so….und so etwas wie ein Augenzwinkern gibt es nicht. Der Film ist bierernst.
Spoilerende.

Leider hat DEMONIC weitere Probleme und eines liegt in einem unsteten Schauspiel. Es ist nicht so, dass jede Szene komplett vergeigt worden wäre, aber einige wurden eben doch komplett vergeigt.
So wie die, in der Carly ihren alten Freund wiedertrifft und jeder, der je einen alten Freund wiedertraf merkt, dass sich so niemand verhält.
Oder die, in der Carly ihrer Mutter ihren Hass auf sie gesteht und sich dann wundert, dass sie von ihr aufgefordert wird zu gehen.
Aber immerhin, während andere Filme an schwacher Synchro kranken, hat man hier nicht gespart und womöglich werten die professionellen deutschen Sprecher sogar manche Szene auf.demonic review

Kreativschub oder Geldnot?

So wirklich gruslig ist der Film auch nicht geworden und die Frage, ob Neill Blomkamp der richtige Mann für den Job war, muss erlaubt sein.
Dessen Karriere ist aber ohnehin ein Rätsel: Nach diversen Kurzfilmen schlug sein erster Film DISTRICT 9 bei Fans und Kritikern ein und verschaffte dem Südafrikaner sogar eine Oscarnominierung. Es folgten die Langfilme ELYSIUM und CHAPPIE und bis dahin könnte man das als üblichen Werdegang umschreiben. Doch seit 2015 drehte Blomkamp plötzlich wieder Kurzfilme und fiel sonst nur noch dadurch auf, dass er mit diversen Ankündigungen um die Ecke kam, die sich dann wieder rasch zerschlugen (ALIEN 5, ROBOCOP RETURNS u.a.).
Ob DEMONIC eher auf einen Kreativschub oder doch nur Geldmangel des Regisseurs zurückzuführen ist, bleibt daher offen.

Fazit:
Nicht für Blomkamp-Fans interessant, nicht für Sci-Fi-Fans erfüllend, nicht für Horrorfans sättigend.

 

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