Review: DER KASTANIENMANN (Serie) (2021)

Der Kastanienmann: Cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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7.5/10 (6)

Darsteller: u.a. Danica Curcic, David Dencik, Mikkel Boe Følsgaard, Esben Dalgaard Andersen
Regie: Kasper Barfoed, Mikkel Serup
Drehbuch: u.a. Søren Sveistrup, Dorte Warnøe Høgh, David Sandreuter
Länge: ca 60 Minuten
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 29.09.21
Verleih/ Vertrieb: Netflix
FSK: ab 16

Krimis aus Skandinavien erfreuen sich seit langer Zeit großer Beliebtheit. Am 29. September hat Netflix mit DER KASTANIENMANN eine Eigenproduktion in dem Genre veröffentlich. Die Serie mit sechs Episoden stammt aus Dänemark und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Søren Sveistrup. Es gilt das altbewährte Prinzip: Ein grausiger Mord soll aufgeklärt werden und auf dem Weg dahin werden eine Menge düsterer Geheimnisse ausgegraben.

Der Kastanienmann: Thulin und Hess am Fundort

Inhalt von DER KASTANIENMANN

In Kopenhagen wird die schrecklich zugerichtete Leiche einer Frau gefunden. Der Frau wurde bei lebendigem Leib eine Hand amputiert und ein Auge entfernt. Das Ermittlungsteam, bestehend aus Naia Thulin und Mark Hess, beginnt die Untersuchungen und stößt schnell auf eine Verbindung zu einer Entführung aus dem Jahr zuvor. Wie kommt das Kastanienmännchen einer verschwundenen 12-Jährigen an den Tatort und wie passt ein 1987 begangenes Massaker zu dem Ganzen?

Resümee zu DER KASTANIENMANN

Die Handlung von DER KASTANIENMANN ist zunächst einmal sehr ähnlich zu dem, was viele bereits aus anderen skandinavischen Krimiserien kennen. Es gibt einen aktuellen Mordfall, ein Team ermittelt, es gibt Fortschritte, dann einen weiteren Mord. In der Netflix-Serie wiederholt sich dieses Muster ein paar Mal. Zwischendrin wird das ganz persönliche Drama von der Polizistin Naia Thulin etwas näher dargestellt, von ihrem Kollegen Mark Hess hingegen, gibt es deutlich weniger außerhalb der Ermittlungen zu sehen. Dieses Muster hat sich in vielen Serien bewährt und in vielen Fällen ist es gut umzusetzen und hält die Spannung am laufen. Genau das ist auch in DER KASTANIENMANN der Fall. Die Morde sind grausam, die Funde in den laufenden Ermittlungen ebenfalls. Damit befindet sich die Serie schon im Bereich des sogenannten Nordic Noir: Wo neben dem Fall selbst, auch die Umstände vieler Beteiligter düster und trist sind und menschliche Abgründe aufgetan werden.

Der Kastanienmann: Am Tatort

Die Geschichte um den Kastanienmann ist spannend aufgebaut und lädt dazu die sechs Stunden an einem Stück zu schauen – sofern man gerade die Zeit dazu hat. Die verschiedenen Handlungen werden am Ende recht schlüssig zusammengefügt und ergeben ein Ganzes, ohne dass es zu konstruiert wirkt. Allerdings bleiben zum Ende noch ein paar Fragen offen.
Die beiden Ermittelnden neigen dazu alleine in gefährliche Situationen hineinzustolpern, was spätestens nach dem dritten Mal äußerst unprofessionell wirkt. Natürlich wird so die Spannung gesteigert, aber eben zu dem Preis, dass Thulin und Hess wirken, als ob sie gerade ihren ersten Fall überhaupt lösen. Ein wenig mehr Abwechslung in der Hinsicht wäre ebenfalls wünschenswert.

Der Kastanienmann: Thulin und Genz

Handwerklich ist DER KASTANIENMANN gut umgesetzt. Die Atmosphäre ist düster und passend dazu sind Bild und Ton. Es gibt ein paar schöne Einstellungen in Wäldern zu sehen, die passend zur Jahreszeit herbstlich sind.
Schauspielerisch gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Mit Danica Curcic (u.a. EQUINOX) und Mikkel Boe Følsgaard sind die Hauptrollen mit erfahrenen Darstellenden besetzt worden. Und auch kleinere Rollen sind teils mit bekannten Gesichtern bestückt: Anders Hove kennen wir beispielsweise aus dem ersten Teil von NYMPHOMANIAC.

DER KASTANIENMANN ist eine unterhaltsame Krimiserie, die genau das macht was sie will: Eine spannende Geschichte erzählen. Die Serie erfindet das Rad des skandinavischen Krimi nicht neu, aber muss sie auch nicht, da Spannung und Unterhaltungswert trotzdem gegeben sind. Fans von Nordic Noir sollten DER KASTANIENMANN unbedingt sehen, für allen anderen ist sie aber auch einen Blick wert.

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