Review: DIE BAZTÁN-TRILOGIE (2017-2020)

die baztan-trilogie review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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7/10 (1)

Darsteller: Marta Etura, Benn Northover, Elvira Mínguez
Regie: Fernando González Molina
Drehbuch: Luiso Berdejo
Länge: 369 min
Land:
Genre: , , ,
Veröffentlichung: 4. Juni 2021 (Heimkino, als Trilogie)
Verleih/ Vertrieb: Studio Hamburg Enterprises GmbH
FSK: ab 16

Die sogenannte BAZTÁN-TRILOGIE ist relativ speziell.
Einerseits handelt es sich bei DAS TAL DER TOTEN MÄDCHEN, DAS TAL DER VERGESSENEN KINDER und DAS TAL DER GEHEIMEN GRÄBER nicht um ein klassisches Film-Franchise, auch nicht um eine Serie, aber um drei Spielfilme mit weitestgehend gleichbleibendem Personenkreis und einer Handlung, bei der man nach dem ersten oder zweiten Film mit dem Gefühl aussteigen könnte, einen sauberen Abschluss zu sehen, aber nur wer alle drei schaut, wird sämtliche Zusammenhänge erfassen.

Wir haben uns daher entschlossen die drei Streifen der BAZTÁN-TRILOGIE in ein Review zusammenzupacken, auch weil sie thematisch, atmosphärisch und qualitativ nah beieinander liegen.

DIE BAZTÁN-TRILOGIE ist nur mit Regenschirm gemütlich

Los geht’s mit DAS TAL DER TOTEN MÄDCHEN bei dem die junge Polizistin Amaia Salazar in ihren Heimatort im verregneten Baztán-Tal zurückkehren muss, weil dort die nackte Leiche einer Teenagerin gefunden wird.
Während Amaia bei der eigenen Familie, die sie einst ohne viele Worte zurückließ, nicht gerade herzlich empfangen wird, zeigt sich schnell, dass die obskure Tat, bei der der Mörder einen Keks im Schambereich des Opfers drapierte, kein Einzelfall ist und die Polizei einen Serienmörder jagt.

Auch in DAS TAL DER VERGESSENEN KINDER heißt die Ermittlerin und Hauptfigur Amaia und dieser Fall führt sie noch näher an die eigenen Schatten der eigenen Kindheit und ihrer Familie heran.
Amaia hat inzwischen einen kleinen Sohn und auch ihr neuester Fall hat mit Kleinkindern zu tun. Nach Kirchenschändungen, bei denen der Arm einer Babyleiche abgelegt wurde, reist sie erneut in das Baztán-Tal und stellt fest, dass ihr eigenes Baby nicht sicher ist.

In DAS TAL DER GEHEIMEN GRÄBER geht es erneut mysteriös zu und wieder ermitteln Amaia und ihr Team wegen Kindsmorden, die teils länger zurückliegen, teils ganz aktuell geschehen. Amaia erfährt mehr über ihre Mutter, ihre Vergangenheit und über die sektenartige Vereinigung, die seit langem in ihrer Heimatstadt ihr Unwesen treibt.
die baztan-trilogie kritik
Tote Kinder, Kult- und Serienmorde, familiäre Probleme, Polizeiarbeit und natürlich das nasskalte Tal, in dem es immer zu regnen scheint (wenn es nicht gerade schneit).
Mit diesen Begriffen ließen sich die Gemeinsamkeiten der drei Geschichten zusammenfassen und wie eingangs angedeutet, ist die Qualität der drei Filme recht konstant, was neben den (art)verwandten Fällen auch an glaubwürdigen Figuren liegt.
Hauptfigur Amaia wird von Marta Etura gespielt. Die dürften deutsche Thrillerfans am ehesten als Stalking-Opfer in SLEEP TIGHT kennen.

Alle drei Geschichten sind den Romanen Dolores Redondos entliehen, die Drehbücher schrieb Luiso Berdejo und dass der was von Spannung versteht, weiß man seit seiner Arbeit an den [REC]-Filmen.
Wie
das für spanische Filme und Bücher nicht unüblich ist, fließt in die nüchterne Polizeiarbeit auch ein Funken Mythologie.
So versteht sich etwa Amaias Tante aufs Kartenlegen, im Tal gab es einst (vermeintliche) Hexen und die Namen von grausamen Sagenfiguren geistern durch die Story. Die BAZTÁN-TRILOGIE mag deswegen noch nicht dem Mystery-Genre zuzuordnen sein, mysteriös sind die Fälle aber allemal. Ansonsten kann man hier aber am ehesten von recht düster geratenen Krimis sprechen.

die baztan-trilogie
Solide Polizeiarbeit mit etwas Extra

Als Zuschauer ist es sicher Geschmackssache, ob man lieber in sich abgeschlossene Fälle sieht, wie die Trilogie zunächst auch den Anschein macht, oder miteinander verwobene Filme bevorzugt.
In gewisser Weise bietet die Trilogie beide Ansätze in einem, was beispielsweise die Auflösung aus Teil 1 durch eine „größere“ Auflösung ersetzt…aber auch das ist Geschmackssache.
Fraglich ist wohl auch, ob das Wort Trilogie Bestand haben wird. Ohne zu viel verraten zu wollen, das Finale des dritten Films deutet zwar keinen Cliffhanger an, lässt sich selbst aber Möglichkeiten offen.

Fazit:
Die BAZTÁN-TRILOGIE sind nicht die aufregendsten Filme, die man je sehen wirst, bieten aber solide, sauber erzählte Unterhaltung, ohne sich je selbst ein Bein zu stellen.

Die Bewertungen im Einzelnen:
DAS TAL DER TOTEN MÄDCHEN 7.5
DAS TAL DER VERGESSENEN KINDER 7.0
DAS TAL DER GEHEIMEN GRÄBER 6.0

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