Review: FACULTY (1998)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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9/10 (6)

Darsteller: Jordana Brewster, Clea DuVall, Laura Harris, Josh Hartnett, Robert Patrick, Elijah Wood
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: David Wechter, Bruce Kimmel, Kevin Williamson
Länge: 104 min
Land:
Genre: , ,
Verleih/ Vertrieb: Studiocanal
FSK: ab 16

Um die Jahrtausendwende stand es nicht allzu gut um den Horror.
Die von SCREAM ausgelöste 2. Slasherwelle war bereits wieder am Abebben, internationale Produktionen eher selten und spätere Trends wie Found Footage oder Torture Porn noch außer Reichweite.

Hollywood versuchte sich an müden, aber teuren Remakes wie DAS GEISTERSCHLOSS oder HAUNTED HILL, aber ließ damit Fannähe vermissen.
Gut, dass Autor Kevin Williamson, der auch für SCREAM verantwortlich war, noch etwas Tinte im Füller hatte und mit Robert Rodriguez einen Partner fand, der den nötigen Biss mitbrachte, um einen Film wie FACULTY zu drehen.faculty kritik

FACULTY präsentiert die Schule als Ort des Schreckens

Story:
Die Schule ist ein Ort des Grauens.
Zu den üblichen Problemen wie Drogen, Mobbing oder ganz gewöhnliche Pubertät gesellen sich an dieser High School aber veränderte Verhaltensweisen. Schüler und Lehrer benehmen sich plötzlich seltsam und konsumieren extrem viel Wasser. Ob es etwas mit dem schneckenartigen Tierchen zu tun hat, dass Nerd Casey auf dem Sportplatz findet?

Wer FACULTY noch nicht kennt, dies ist grundsätzlich ein deutlich von DIE DÄMONISCHEN / DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (stark) inspirierter Streifen im Teeniemilieu und man hätte so vieles falsch machen können.
Allerdings setzt Williamson die gleiche Selbstreferenz ein, die schon in SCREAM zündete und erwähnt beispielsweise DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN sogar namentlich.
Robert Rodriguez gehörte damals zu den jungen Wilden und nach DESPERADO und FROM DUSK TILL DAWN war klar, wohin die Reise geht.faculty review

Das bedeutet nicht, dass FACULTY ohne Probleme wäre. Das CGI sieht heute (wie damals) nicht prächtig aus, irgendwann hängt auch mal ein Mikro ins Bild und Famke Janssens Darstellung als ultra-schüchterne Lehrerin wirkt auch für einen Film überzogen, der sich nicht allzu ernst nimmt. Von einer klassischen Komödie kann man hierbei nicht sprechen, trotzdem steht der Spaß im Vordergrund.

An Stars mangelt es nicht

Auf der Haben-Seite ist eine Riege von früheren, damals aktuellen oder späteren Stars.
Neben Janssen (96 HOURS), Piper Laurie (CARRIE) und Salma Hayek (FROM DUSK TILL DAWN), füllt Robert Patrick das Lehrerzimmer. Letzterer erinnert durch seine kalte Darstellung eines Footballcoaches an seine Paraderolle in TERMINATOR 2.
In den Klassenzimmern finden wir neben Elijah Wood (MANIAC) und Josh Hartnett (30 DAYS OF NIGHT) auch Sänger Usher.

Nun betonen wir gerne, dass Namen noch keinen guten Film machen und von keinem der Darsteller wird Unmögliches verlangt, da den Figuren aber mehr Platz eingeräumt wird, als in vielen anderen Teen-Filmen üblich, ist es hilfreich, wenn die Schauspieler auch spielen können.
So kann man die jugendlichen Protagonisten als eine Art Club der Verlierer betrachten.
Casey ist der gemobbte Streber, Zeke dealt mit Drogen, Marybeth ist neu in der Stadt, Stan hadert mit seinem Dasein als Footballspieler und Stokes wird für eine Lesbe gehalten.
Das klingt nach vielen Stereotypen, wird aber meist weniger dick aufgetragen und man lernt im Laufe der Geschichte immer wieder ein paar Details der Charaktere kennen.

Zudem wirkt es fast ironisch, dass zunächst die Lehrer eine Verwandlung durchlaufen (mal ehrlich, wer hat sich nicht schon mal gefragt, was im Lehrerzimmer hinter verschlossener Tür geschieht?), dann alle anderen Schüler, so dass die Außenseiter noch mehr in die Außenseiterrolle gedrängt werden, aber gleichzeitig zu einer kantigen Gemeinschaft werden. faculty rezension

Wer daran kein Interesse hat: Monster mit Tentakel, garstige Verwandlungen und paar Ekel- und Gewaltszenen finden sich auch. Und weil wir in einem Rodriguez-Film sind, wird alles mit Feuersäulen und zeitgemäßem Soundtrack aufgepeppt.
Außerdem entsteht ein Gefühl der Paranoia und in einer Szene, bei der sich die Gruppe Menschen gegenseitig beweist, nicht infiziert zu sein, erinnert wohl nicht zufällig an DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT.

Fazit: FACULTY ist der Beweis, dass man schon damals (aber vor allem heute) nicht mehr viele neue Geschichten erzählen kann. Es zeigt aber auch, dass man bekannte Themen mit entsprechendem Stil, Talent und Liebe zum Detail enorm aufwerten kann.

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