Review: HATCHING (2022)

Hatching: Cover
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Redaktion: 7.0

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Darsteller: u.a. Siiri Solalinna, Sophia Heikkilä, Jani Volanen, Reino Nordin
Regie: Hanna Bergholm
Drehbuch: Hanna Bergholm, Ilja Rautsi
Länge: 86 Minuten
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 28.7.22 (Kino)
Verleih/ Vertrieb: Capelight Pictures
FSK: ab 16

Filme aus Skandinavien scheinen oft ein wenig anders zu sein und sich vor allem von den Hollywoodproduktionen abzusetzen. BORDER, TROLLHUNTER und das Original von SO FINSTER DIE NACHT sind hierfür glänzende Beispiele. Und auch der finnische Film HATCHING schlägt in diese Kerbe.
Bei HATCHING handelt es sich um das Spielfilmdebüt der Regisseurin Hanna Bergholm, die gemeinsam mit Ilja Rautsi auch das Drehbuch erarbeitet hat. Mit recht kleiner Besetzung wird von hohen Ansprüchen, schwerem Familienleben und dem Erwachsenwerden erzählt, das Ganze wird verfeinert mit einer kleinen Portion Body Horror.
HATCHING lief bereits auf den Fantasy Filmfest Nights und startet am 28. Juli 2022 in den Kinos.

Hatching: Tinja, ihr Mutter und die neue Nachbarstochter stehen beisammen

Inhalt von HATCHING

Tinja wohnt gemeinsam mit ihrer Familie ein Leben wie aus einer perfekten Instagramstory – zumindest solange die Mutter eben dafür filmt. Gefangen zwischen den Ansprüchen ihrer Mutter und ihrem Wunsch diese glücklich zu machen, hat sie wenig Selbstbestimmung über ihr Leben. Als sie ein verlassenes Ei findet, beginnt sie dieses auszubrüten und rechnet nicht mit dem, was dort schlüpfen wird. Das „Küken“ stellt das gesamte Leben des Mädchens auf den Kopf und macht auch nicht vor der Familie halt.

Resümee zu HATCHING

HATCHING beginnt damit Tinja und ihre Familie vorzustellen. Sie alle wirken wie aus einem alten Werbespot für irgendein Waschmittel, mit den perfekten Klamotten in dem perfekt eingerichteten Haus in der perfekten Vorstadtsiedlung. Alles wirkt perfekt, bis die Mutter ihre Kamera ausstellt und das wahre Leben beginnt. Dort muss Tinja bis zur Erschöpfung Aufschwünge am Reck trainieren, damit sie einen der begehrten Plätze im Wettbewerb bekommt. Es wird schnell klar, dass eigentlich nur die Mutter Tinja in dem Wettbewerb sehen will und das Mädchen selbst nicht mehr viel Spaß am Turnen hat – aber der Mutter zuliebe trainiert sie bis die Hände bluten. Und damit zeigt sich bereits relativ früh im Film ein Aspekt, der immer weiter herausgearbeitet wird: Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Somit bewegt sich HATCHING nicht nur im Territorium von Horror und Coming of Age, sondern auch in dem von Dramen.

Hatching: Tinja sitzt vor dem Reck am Boden

Der Horror in HATCHING entwickelt sich langsam. Zunächst macht diese übertriebene Idylle ein leicht unangenehmes Gefühl und bald darauf wird eindeutig gezeigt, dass die Mutter nicht so sanftmütig ist, wie sie sich gern präsentiert. Obwohl es in dem Film ein echtes Monster gibt, konkurriert die Mutter von Tinja sehr mit ihm.
Unbehagen wird in dem finnischen Streifen zunächst mit Zwischenmenschlichem geschaffen, aber sobald das „Küken“ geschlüpft ist, wird eine große Menge an Ekel aufgefahren um das Unbehagen zu steigern. Auch hier fängt eher es eher gemächlich an und endet in Szenen mit Schleim und Erbrochenem. Auch der Körper des Küken sorgt für ein paar sehr unangenehme Bilder, so dass der Aspekt des Body Horror definitiv erfüllt ist.

Hatching: Es schlüpft

Eine Schwäche des Films ist definitiv, dass vieles vorhersehbar ist. Das macht HATCHING nicht schlecht, führt aber dazu, dass sich die knapp 90 Minuten teilweise ein wenig länger als nötig anfühlen. Dazu kommt dass es sich um einen wilden Genremix handelt, der einigen nicht gefallen wird. Den Fans von Drama ist zu viel Ekel eingebaut und den Gorehounds zu viel Fokus auf das Zwischenmenschliche gelegt. Hier soll aber angemerkt werden, dass dieser Mix gerade für ein Spielfilmdebüt ziemlich gut angelegt ist.

HATCHING erzählt ein Coming of Age das durchaus unterhaltsam anzuschauen ist, aber teils zu vorhersehbar ist. Trotzdem ist die Geschichte von Tinja spannend erzählt und lädt wegen ihrer überzeugenden Darstellung zum Mitfühlen ein. Wer knallharten und widerwärtigen Body Horror erwartet wird hier enttäuscht werden, wer sich aber auf die Mischung aus verschiedenen Genres einlassen kann, wird sicher Gefallen an HATCHING finden.

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