Review: HELLRAISER (2022)

hellraiser 2022
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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9/10 (1)

Darsteller: Odessa A’zion, Jamie Clayton, Adam Faison
Regie: David Bruckner
Drehbuch: Ben Collins, Luke Piotrowski, David S. Goyer
Länge: 121 min
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Leatherface, Michael Myers, Freddy, Jason, sie alle haben es hinter sich: Ein zeitgemäßes Remake/Reboot.
Pinhead und die anderen Zenobiten mussten zwar einige fragwürdige Sequels erdulden, doch der große Reset blieb ihnen bisher erspart. Als dann doch die Ankündigung kam, dass auch HELLRAISER frisch durchstarten soll, hielt sich die Begeisterung in Grenzen.
Doch die Verpflichtung von David Bruckner (THE RITUAL, THE HOUSE AT NIGHT) als Regisseur und ein starker erster Trailer, ließen auch Hoffnung zu.
Aber alle Ängste und Erwartungen bringen ja nichts, am Ende hilft nur sehen.

Warum geht es in HELLRAISER 2022?
Riley erholt sich gerade von ihrer Drogensucht, als ihr Freund Trevor sie dazu überredet, in ein Lagerhaus einzubrechen. Dort finden die beiden einen seltsamen Würfel. Nachdem sich Riley mit ihrem Bruder Matt streitet, gelingt es ihr diesen Würfel zu öffnen und kurze Zeit später ist Matt verschwunden.
Die Spur führt Riley zu Millionär Voight, dem letzten Besitzer der unheimlichen Box.hellraiser 2022 kritik

HELLRAISER 2022 ist alles andere als ein 1:1-Remake

Wer auf ein Wiedersehen mit Frank, Julia und Larry aus dem Original hoffte: das gibt es nicht.
Weder Darsteller noch Figuren wurden übernommen und auch auf der anderen Seite wurde Personal getauscht.
Pinhead ist als Galionsfigur wieder dabei, wird aber nicht mehr von Kultactor Doug Bradley, sondern Schauspielerin Jamie Clayton verkörpert.
Es sind also schwere Zeiten für Ewiggestrige Traditionalisten.

Aber eins nach dem anderen: die Story ist also neu und mancher Ansatz ist es auch. So ist der ominöse Würfel nicht immer ein Würfel, sondern nimmt auch andere Formen an, die jeweils eine Bedeutung haben und neigt dazu, denjenigen, der damit spielt, zu stechen/schneiden. Er ist und bleibt jedoch im wahrsten Sinne des Wortes ein Schlüsselelement.

Erhalten bleiben auch die schrecklich entstellten Zenobiten im SM-Look, auch wenn nur Pinhead wiederzuerkennen ist. Dass die Figur von einer Frau verkörpert wird, mag man als woke Anbiederung betrachten. Man kann aber auch die Literaturvorlage (Clive Barkers DAS TOR ZUR HÖLLE) heranziehen und nachlesen, dass Pinhead seit jeher ein androgynes Wesen ist.hellraiser rezension

Lässt man einfach mal alle Vergleiche außen vor, fällt auf, dass David Bruckner zu jenen Regisseuren zu zählen ist, die ihren Figuren Leben einhauchen. Es wäre ein Leichtes gewesen aus den gegebenen Zutaten ein flaches, blutrünstiges Spektakel um ein paar Hohlbirnen zu zimmern, doch Bruckner hat die Ambition eine ernsthafte Geschichte zu erzählen…die trotzdem blutrünstig ist.

Es geht auch ohne Doug Bradley als Pinhead

Das wertet HELLRAISER allemal auf, lässt ihn organischer wirken und atmen, macht ihn aber nicht perfekt. So gammelig der Dachboden 1987 aussah, so steril wirkt Voights extravagante Villa und CGI-Effekte (auch wenn sie technisch gelungen sind) saugen wieder das Leben aus dem Film.
Dazu kommen einige Längen in der zweiten Hälfte, aber auch ein gelungenes Finale.hellraiser odessa review

Man merkt es dem Text wohl an, dieses HELLRAISER-Reboot blamiert sich nicht (wie beispielsweise seinerzeit HELLRAISER: REVELATIONS), es ist aber auch nicht der Film, von dem ihr euren Enkeln erzählen werdet.
Gemessen daran wie viele schwache Fortsetzungen, Prequels, Semakes und Remakes verschiedener Franchises in den letzten Jahren auf den Markt getreten wurden, ist der HELLRAISER 2022 aber sowohl für sich genommen, als auch im Vergleich eine sehenswerte Angelegenheit geworden und auf David Bruckner sollte man weiterhin ein Auge haben.

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