Review: HUNTED – WALDSTERBEN (2020)

hunted waldsterben - review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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6/10 (1)

Darsteller: Lucie Debay, Arieh Worthalter, Ciaran O'Brien
Regie: Vincent Paronnaud
Drehbuch: Vincent Paronnaud, Léa Pernollet, Stephen Shields, David H. Pickering
Länge: 84 min
Land: , ,
Genre:
Veröffentlichung: 21. Mai 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Edel
FSK: ab 16

Bei HUNTED – WALDSTERBEN handelt es sich um eine belgisch-französische-irische Produktion und der aufmerksame Filmfan weiß, dass belgische Filme oft voller Irrwitz stecken, man den Franzosen eine gewisse Härte nachsagt und irische Filme gerne einen Hauch traditioneller Folklore beinhalten.
All diese Trademarks sind HUNTED anzumerken…und obendrauf noch eine angesagte Prise Öko-Horror und Feminismus.

Story:
Eve betreut ein Bauprojekt, ist nach Einschätzung ihres Chefs aber nicht durchsetzungsstark genug, weswegen der damit droht sie durch einen männlichen Kollege zu ersetzen.
Am Abend lernt Eve, die versucht in einer Bar den Kopf freizubekommen, zunächst einen aufdringlichen Schmierlappen kennen, der aber von einem freundlichen Gast vertrieben wird, den Eve wiederum sehr nett findet und bald mit ihm im Auto verschwindet.
Dort erscheint allerdings ein Komplize und die junge Frau erkennt, dass sie in großer Gefahr ist.
In der Folge nehmen die beiden Typen Eve im Auto mit in die Wälder, doch dort gelingt es ihr nach einem Wildunfall zu entkommen und eine Hetzjagd auf Leben und Tod entbrennt.hunted-waldsterben-rezension

HUNTED – WALDSTERBEN liegt zwischen Märchen, Öko-Horror und Survival

Der Film beginnt mit einer Geschichte, die eine Mutter ihrer Tochter an einem Lagerfeuer erzählt.
Darin geht es um eine Frau, die als Hexe von einem Priester geopfert werden sollte, dann aber von Wölfen gerettet wurde. Dass die Worte durch animierte Bilder unterstrichen werden, verstärkt das Gefühl, es mit einem Märchen zu tun zu haben und wenn wir danach Eve das erste Mal sehen, fühlen wir uns durch ihren roten Mantel an ein anderes Märchen erinnert: Rotkäppchen.

Die kommenden Szenen sind hingegen bodenständig und zeigen uns, wie Eve in die Katastrophe steuert. Erst wenn in der Fahrt durch den Wald ein Wildschwein ins Spiel kommt, das nahezu den Eindruck erweckt, planvoll vor den Wagen der Kidnapper zu laufen, wird man wieder an die Tiergeschichte erinnert.
Es wird nicht das letzte Mal sein, dass Eve unerwartete Hilfe erhält.
hunted-waldsterben kritik
Das Schöne an HUNTED – WALDSTERBEN ist, dass man den Film trotz der animalischen Helfer auch einfach als simplen Survival-Thriller sehen kann. Andererseits ist es nicht verboten, die beiden Männer (oder sogar alle Männer) als böse Wölfe zu sehen, die eine Bedrohung für Rotkäppchen darstellen oder natürlich die hilfsbereite Tierwelt mit der eingangs erzählten Lagerfeuerstory zu verbinden.

Viele Köche verderben den Brei

Viele Ansätze also und das mag der Tatsache geschuldet sein, dass gleich vier Drehbuchautoren mitwirkten, was selten ein gutes Zeichen ist. Wie „aus einem Guss“ wirkt HUNTED – WALDSTERBEN dann auch nicht und das Verhalten der Bösewichter ist zudem oft nicht nachvollziehbar.
Zwar muss man sagen, dass die Verfolgungsjagd durchs Unterholz hübsch brutal geraten ist und Eve, die eine äußerliche und mentale Transformation erfährt, gut gespielt wird.
Manche Elemente, wie beispielsweise Paintballspieler, die für eine kurze Szene wie aus dem Nichts auftauchen und auch wieder verschwinden, ergeben wenig Sinn (erklären aber den blauen Fleck auf Eves Gesicht).

Hunted-Waldsterben
Regisseur Vincent Paronnaud kennt man am ehesten für den Erwachsenen-Zeichentrickfilm PERSEPOLIS. HUNTED – WALDSTERBEN ist nicht nur sein erster Langfilm seit neun Jahren und sondern führt ihn trotz kurzer humoristischer Einlagen auch in ein neues Genre. So ganz scheint er da noch nicht angekommen zu sein, was aber auch für den Film selbst gilt, denn egal wie man ihn betrachtet, scheint er sich stets selbst im Wege zu stehen.

Allerdings sind gelungene Szene dabei und gerade Menschen ohne Genre-Scheuklappen können mit HUNTED eine gute Zeit haben.
Sucht man aber einen straighten Survival-Thriller, ist der unlängst erschienene ALONE die besser Wahl.

PS: Schade, dass man das abgefahrene und deutlich prägnantere Originalcover nicht übernommen hat.

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