Review: JACOB’S LADDER (2019)

jacob's ladder review 2019
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.0

Please rate this

4/10 (1)

Darsteller: David M. Rosenthal
Regie: Michael Ealy, Jesse Williams, Nicole Beharie
Drehbuch: Jeff Buhler, Sarah Thorpe
Länge: 86 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 3. Februar 2022 (VOD); 4. März 2022 (DVD+BD)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 16

Remakes von angesehenen Filmen sind naturgemäß ein schwieriges Thema.
Der 1990 entstandene Mystery-Horror-Mindfuck-Streifen JACOB’S LADDER war zwar kein großer Kinoerfolg sammelte in den kommenden Jahren aber eine Menge Fans um sich und wurde/wird auch von Kritikern geliebt.
Da ist es nachvollziehbar, dass Liebhaber des Films einer Neuverfilmung kritisch gegenüberstehen.

Story:
Jacob ist ein Chirurg in Atlanta, der zusammen mit seinem Bruder Isaac im Afghanistankrieg diente. Doch während Isaac dort starb, führt Jacob nach seiner Rückkehr ein nach Außen hin gutes Leben mit seiner Partnerin und seinem kleinen Sohn. Innerlich leidet er jedoch noch immer an den traumatischen Erlebnissen. Zunächst sind es nur „gewöhnliche“ Flashbacks, doch dann ereignen sich immer mehr gruslige Ereignisse, auf die Jacob keinen Reim hat.jacob's ladder 2019

Berufsverbot für Jeff Buhler?

Um diese Variante von JACOB’S LADDER einordnen zu können, muss man wissen, dass Jeff Buhler das Drehbuch schrieb. Der gleiche Buhler, der zwar für MIDNIGHT MEAT TRAIN verantwortlich war, aber auch Remakes von THE GRUDGE und FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE verunstaltete.
So wie Buhler es für eine tolle Idee hielt in FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE Elli statt Gage vor den LKW zu werfen, gönnt er sich auch in JACOB’S LADDER Freiheiten. Beispielsweise wurde aus dem Vietnamkrieg der Afghanistankrieg, aus New York Atlanta und während das Original 15 Jahre vor seinem Dreh spielte, befinden wir uns beim Remake im Heute.

Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen, denn wer will schon eine 1:1 Neuverfilmung? Doch ist der Originalfilm alles andere als selbsterklärend. Nicht alles löst sich auf, nicht alles wird erklärt, er funktioniert aber als Ganzes und baut eine dichte Atmosphäre auf, die gefangennimmt. Zudem sorgte das Verlegen der Handlung ins Jahr 1975 dafür, dass das Original bis heute nicht altmodisch, sondern zeitlos erscheint.jacob's ladder kritik 2019

Das neue Werk erscheint moderner, aber wie das mit modernen Dingen ist, sie kommen rasch aus der Mode. Und da der Film zwar schon 2019 in den USA erschien, aber erst zweieinhalb Jahre später bei uns, sind erste Alterungsprozesse schon auszumachen.

Was aber wichtiger ist, man fragt sich, ob die Macher den alten Film überhaupt verstanden haben, denn während prägnante Versatzstücke und Einzelszenen (wie die Badewannenszene voller Eis) noch da sind, wirkt der Streifen nicht stimmig.
Offensichtlich liegt der Fokus hier auf mehr Horror, weniger Mystery, doch es ist nicht damit getan, ein paar Gruselfratzen zu zeigen.

Diesem JACOB’S LADDER fehlt es an Atmosphäre

Wer nur in Schwarz und Weiß denkt, wird diese Neuverfilmung vermutlich am unteren Spektrum ansiedeln, aber wie immer macht man es sich damit zu einfach. Gerade wer das Original nicht kennt, hat kaum einen Grund JACOB’S LADDER 2019 für eine Katastrophe zu halten.
Technisch und schauspielerisch betrachtet muss man sich nicht schämen….

…anderseits auch nicht feiern.
Hauptdarsteller Michael Ealy macht nichts falsch, aber hat nicht die Individualität, die Tim Robbins mitbrachte. Die Effekte sind ok, aber die „shaking heads“ von damals siegen noch immer gegen die CGI-Einlagen von heute. Zuletzt fällt sogar auf, wie ungekünstelt man früher mit Nacktheit umging. während wir hier einer längeren Sexszene beiwohnen, deren größtes Anliegen es ist, nur nicht zu viel zu zeigen.jacob's ladder rezension 2021

Darüber hinaus mag man sich fragen, für wen JACOB’S LADDER eigentlich gemacht ist. Erwachsene Mindfuckfans werden den Film auch dann argwöhnisch betrachten, wenn sie auf Vergleiche verzichten und Jugendliche, die Tempo und Action suchen, aber die Aufmerksamkeitsspanne eines Tiktok-Videos besitzen, könnten von der Story doch überfordert sein.

Fazit:
Egal, wie man JACOB’S LADDER 2019 betrachtet: jemand sollte Jeff Buhler verbieten Drehbücher für Remakes zu schreiben, aber auch an anderen Stellen ist eine Acht- und Lieblosigkeit zu spüren, die verhindert, dass diese Version zum Original aufschließen kann. Aus dem gewollt fiebrigen Alptraum wurde ein ungewollt wirrer Film.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Facebook Comments