Review: KEIN LEBENSZEICHEN (Serie) (2021)

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Redaktion: 6.5

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Darsteller: Bojesse Christopher, Nicolas Duvauchelle, Nailia Harzoune, Garance Marillier, Finnegan Oldfield
Regie: Juan Carlos Medina
Drehbuch: Harlan Coben, David Elkaïm, Vincent Poymiro, Pauline Guéna, Nacim Mehtar
Länge: 247 min.
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 13. August 2021 (Netflix)
Verleih/ Vertrieb: Netflix

Die Serien-Verfilmungen von Harlan Cobens Thriller-Romanen sind seit einiger Zeit ein Netflix-Highlight. Keiner der bisher erschienenen Serien war ein Reinfall, vielleicht aber auch deshalb, weil beibehalten wird, was die Zuschauer sehen wollen. Ist ein immergleicher Ablauf also ein Erfolgsgarant? Jein!

Story

Guillaume dachte, er hätte einen Schlussstrich unter die schreckliche Tragödie gezogen, bei der die beiden Menschen, die er am meisten liebte, starben. Zehn Jahre später verschwindet Judith, deren Liebe sein Leben wieder lebenswert gemacht hat, plötzlich während der Beerdigung seiner Mutter und die Suche nach ihr wird zur permanenten Schnitzeljagt.

Der zurückhaltende Guillaume lebt dank seiner neuen Freundin Judith wieder ein schönes Leben. Beruflich ist er mit Leib und Seele Sozialarbeiter und bei seinem besten Freund und Chef angestellt. Die Aufgabe der Männer ist es, die Kids von den drogenverseuchten und gewalttätigen Straßen Frankreichs zu holen, um ihn einen guten Weg in die Zukunft aufzuzeigen.

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Guillaume ist hart gebeutelt, denn nach seiner großen Liebe Sonja musste er seinen Bruder und nun seine Mutter zu Grabe tragen. Was ihm noch bleibt, sind ein paar Familienmitglieder, die eher wie Todfeinde erscheinen. Hinzu kommt nun, dass Judith verschwunden ist, nachdem Guillaume ihr einen Antrag gemacht hat. Kalte Füße können nicht der Grund für ihr verschwinden sein, da sind sich die engen Freunde und er selbst bald sicher. Was nun folgt, ist eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wie man ein Rätsel löst.

Jede Figur bekommt ihre Zeit.

In den Serienverfilmungen von Harlan Coben wird in den ersten Episoden nie wirklich wert auf Eile gelegt. Jede Hauptrolle bekommt ihre eigene Folge und die Zuschauer sind im Stande, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen und Handlungen zu verstehen. Eben das macht es teilweise schwierig, einen scheinbar Bösen dauerhaft als solchen zu sehen. Jeder hat seine Gespenster und das macht KEIN LEBENSZEICHEN deutlich klar. Dank des überschaubaren Cast wird die Beleuchtung der Figuren auch nicht zu lang oder gar langweilig, das Timing passt.

Judith und all die Anderen.

Nach ein paar Serien, die auf den Büchern von Harlan Coben basieren, erkennt man ein immer gleiches Muster. Ein Charakter verschwindet spurlos, der Hero, der selbstredend zu Beginn ein kleines Licht ist, beginnt diese zu suchen, findet als Laie die pikantesten Details heraus und stößt auf weitere Geheimnisse. Dies verfolgt man mit dem Wissen, dass es Unfug ist, einen Fall wie in KEIN LEBENSZEICHEN ohne Polizeiliches Know-how auch nur annähernd lösen zu können, bleibt aber dran, denn spannend ist und bleibt die Serie. Eine Überraschung ist in jeder der Coben-Serien, in welche Abgründe das Thema eintaucht, es sind nie Szenen, die länger als drei Minuten andauern, aber es sind jene, die sich einbrennen und mit denen man nicht rechnet.

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Wie rasant das Tempo ab der Hälfte angezogen wird, zeigt sich in der Personen, die Guillaume ausfindig machen muss. Ist es zu Beginn noch seine Frau, werden es bald mehr Leute, die ihre Finger im Sumpf der Prostitution haben, ein Teil davon waren, in der Vergangenheit Schändliches getan haben, oder ganz einfach ein angeeignetes Leben führen. Auch üblich für Harlan Coben ist, dass es einen Punkt gibt, an dem die ganze Story so verworren und verschachtelt ist, dass eine komplette Auflösung absurd und unmöglich scheint. Gut ist aber, dass KEIN LEBENSZEICHEN diesen Punkt bietet, aber es mit hängen und würgen schafft, lückenlos aufzuklären.

Aufpassen!

Aufgrund der Zusammenhänge muss man KEIN LEBENSZEICHEN komplett sehen, am besten in einem Rutsch, die Zusammenhänge sind unmöglich zu begreifen, wenn man ein paar Folgen schaut, spult (was man nie sollte) oder eine Episode überspringt. Im Ganzen betrachtet gibt es keine großen Schwächen in KEIN LEBENSZEICHEN. Hier und da offenbaren sich ein paar Logikfehler oder einfache Dinge wie eine Handyortung, werden als Idee, eine Person zu finden, erst viel zu spät ins Spiel gebracht. Solche Haare in der Suppe lassen den Zuschauer zwar aufhorchen, verderben den Brei aber nicht.

KEIN LEBENSZEICHEN ist eine dichte und komplett abgeschlossene Mysteryserie, die unterhält, Spannung erzeugt und hält. Passend für eine Serien-Nacht oder auch, wenn man den vorherigen Serien KEIN FRIEDE DEN TOTEN oder ICH SCHWEIGE FÜR DICH etwas abgewinnen konnte.

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