Review: MEN (2022)

men cover 2022
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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6.5/10 (2)

Darsteller: Alex Garland
Regie: Alex Garland
Drehbuch: Jessie Buckley, Rory Kinnear, Paapa Essiedu
Länge: 100 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 21. Juli 2022 (Kino); 27. Oktober 2022 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Studiocanal, Koch Films
FSK: ab 16

Auf die Frage, wie man MEN mit einem Wort beschreibt, wäre „A24“ eine angebrachte Antwort. Denn MEN reiht sich ein in die schweren und schwierigen Filme, die man mit der Produktionsgesellschaft assoziiert: HEREDITARY, DER LEUCHTTURM, X, THE KILLING OF A SACRED DEER und EX MACHINA, auf den wir gleich zurück kommen.

Story:
Harper ist eine junge Frau, die sich alleine ein Landhaus mietet, um nach einer schwierigen Zeit zur Ruhe zu kommen. Ihr Mann starb nach einem Streit bei einem Unfall und auch wenn die Beziehung schwierig war, belastet sie das noch immer.
Doch mit Entspannung ist nicht zu rechnen, denn der Vermieter ist ein kauziger Typ, ums Haus schleicht ein Exhibitionist und auch alle anderen Bewohner des kleinen Ortes entpuppen sich als eigenartige Herren.MEN review 2022

Wann ist ein Mann ein Mann….

MEN, Männer, ist kein beliebiger Titel, sondern beschäftigt sich mit „dem starken Geschlecht“.
Dass hinter dem Buch (und auch der Regie) mit Alex Garland selbst ein Mann steckt, würde man aufgrund feministischer Untertöne gar nicht erwarten, aber Garland bewies mit Drehbüchern zu 28 DAYS LATER und THE BEACH oder Regie zum erwähnten EX MACHINA und ANNIHILATION schon immer Vielfältigkeit.

Nun, liebe Herren, wenn ihr gerade im speckigen Unterhemd vorm Review sitzt, neben euch die Ehrenurkunde des letzten Rülpswettbewerbs, während „die Olle“ euer Abendessen brät, dann kann ich euch so ganz Mann zu Mann sagen, dass der Film vermutlich nicht euer Ding ist. Nicht mal, weil Männer per se so schlecht dabei abschneiden, aber weil MEN schräg beginnt und mit der Zeit ins komplett Surreale abdriftet. Bei einem Film mit Steven Seagal wäre das nicht passiert.
Allerdings wird es auch zahlreiche Frauen geben, die MEN verschmähen.

Hauptdarstellerin Jessie Buckley spielte vor einiger Zeit in dem ebenfalls schwer verdaulichen I’M THINKING OF ENDING THINGS und man darf sich fragen, ob MEN nicht noch eine Spur abgefahrener unterwegs ist.
Allerdings spielt Buckley klasse, der Film verfügt über schöne Bilder und Horror gibt es auch.
Tatsächlich sind die Effekte sogar technisch einwandfrei und reichlich verstörend, aber vor allem in der zweiten Filmhälfte angesiedelt. Bis dahin setzt MEN auf die -auf anderer Ebene verstörenden- Begegnungen Harpers mit der Männerwelt.Men 2022 rezension

MEN ist mehr Kunst als Horror

Dass der Vermieter erwartet, dass sie verheiratet ist, ist sicher noch wenig befremdlich. Der Nackte im Vorgarten, der zudem ins Haus eindringen will, hingegen sehr. Und dass die Polizei dies als Lappalie abtut, stößt ebenso unangenehm auf, wie ein Priester, der ein gewisses Verständnis für häusliche Gewalt hat.
All das gipfelt in einem Finale, das man an dieser Stelle mit vielen Worten umschreiben könnte, das aber der gezeigten Skurrilität nicht gerecht würde.

Ja, MEN ist ganz typisch A24 und das bedeutet auch, dass der Schrecken oft persönlicher ist, manche Bestandteile aber auch eher in den Bereich der persönlichen Interpretation des Zuschauers fallen. Ob man daher die Seitenhiebe auf die Männerwelt als dezent versteckt oder überdeutlich präsentiert auffasst (ein Apfelbaum ist in seiner Symbolik schon arg platt) und wie man diese einordnet, bleibt im Auge des Betrachters.
men jessie buckley kritik
Fakt ist hingegen, dass dies ein Message-First-Film ist und der damit einhergehende Schrecken nur an zweiter Stelle steht. Dementsprechend sollte man sich auch gerade in der ersten Hälfte mehr auf die Charaktere als die Spannung konzentrieren, denn viel Thrill ist in MEN nicht zu finden.

Fazit:
Erwartungsgemäß ist MEN nicht für jedermann, sondern ein weiterer Film, an dem sich die Geister scheiden werden. Zwar hat man den Eindruck, dass Alex Garland genau das zeigt, was ihm vorschwebte, sich Jessie Buckley einmal mehr als großartige Schauspielerin zeigt und die Bodyhorror-Effekte 1a sind, aber Kunst wird hier größer geschrieben als Horror und Botschaft größer als Spannung.

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