Review: MISSING YOU (2016)

missing you mein ist die rache rezension
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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Darsteller: Jae-hong Ahn, Shim Eun-kyung, Kim Hong-pa
Regie: Hong-jin Mo
Drehbuch: Hong-jin Mo
Länge: 104 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 26. August 2022 (DVD+BD)
Verleih/ Vertrieb: Busch Media Group
FSK: ab 18

Ein Hoch auf den koreanischen Film, der in schöner Regelmäßigkeit spannende Thriller- und Horrorperlen hervorbringt….um dann in fernöstlichen Archiven vergessen zu gehen.
Wie zuletzt THE PHONE und THE WITNESS erscheinen diese Filme um Jahre verspätet auf dem deutschen Markt…und gehen auch hier leider oft unter.

Es ist nicht auszuschließen, dass MISSING YOU ein ähnliches Schicksal erleidet, an uns solls aber nicht liegen und an Busch Media, die in schöner Regelmäßigkeit die koreanischen Schubladen durchwühlen, auch nicht. Der Film selbst hat ein paar Schwächen, eines ist aber schnell klar, der romantisch klingende Titel führt in die Irre.missing you review

Worum geht es in MISSING YOU?
Fünfzehn Jahre, nachdem Hui-jus Vater von einem Serienkiller namens Ki-bum ermordet wurde, wird der Schwerverbrecher, dem man nur diese eine Tat nachweisen konnte, wieder aus der Haft entlassen.
Doch mit Ruhe ist nicht zu rechnen, denn nicht nur die inzwischen erwachsene Hui-ju, sondern auch Polizist Dae-young verfolgen den ehemaligen Sträfling auf Schritt und Tritt und dann ist da noch eine weitere Person, die mit ihm eine Rechnung offen hat…

Rache ist im südkoreanischen Kino ein gerne genommenes Thema und auch wenn nicht jeder Film die Qualität eines I SAW THE DEVIL hat, gibt es gute Gründe, warum verschiedene Menschen in MISSING YOU auf die Freilassung Ki-bums warten.
Der gibt indes einen tadellosen Bösewicht ab, was nicht nur an seinem Verhalten, sondern auch seinem Äußeren liegt. Scharfe Gesichtszüge und ein schier fettfreier, ausdefinierter und dadurch fast grotesk wirkender Körper machen ihn zu einem Blickfang, den man leicht hassen kann.

Rache von allen Seiten

Allerdings gibt sich der Schurke zunächst gar nicht schurkenhaft. Er misshandelt zwar eine Prostituierte, die Morde, die sich plötzlich um ihn herum ereignen, gehen aber nicht auf seine Kappe, obwohl sie seine Handschrift tragen.
Man kann also erahnen, dass seine drei Widersacher ihm etwas unterschieben wollen. missing you kritik

Dadurch ist schon mal für den nötigen Bodycount gesorgt, der sich durch einige Flashbacks vor Ki-Bums Verhaftung erhöht und da man ihn auch weniger subtil, sondern körperlich attackiert, enthält MISSING YOU ausreichend Action und Gewalt.

Was auffällt, ist die Rolle der Polizei, die im Film als extrem dämlich dargestellt wird. Auch das sieht hat öfters in koreanischen Filmen, bekommt hier aber viel Platz eingeräumt.
Allerdings bringt es die Handlung nicht weiter und durch viele Kriegs- und Nebenkriegsschauplätze, die nicht immer schlüssig erscheinen, verheddert sich MISSING YOU manchmal.

MISSING YOU hat starke Augenblicke, lässt aber ein konsequentes Drehbuch vermissen

Dort entstehen dann Fragen nach dem Wie (Wie bringt man eine Leiche in ein Hotelzimmer und drapiert sie dort?) und dem Warum (Warum greift man jemanden mit dem Messer an, bringt die Sache aber nicht zu Ende?)

Auf letzteres gibt es immerhin eine Antwort: weil man einen Plottwist einbauen wollte, der zwar ebenfalls unsinnig ist, aber mehr hermacht als den direkten Weg zu gehen.
Wer Twists liebt, einfach nur weil sie da sind und keine Fragen stellt, wird auch diesen lieben. Sobald man nachdenkt, verpufft die Effektivität aber.
Hier fällt schlicht auf, dass Hong-jin Mo, der sowohl für Regie, als auch Drehbuch verantwortlich war und beides zum ersten Mal tat, eine gewisse Unerfahrenheit anzumerken ist, die sich im Skript stärker niederschlägt, als in der Regiearbeit.
missing you 2016
Und so ist MISSING YOU eine zwiespältige Angelegenheit geworden.
Einerseits eine spannende Ausgangslage, intensive Momente, grimmige Kills und professionelle Action, aber andererseits auch verwirrend-sinnlose Momente, die Logik und glaubhaftes Verhalten mit Füßen treten.
Am Ende ergibt das einen passablen Film, der mit besserem Screenwriting ein starker Streifen hätte sein können.

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