Review: NIGHT CALLER (2022)

night caller 2022 review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.0

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3/10 (1)

Darsteller: Steve Railsback, Susan Priver, Bai Ling, Lew Temple
Regie: Chad Ferrin
Drehbuch: Chad Ferrin
Länge: 84 min
Land:
Genre: ,
Sonstiges: Hard:Line-Festival

In den letzten Jahren hat sich in einige Filme ein Trend eingeschlichen, der manchmal gar nicht auffällt und wenn doch zwar unrealistisch ist, aber oft nicht stört:
da sehen beispielsweise Kleidung und Frisuren aus wie aus den 70ern oder 80ern entrissen, doch die Figuren nutzen moderne Handys.

NIGHT CALLER ist ein weiterer dieser Streifen und wirkt auf den ersten Blick wie ein sleaziges Überbleibsel der frühen 80s, doch gleichzeitig stellt er klar, dass wir uns im Jetzt befinden.
Ach ja, brutale Frauenmorde gibt es auch, die sind ohnehin zeitlos.

night-caller hard-line

Ein paar bekannte Namen machen noch keinen guten Film

Story:
Clementine Carter ist Telefonseelsorgerin mit übernatürlicher Begabung. Als sich ein Serienmörder bei ihr meldet, kann sie seine Taten sehen, bevor sie geschehen.
Immer mehr wird sie in den Strudel der Gewalt hineingezogen, bis sie sich und ihren Vater schützen muss.

Das Thema hat seinen Reiz, wenngleich man den Eindruck hat, dass Story etliche Male erzählt wurde. Zumindest die besseren Versatzstücke bewegen sich zwischen PSYCHO bzw. aller weiteren von Ed Gein inspirierten Filme, MANIAC (1980) und italienischen Gialli. night caller 2022 rezension

Hinter NIGHT CALLER steckt Chad Ferrin, der als Regisseur, Autor und Produzent fungierte und schon lange im Business ist. Filme wie EXORCISM AT 60000 FEET, EASTER BUNNY KILL! KILL! Oder THE CHAIR sind allerdings keine Must-Sees. Wer aber den Untergrund schätzt, wird dem ein oder anderen Werk etwas abgewinnen können und das gilt auch für NIGHT CALLER.

Schnell wird klar, dass das Geld begrenzt war. Zwar dürfen Bai Ling (THE CROW, CRANK 2) und Lew Temple (31, THE WALKING DEAD) eine Nebenrolle einnehmen, der Film ist von Starpower aber entfernt. Man darf sich daher fragen, ob das ohnehin knappe Budget nicht an anderer Stelle besser investiert gewesen wäre.
Während der gesamte Look und  auch die Effekte zwar nicht nach Geld stinken, aber auch nicht trashig aussehen (Ausnahme: die Perücken, die sehen enorm albern aus), wirkt vor allem das Drehbuch unausgegoren.
night caller kritik

NIGHT CALLER mischt alt und neu, aber bleibt immer dem Untergrund nahe

Auch einzelne Szenen sind zu sehr in die Länge gezogen und schwach inszeniert. Spoiler: Wenn eine Frau gerade noch einer bedrohlichen Situation in einem Parkhaus entkommt und ins nächste Taxi hechtet, wäre sie wohl wachsam genug darauf zu achten, dass der Fahrer a) sich seltsam benimmt b) eine seltsame Route wählt. Der Zuschauer ahnt schnell Böses, aber statt aus dieser Suspense zu schöpfen, geschieht zu lange zu wenig und die Spannung verpufft.
Andere Szenen, wie das Finale, wirken zwar schräg, haben aber ihren Charme.

Fazit: Auch nach NIGHT CALLER wird Ferrin nicht vom Indie zum Mainstream wechseln und das ist auch gut so. Eine klarere Linie und kompaktere Inszenierung wären aber auch bei kleinem Budget drin gewesen.

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