Review: PREY (2022)

prey predator review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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7.7/10 (7)

Darsteller: Amber Midthunder, Dane DiLiegro, Harlan Blayne Kytwayhat
Regie: Dan Trachtenberg
Drehbuch: Patrick Aison
Länge: 99 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 05. August 2022 (Disney+)
Verleih/ Vertrieb: Disney+

Vor 35 Jahren wurde eine militärische Spezialeinheit in den Dschungel eines mittelamerikanischen Lands geschickt, um einen Minister zu suchen, dessen Helikopter von Rebellen abgeschossen wurde.
Was die Männer fanden, war jedoch eine außerirdische Kreatur, die es liebt zu jagen.
Der Film von dem hier die Rede ist, ist natürlich PREDATOR.
2022 sind wir mit PREY bei Teil 5 der beliebten Filmreihe angekommen und der ist anders, als man vielleicht erwarten konnte.

Worum geht es in PREY?

17. Jahrhundert. Naru ist eine junge Frau vom Stamm der Komantschen, die sich mit der klassischen Frauenrolle nicht abfinden will und lieber eine Jägerin und Kriegerin sein möchte.
Doch in den dichten umliegendes Wäldern ihres Volkes, treibt sich zur gleichen Zeit noch ein Jäger herum, auf den weder die Tierwelt, noch die Komantschen oder die weißen Siedler vorbereitet war…

prey 2022 predator

Zeiten ändern sich und PREY beweist das nicht nur dadurch, dass er die Handlung rund 300 Jahre vor PREDATOR legt, sondern statt den muskelbepackten Soldaten auch eine zierliche Frau in den Vordergrund stellt, die es zudem mit simplen Waffen gegen den interstellaren Hightech-Gegner aufnehmen muss.

PREY = PREDATOR 5

Dass Naru die Feuerkraft durch Fitness, Einfallsreichtum und Wendigkeit wett machen kann, beweist aber schon die Eingangsszene, die sie und ihren Stamm auf der Jagd zeigt.
Die Sequenz erinnert ein wenig an das Opening von DER LETZTE MOHIKANER (1992) und spätestens wenn die Musik einsetzt, fühlt man sich erneut an diesen erinnert.
Grundsätzlich aber keine schlechte Idee, denn dessen Score, Action und Kinematographie ist hervorragend und da Michael Manns Film auch schon 30 Jahre alt ist, wird ein junges Publikum die Anleihen nicht bemerken.
Auch PREY verfügt über schöne Bilder von Wäldern und Weiten und kann damit schon mal ein paar Punkte sammeln.

prey rezension

Hollywood kann starke Frauenfiguren, deren Gallionsfigur noch immer Ellen Ripley ist, sicher gut gebrauchen. Es war aber zu befürchten, dass man 2022 völlig übers Ziel hinausschießt und sich so woke gibt, dass es nervt. Lobenswerterweise wirkt Amber Midthunder, die Naru spielt, aber nicht künstlich in eine Rolle gequetscht. Ihr Anliegen ist nachvollziehbar, ohne dass sie feministische Reden schwingt, die es seinerzeit nicht gegeben hätte.

Die Darstellung der Komantschen als Ganzes ist dann aber doch klischeebeladen bzw. daneben. Aufwändige Körperbemalung tragen die Stammesmitglieder offenbar auch beim Kartoffelernten und es werden schon mal Adler aus 400 Metern Entfernung aus der Luft geschossen, weil man es eben kann.

Es geht auch ohne dicke Muskeln

Am Ende steht aber natürlich der Kampf zwischen Mensch und Predator im Vordergrund. Bevor es dazu vermehrt kommt, sehen wir im ersten Filmdrittel die beiden Spezies meist unabhängig voneinander durch Wald und Prärie streifen und jagen.
Das hätte es nicht unbedingt gebraucht, vor allem deswegen nicht, weil in dieser Phase viel CGI zum Einsatz kommt. Die Effekte sind nicht schrecklich, sie wirken aber auch nicht echt und gerade, weil PREY nicht in einer futuristischen Umgebung, sondern eben tief in der Vergangenheit spielt, kratzen unecht wirkende Schlangen oder Berglöwen am Gesamteindruck.

Wenn dann aber Jäger auf Jäger trifft, führt das erwartungsgemäß zu unschönen Konflikten mit viel Blutverlust. Wer Sorge hatte, dass PREY aufgrund seiner Disney-Zugehörigkeit eher an POCAHONTAS als PREDATOR erinnert, kann sich den Angstschweiß abtupfen, denn die Action ist zeitgemäß, die Brutalität zeitlos.

PREY wechselt immer wieder die Locations, die Art des Kampfes oder führt mit französischen Trappern eine weitere Kriegspartei ein und bleibt dadurch abwechslungsreich. Auch der Predator verfügt über einige Tools, die seine Leute in früheren Filmen nicht mitgebracht hatten (obwohl sein Schutzschild der Größe Cocktailschirmchen lachhaft ist).
Zwar ist die Action stellenweise überzogen, aber nicht absurd überzogen. Man hat daher nicht den Eindruck, dass hier die Gesetze der Physik am laufenden Band ausgehebelt werden, nur weil moderne Effekte dies erlauben würden.prey kritik 2022

Während erwartungsgemäß keine tiefen Charakterstudien vorhanden sind, bleiben Naru und ihr Hund allerdings die einzigen Figuren ist, mit denen man fiebert, während der Rest auf der Bildfläche erscheint und entweder austauschbar ist oder schnell wieder in kleinen Stückchen die Story verlässt.
Als Plus muss man vermerken, dass Regisseur Dan Trachtenberg (10 CLOVERFIELD LANE) verstanden hat, dass man im 21. Jahrhundert im Todeskampf keine coolen Oneliner oder Muckibudenmuskeln braucht und seine Heldin, die auch mal scheitern darf, so nonchalant einsetzt, wie auch der Filmtitel keinen Bezug zum Franchise aufweist.

Fazit:
In der PREDATOR-Reihe zählt PREY zu den stärkeren Einträgen und macht an vielen Stellen sein eigenes Ding. Die Kreatur ist natürlich trotzdem eine bekannte Größe, übertriebener Fanservice der Marke „wenn es blutet, können wir es töten“ wird aber wenig geboten.
Weniger (erkennbare) CGI wäre nett gewesen, so wie auch etwas Bezug zu den Figuren, am Ende liefert PREY aber mehr als man von einem 5. Teil normalerweise erwarten kann.

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