Review: SEARCHING (2018)

Searching: Cover

Die Suche nach einem verlorenen Kind ist ein wiederkehrendes Thema in Filmen. In SEARCHING findet diese Suche komplett auf Bildschirmen statt. Ähnlich wie UNKNOWN USER zeigt der Film von Aneesh Chaganty nur das, was auf den verschiedensten Bildschirmen gezeigt wird und ist damit ein sogenannter Digital Thriller. Das fängt bei dem Familien-Laptop mit Windows XP an, geht über Macbooks und iPhones und endet bei Berichterstattungen aus dem Fernsehen.

Searching: David sieht den Youcast von Margot

Inhalt von SEARCHING

Nach dem Tod seiner Frau lebt David Kim allein mit seiner Teenager-Tochter Margot. Als sie eines Tages spurlos verschwindet, beginnt eine verzweifelt Suche. Nachdem David sich auf ihrem Macbook einloggt, stößt er auf die Geheimnisse von Margot. Kann er sie gemeinsam mit der Polizei finden?

Resümee zu SEARCHING

Die Idee einen Film komplett auf technischen Geräten zu erzählen ist nicht ganz neu, aber noch nicht oft aufgegriffen worden. In SEARCHING ist dieses Konzept gut und stimmig umgesetzt. Während es am Anfang etwas seltsam ist, gewöhnt man sich schnell daran, dass die Geschichte von den Kims auf diese Weise erzählt wird. Da in der heutigen Zeit ohnehin viel Kommunikation über die Technik läuft und auch viele Erinnerungen so festgehalten werden, wirkt diese Erzählform authentisch.

Die grundsätzliche Handlung von SEARCHING ist nicht neu. Immer wieder suchen verzweifelte Eltern in Filmen nach ihren verlorenen Kindern. SEARCHING schafft es aber diese Geschichte erneut spannend und erzählenswert zu verpacken. Der Film beginnt mit einem dramatischen Ereignis, so dass man sich direkt gut in die Charaktere hineinversetzen kann und eine emotionale Bindung aufbaut. Auf diese Weise ist man in das Nachfolgende investiert – man möchte, dass David seine Tochter wiederfindet und das Schicksal der 16-jährigen ist einer nicht egal. Durch die viel über Facetime erzählte Handlung, fühlt man sich direkt einbezogen. Immerhin sieht es so aus, als würde David direkt zum Publikum sprechen.

Searching: David Kim

Auf der Suche nach Margot kommt es zu einigen eher unerwarteten Wendungen. Diese kommen vor allem in der zweiten Hälfte von SEARCHING auf, da in der ersten Hälfte der Fokus eher auf die Geheimnisse von Margot liegt. Die Wendungen machen allesamt Sinn und sorgen für Spannung, während in der Suche nach dem Teenie selbst nicht viel passiert.
Auch am Schluss gibt es einen Plottwist, der von Anfang an mit kleinen Hinweisen angedeutet wurde. Während er zunächst überraschend wirkt, fällt einer nach und nach auf, dass der gesamte Film darauf hingearbeitet hat. Hier wurde von den Drehbuchautoren Aneesh Chaganty und Sev Ohanian intelligent gearbeitet.

Die Hauptrolle in SEARCHING hat John Cho übernommen, der aus dem Remake von THE GRUDGE oder STAR TREK bekannt sein dürfte. Er spielt den verzweifelten Vater äußerst überzeugend und sympathisch, so dass man auf seiner Suche stets mitfiebert. Margot wird von Michelle La gespielt, die in SEARCHING ihre erste Rolle in einem Spielfilm übernommen hat.
Während der tatsächliche Dreh des Filmmaterials in 13 Tagen abgeschlossen war, dauerte die komplette Produktion von SEARCHING zwei Jahre. Das liegt daran, dass die Inhalte auf den Bildschirmen allesamt animiert und nicht einfach abgefilmt wurden. Die Investition lohnte sich allerdings, da die Animationen echt wirken und wahrscheinlich nur wenige Leute Fehler im Gezeigten finden können.

Searching: David sieht den gefälschten Ausweis

SEARCHING ist ein unterhaltsamer Film. Es gibt keine komplett originelle Story, aber die Handlung um die Kims ist trotzdem spannend und sehenswert.

Wer übrigens aufmerksam ist, kann während des Films viele kleine Hinweise finden, dass zur selben Zeit eine Alien-Invasion stattfindet.

Momentan ist SEARCHING auf Netflix zu sehen.

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