Review: SHADOW IN THE CLOUD (2020)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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3/10 (3)

Darsteller: Chloë Grace Moretz, Nick Robinson, Beulah Koale
Regie: Roseanne Liang
Drehbuch: Max Landis, Roseanne Liang
Länge: 80 min
Land: ,
Genre: ,
Veröffentlichung: 30, April 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Capelight
FSK: ab 16

Aus irgendeinem Grund scheinen es Gremlins auf Flugzeuge abgesehen zu haben.
Schon 1963 versuchte in einer Episode von TWILIGHT ZONE ein Mann an Bord einer Verkehrsmaschine seine Mitreisenden davon zu überzeugen, dass ein solches Monster die Maschine zerstören will.
20 Jahre später gab es ein Remake in UNHEIMLICHE SCHATTENLICHTER und selbst DIE SIMPSONS griffen den Stoff für eine Halloween-Episode auf.shadow in the cloud rezension

In SHADOW IN THE CLOUD reist eine junge Soldatin namens Maude Garrett mit einem rätselhaften Koffer von Auckland, Neuseeland nach Samoa. Der zweite Weltkrieg tobt und Maude fliegt an Bord eines Bombers zu ihrem Missionsziel. Die Besatzung hat jedoch nicht nur frauenfeindliche Sprüche übrig, sondern weist ihr auch den einsamen Platz in der Geschützkabine zu, von wo sie nur per Funk zu den Männern Kontakt halten kann.
Als sie von dort ein japanisches Kampfflugzeug sieht, glauben ihr die männlichen Soldaten nicht und vor allem glauben sie ihr nicht, als sie plötzlich durchgibt, dass sich ein aggressives Monster an Bord befindet.

SHADOW IN THE CLOUD ist ein Kammerspiel, spielt also fast nur in und um das Flugzeug und muss entsprechend auch mit allen Für und Wider leben. Konkret bedeutet das, dass wir als Zuschauer einen Großteil des Films alleine mit Maude Garrett auf engstem Raum verbringen und die Männer nur Stimmen im Kopfhörer sind.shadow in the cloud kritik

Action über den Wolken

Das ist nicht nur angesichts der Enge, sondern vor allen wegen frauenfeindlichen Sprüche auch als Beobachter unangenehm und vermittelt einen komprimierten Eindruck, was sich Frauen in Männerberufen oft anhören müssen.

Die eigentliche Bedrohung wird aber einerseits durch den besagten Kobold aufgebaut, der nach und nach das Flugzeug zerlegt, zum anderen durch japanische Flieger, die Jagd auf den Bomber machen.
Da Kammerspiele aber in ihrer Location begrenzt sind, werden weitere Wendungen eingebaut. Das sorgt dafür, dass kaum Langeweile aufkommt, auch weil zwischendurch sogenannte Dogfights mit gegnerischen Maschinen stattfinden oder Maude mit dem Gremlin kämpft.

Gespielt wird Maude von Chloë Grace Moretz. Die ist ein wenig wie die Veronica Ferres Hollywoods. Schon immer da und man hat in Erinnerung, dass sie mal was ganz Tolles gemacht hat, so richtig weiß aber keiner was das war und auch in SHADOW IN THE CLOUD ist sie nicht sonderlich auffällig.
Allerdings ist ihre Rolle dankbar, denn nachdem man sie anfänglich herunterputzt, sie als Frau als unfähig hingestellt wird und harsche sexuelle Sprüche folgen, nimmt sie schnell das Heft in die Hand.shadow in the cloud

SHADOW IN THE CLOUD ist Frauenpower

Der Feminismus in SHADOW IN THE CLOUD ist so präsent, dass alles weitere schnell in den Hintergrund rückt. Dazu muss man wissen, dass mit Roseanne Liang nicht nur eine Frau für Regie und Buch verantwortlich war, sondern ausgerechnet Max Landis, dem sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden, Co-Autor war. Landis ist formal nach wie vor in den Credits, im Grunde wurde er wegen dieser Vorwürfe aber gefeuert und das Buch erheblich umgeschrieben. So kann es nicht ausgeschlossen werden, dass vor diesem Hintergrund die Rolle der Frau gestärkt werden sollte.
Der Abspann zeigt nicht nur reale Soldatinnen, die im zweiten Weltkrieg der Luftwaffe dienten, auch Garrett (selbst Opfer häuslicher Gewalt) entwickelt sich rasch zur Heldin, die allen Typen zeigt, wo es lang geht.

Dagegen ist nichts zu sagen, die Filmwelt kann sowohl mehr Regisseurinnen als auch Heldinnen gebrauchen, es ist aber so, dass man hier übers Ziel hinausschießt. Nicht nur wirkt manche Actionszene unabhängig jeden Geschlechts unglaubwürdig. Hinweis: Wenn man aus einem fliegenden Flugzeug klettert, ist mit mehr Wind zu rechnen, als wenn man den Ventilator auf niedrigste Stufe pusten lässt.
Dass die Herren der Schöpfung als chauvinistische Idioten dastehen, darf man gerne so stehen lassen, wie unglaublich untätig diese gestandenen Soldaten sind, während Maude und nur Maude die Sache richtet, ist aber dämlich.

Fazit:
Man kann SHADOW IN THE CLOUD trotz der begrenzten Location nicht vorwerfen langweilig zu sein.
Die überdeutliche Message und das Gefühl, dass hier der klassische Kurzfilm-Stoff mühsam auf Spielfilmlänge gedehnt wurde, sorgen aber dafür, dass Maude Garrett am Ende doch nur Maude Garrett und nicht Ellen Ripley oder Sarah Connor ist.

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