Review: STUDIO 666 (2022)

Studio-666 foo fighters
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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6/10 (2)

Darsteller: Foo Fighters, Kerry King, John Carpenter
Regie: BJ McDonnell
Drehbuch: Jeff Buhler, Rebecca Hughes
Länge: 106 min
Freigabe: ab
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 24. Februar 2022 (Kino)
FSK: ab 16

Rock und Metal sind die Musik des Teufels.
Was wie Aberglaube aus dem Mittelalter klingt, war vor wenigen Jahrzehnten noch eine verbreitete Annahme. Bands und Musiker kokettierten mit den Klischees, fanden sich mitunter aber auch plötzlich vor Gericht wieder.
Dass eine Wechselwirkung zwischen harten Gitarrenklängen und dämonischer Besessenheit besteht, legt auch STUDIO 666 nahe, in dem die Foo Fighters um Frontmann Dave Grohl sich selbst spielen.

Story:
Für ihr zehntes Album suchen die Foo Fighters eine Veränderung. Statt in ein gewöhnliches Hightech-Studio zu gehen, verschanzen sich die 6 Musiker in einer leerstehenden Villa und basteln an neuen Songs. Zunächst leidet Mastermind Grohl an einer Schreiblocklade und eigenartigen Visionen, doch als er im Keller des Hauses ein unheimliches Buch findet, sprudeln die Ideen nur so aus ihm heraus….auch wenn er beginnt sich auf unschöne Weise zu verändern.studio 666 rezension

STUDIO 666 ist nur für Rockfans geeignet

Wer mal ein Musikvideo der Foo Fighters gesehen hat, weiß, dass die Band es liebt sich zu verkleiden und dort oft humorvoll vorgeht. Eine Verkleidung ist diesmal gar nicht nötig, da sie sich selbst mimen und mehr Schauspielkunst darf man auch nicht erwarten.
Spaßig, zuweilen klaumaukig, aber zunehmend auch splattrig ist der Film trotzdem geworden.

STUDIO 666 ist zu je einem Drittel Horrorfilm, Komödie und Musikfilm. Dabei baut er auf bekannte Motive, die man aus Werken wie RAGMAN bis DEATHGASM kennt und ist trotzdem kein Film wie jeder andere, was einfach an der Band liegt.
Es macht eindeutig Sinn, dass man etwas mit der Musik der Foo Fighters vertraut ist. Wem man erst erklären muss, dass Grohl mal bei Nirvana war und wer Andrea Berg, Bushido und Dieter Bohlen für Musik hält, wird mit STUDIO 666 keine Freude haben.studio 666 kritik

Man hat den Eindruck, dass der Streifen vor allem der Band selbst gefallen soll und eben noch den Fans. Cameoauftritte von Slayers Kerry King oder sogar Lionel Richie sind für Musikliebhaber noch erkennbar, wenn die sechs Protagonisten über die Grill-Künste der anderen lästern, klingt das aber wie ein Insidergag, der für die Allgemeinheit verpufft.
Apropos Gastauftritte: Horrorlegende und Musiker John Carpenter traut sich ebenfalls vor die Kamera und liefert obendrein einmal mehr einen seiner unverkennbaren Soundtracks ab.

Moshen im Gruselkeller

Ansonsten gibt es – wen wundert es – die Foo Fighters zu hören, die versuchen, einen epischen Song mit Überlänge aufzunehmen, dabei gänzlich neue dämonische Töne spielen, aber einfach kein Ende finden.
Böse ausgedrückt lässt sich das auch über den Film sagen, der ein paar Timingprobleme mitbringt.

Regisseur des Films ist , der sowohl im Spaß-Horror (HATCHET III), wie auch im Musikvideobereich (Slayer, Exodus) erfahren ist und damit grundsätzlich eine gute Wahl darstellt, im Erzählerischen gibt es aber durchaus Defizite.
Aus dramaturgischen Gründen hätte es gereicht, wenn die Band nur 3-4 Mitglieder hätte und auch, dass man mit Jeff Buhler (der Typ, der die Remakes von JACOB’S LADDER, THE GRUDGE und FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE versemmelte) einen etablierten Autor ins Boot holt, macht das Skript nicht zur Stärke des Films.

Was STUDIO 666 aber anders macht als Buhlers restliche Vita, ist dass er sich kein bisschen ernst nimmt. Die Klischees sollen hier geritten werden, das soll cheesy sein, es soll einen 80er-Touch haben und das letzte worum sich der Streifen bemüht ist Seriosität.
In diesem Kontext spielt es auch keine große Rolle, dass sowohl die handgemachten als auch die computergenerierten Effekte zwar ok, aber keine Meisterleistung sind.

Wenn Dave im Keller ein altes Tape und obendrein ein Buch entdeckt, das gewaltig ans Nekronomikon erinnert, ist das kein Ideenklau bei TANZ DER TEUFEL, sondern eine Verbeugung davor (selbst die blutende Glühbirne ist da) und es macht einfach Spaß, wenn (SPOILER) Grohl seinen Bandkollegen samt Gespielin beim Sex mit der Kettensäge in Stücke schneidet.
Da wir gerade beim Spoilern sind, diverse Mitglieder müssen die Band im Laufe des Films auf hässliche Weise „verlassen“. (SPOILERENDE)Studio-666 review

Eine bedingungslose Empfehlung kann für STUDIO 666 nicht ausgesprochen werden. Zum einen hat der Film ein paar Schwachpunkte, zum anderen dürfte er für Fans von Klassik, Deutsch-Rap oder Jazz nur mäßig relevant sein. Denen bleibt aber immer noch ein spaßig-brutaler Streifen, der eine 80s-Leichtigkeit mitbringt und 6 Punkte wert ist. Mit Blick durch die Rock-/Metal-/Foo Fighters-Fan-Brille ist aber locker ein Punkt mehr drin.

STUDIO 666 wird auf jeden Fall einen Platz in unserem Heavy Metal im Horrorfilm – Special bekommen.

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