Review: TEDDY – DAS TIER IN DIR (2020)

teddy review cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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5/10 (2)

Darsteller: Anthony Bajon, Christine Gautier, Noémie Lvovsky, Ludovic Torrent
Regie: Ludovic & Zoran Boukherma
Drehbuch: Ludovic & Zoran Boukherma
Länge: 88 min.
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 18. November 2021 (Digital TVOD)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 16

Werwölfe… kaum eine Geschichte um die fiesen Fellmonster blieb unerzählt, kaum ein Film konnte mit guter Verwandlung punkten und bis auf eine Handvoll, blieb auch kaum einer der Streifen in besserer Erinnerung. Nun will der französische TEDDY – DAS TIER IN DIR einen vollkommen anderen Weg gehen, als seine Vorgänger. Die Brüder Boukherma ließen sich von Monstergeschichten inspirieren, die ihnen früher von ihrer Mutter erzählt wurden, die ein großer Fan von Stephen King war.

Story

Teddy lebt bei seinem Onkel und dessen kranken Mutter, arbeitet in einem Massagesalon. Rebecca, die Freundin von Teddy arbeitet an ihrem Abschluss, den sie noch in diesem brennend heißen Sommer absolvieren möchte. Die Bauern, die ebenfalls mit der Hitze kämpfen, haben noch ein anderes Problem. Seit Monaten treibt ein Wolf sein Unwesen in den Wäldern und die Einheimischen sind permanent auf der Jagd nach dem Tier. Als Teddy im Wald unterwegs ist, wird er von dem Wolf angefallen und gekratzt. In den kommenden Wochen wird er immer mehr von tierischen Zwängen geplagt und sein Körper verändert… verwandelt sich.

Der junge Mann hat es nicht leicht, nicht nur, dass ihm der halt einer Familie fehlt, auch die trostlosen Aussichten auf eine gute Zukunft machen Teddy zu schaffen. Einzig die Beziehung zu Rebecca bietet eine Konstante, die für Teddy den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmacht. Das Paar könnte ungleicher kaum sein, Rebecca kommt aus einer wohlhabenden Familie und genießt eine gute schulische Ausbildung, während ihr Freund permanent damit beschäftigt ist, sein Raudi-Dasein zu untermauern. Kurzum… die beiden wären sich unter anderen Umständen niemals begegnet. Das bekommt Teddy zu spüren, als ihn seine Freundin zu Ihrer Schulabschlussparty einlädt und Teddy zwar geduldet aber nicht akzeptiert wird.

teddy - das tier in dir review 1

Veränderungen

Pépin, der Onkel, bemerkt einen seltsamen Geruch an Teddy, den er selbst nicht wahrnimmt. Gelüste wie Wurst anstatt wie sonst Cornflakes zum Frühstück, zeigen ebenfalls, dass Teddy eine Veränderung durchmacht. Aber er selbst nimmt es erst tatsächlich war, als es zum Liebesspiel zwischen ihm und Rebecca kommt, denn seine nun immer stärkeren animalischen Bedürfnisse kommen zum Vorschein. Auch körperlich zeigen sich allmählich Haare an stellen, an denen keine wachsen sollten, aber ein Besuch beim Arzt sagt aus, dass die Pubertät der Grund dafür ist.

Werwolf mal anders

TEDDY – DAS TIER IN DIR verzichtet von vornherein auf große Effekte oder schleimige Verwandlungen. Stattdessen wird Teddys Verwandlung in kleinen Dosen portioniert. Diese Art und Weise ist schlau, denn der Fokus wurde nicht auf ein pelziges Ungeheuer, sondern auf einen jungen Mann, der mit dem Drama seines Lebens kämpfen muss, gelegt.

teddy - das tier in dir rezension

Kleiner Spoiler: Wir bekommen kleine Spitzen geboten, in denen ein Haar auf dem Augapfel gezupft werden muss, was allemal unangenehm in der Vorstellung, aber noch schlimmer mit anzusehen ist, dabei bedarf es keiner Blutlache oder abgesägter Körperteile. Erst gegen Ende zeigt sich das haarige Monster zu Teilen, was vollkommen genügt und dem Tempo in TEDDY – DAS TIER IN DIR angepasst, hervorragend passt. Spoilerende

Ist TEDDY – DAS TIER IN DIR Horror oder Drama?

Der Horror liegt in Teddys Drama und seiner Ausweglosigkeit. Die wenigen Personen, die ihm nahe sind, bemerken zwar sein Dilemma, können oder wollen aber nichts dagegen tun. Dies wird klarer, da Pépin mehr zu wissen scheint, als er laut sagen würde. Er ist es auch, der Teddy bis ans Ende des Films begleitet. Wer hier also beinharte Werwolf-Action erwartet, wird zwangsweise enttäuscht. Einzig das Finale bietet eine härtere Gangart.

teddy -das tier in dir kritik

Teddy

Ein Antiheld wie er im Buche steht und absolut kein sympathischer Kerl, dennoch schafft es Anthony Bajon, den jungen Mann glaubhaft zu spielen, ja, man leidet mit ihm und wünscht Teddy insgeheim einen Ausweg aus seiner Lage, die sich langsam aber stetig verschlimmert. Die wenigen Darsteller scheinen manchmal etwas überzeichnet, was aber nicht störend auffällt und man notfalls auf die eigentliche Beschreibung einer Horror-Komödie schieben kann. Denn laut IMDb sollte TEDDY – DAS TIER IN DIR eine solche sein, was aber nur in winzigen Szenen zum Tragen kommt, oder als Charakterbeschreibung von Teddy und dem Cast zu werten ist.

TEDDY – DAS TIER IN DIR wird Horrorfans begeistern, die auf subtilen Horror stehen, nicht immer alles auf dem Silbertablett präsentiert haben möchten und gern mit Anspielungen auskommen. Wer unbedingt Massen von Blut und das Ausweiden von Körpern in einem Werwolf-Streifen sehen möchte, ist hier an der falschen Adresse. Insgesamt ist dies ein netter, gut erzählter Film im Werwolf-Genre.

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