Review: TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2022)

Texas Chainsaw Massacre 2022
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.5

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5.6/10 (41)

Darsteller: Sarah Yarkin, Elsie Fisher, Mark Burnham
Regie: David Blue Garcia
Drehbuch: Chris Thomas Devlin, Fede Alvarez, Rodo Sayagues
Länge: 81 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 18. Februar 2022 (Netflix)
Verleih/ Vertrieb: Netflix

50 Jahre nachdem ein VW-Bus voller Jugendlicher im ländlichen Texas die Bekanntschaft mit Leatherface, seiner Familie und seiner Kettensäge machen musste, zieht es wieder junge Leute in den Lone Star State.
Die haben dort eine alte, nahezu verlassene Siedlung gekauft und wollen mithilfe trendiger Investoren ein alternatives Leben aufbauen.
Dumm nur, dass einer der wenigen verbleibenden Besitzer ein hünenhafter Kerl mit Säge ist.

Wirklich los geht TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2022 ab Minute 18. Ja, man hat Zeit auf die Uhr zu sehen, weil der Mist vorher unerträglich und vor allem sinnfrei war, dazu gleich mehr.
Ab Minute 18 beginnt Leatherface mit dem Töten. Und das kann sich sehen lassen.
Der Gore-Anteil des Films ist hoch, technisch stabil und während im Originalfilm genau eine Person durch die titelgebende Kettensäge ermordet wurde, kommt hier tatsächlich eine Szene vor, die den Begriff TEXAS CHAINSAW MASSACRE rechtfertigt.

Darüber hinaus enthält der Film einige spannende Momente, in denen junge Frauen dem Schlachter beim Schlachten zusehen und versuchen nicht entdeckt zu werden (mit unterschiedlichem Ausgang).
Auch das ist völlig im grünen Bereich, doch damit endet die Freude.

texas-chainsaw-massacre review

TEXAS CHAINSAW MASSACRE hat hübsche Gewalttaten….und sonst nichts

War früher das Thema in Backwood-Filmen der Kampf zwischen Großstadt-Helden und Landeiern zugange, hat sich das Thema nun verlagert.
Bevor sich hier an der Horrorfront (und das ist die einzig relevante Front) etwas tut, erleben wir die woken Jugendlichen, die in ihrem modernen Wagen mit Autopilot anreisen. Eine von ihnen hat offenbar gerade ein Schulmassaker überstanden, die anderen sind komplett austauschbar.
Auf der Gegenseite sehen wir einen Redneck mit Schwitze-Shirt und Knarre am Gürtel, der einen rußigen Diesel-Pickup fährt. Klar, damit macht man sich 2022 keine Freunde und als in den leeren Gassen des Städtchens eine Südstaatenflagge weht und ein altes Muttchen „Neger“ sagt, ist die Kacke schon am Dampfen.
Im Unterton kämpfen also auch Lebensanschauungen gegeneinander, Pazifisten gegen NRA, Boomer gegen die Generation Z, Fridays For Future gegen Make America Great Again.
Das ist Terror pur.

texas-chainsaw-massacre kritik

Wie HALLOWEEN hat auch das TEXAS CHAINSAW MASSACRE – Franchise inzwischen diverse Timelines und wie HALLOWEEN (2018) ignoriert auch TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2022) alle anderen Filme außer dem Original.
Passenderweise hat man auch hier wie in HALLOWEEN (2018) eine grauhaarige Alte eingeführt, die großkalibrige Knarren mit sich führt und seit 50 Jahren darauf wartet abzurechnen.
Die Dame ist natürlich Sally Hardesty, einzige Überlebende aus dem Original und damit das Gegenstück zu Laurie Strode.
Wie Michael Myers ist auch Leatherface inzwischen Rentner und rechnerisch weit über 70, aber noch immer sportlich fit genug, um sich eine blutige Nacht um die Ohren zu schlagen.texas-chainsaw-massacre 2022 kritik

Glaubhaft ist das alles natürlich nicht, neu auch nicht und man möchte den Film dafür anschreien, dass er sich einerseits die Mühe macht, irgendwelche Plots und Subplots einzubauen, die aber derart belanglos und unbeholfen sind.
Fede Alvarez und Rodo Savagues, die in der Vergangenheit bewiesen, dass sie mit DON’T BREATHE ein nervenaufreibendes Stealth-Kammerspiel beherrschen oder auch einfach nur mit EVIL DEAD den kompromisslosen Splatter-Knüppel zücken, steuerten die Story bei. Beide Vorgehensweisen wären legitim, das was uns TEXAS CHAINSAW MASSACRE auftischen will, ist hingegen Unfug.

LET FREEDOM RING WITH A SHOTGUN BLAST

Das zeigt sich dann auch noch mal zum Finale, wo die doch von Schusswaffen traumatisierte Heldin zur Shotgun greift, denn wenn es sowas wie eine Message geben soll, lautet die wohl, dass in Texas nur eine Pumpgun eine Kettensäge besiegen kann (ein bisschen wie Papier-Steine-Schere).
Mehr Deppen-Pathos folgt in Form von einer Rettung-in-letzter-Sekunde-Zeitlupen-Aufnahme, zu der man auch „Chariots Of Fire“ hätte spielen können.

Man mag über Tobe Hoopers Originalfilm sagen was man will, aber die hitzige Atmosphäre war erdrückend. Die fehlt diesem Ableger nicht nur komplett, durch den permanenten Wechsel zwischen politisch korrektem Getue, Trauma-Drama, einzelnen Humor-Einlagen und gelungenem Horror findet er nie eine Spur.
Dass einem als Zuschauer die Figuren – und zwar sowohl die Teen-Hippster, als auch die einheimischen Bauerndödel – völlig schnuppe sind, schließt auch in dieser Hinsicht ein emotionales Mitfiebern aus.

Fazit:
Ja, TEXAS CHAINSAW MASSACRE hat seine gelungenen Momente und die erkennt man an den Szenen in welchen Leute brutal ermordet werden. Das ist aber nicht, was den Film idiotisch macht. Das ganze Drumherum sorgt dafür.

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