Review: THE DRY (2020)

the dry - die lügen der vergangenheit review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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Darsteller: Eric Bana, Genevieve O'Reilly, Keir O'Donnell
Regie: Robert Connolly
Drehbuch: Harry Cripps, Robert Connolly
Länge: 117 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 10. September 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: LEONINE
Sonstiges: Fantasy Filmfest Nights XL (2020)
FSK: ab 16

Jeder, der seinen Heimatort für längere Zeit verlassen hat und dann dorthin zurückkehrt, stellt vermutlich zwei Dinge fest.
1. Es hat sich wenig verändert.
2. Es hat sich viel verändert (nämlich man selbst).

So geht es auch Aaron Falk, der in die australische Kleinstadt reist, in der er aufwuchs.
Der Hintergrund ist tragisch, denn ein Jugendfreund soll seine Frau, sein Kind und dann sich selbst erschossen haben.
Da Aaron von Beruf Ermittler ist, geht er der Sache auf den Grund, reißt damit aber nicht nur frische Wunden auf, sondern wühlt zwangsläufig auch in der eigenen Vergangenheit und dem Grund, weswegen er damals die Stadt verlassen musste.

THE DRY bietet äußerlich viel Sonne, innerlich viele Schatten

Der Titel THE DRY, also Die Trockenheit, bezieht sich auf die Dürre, die in der Umgebung herrscht. Hier hat es seit fast einem Jahr nicht geregnet und für die Story ist das auch sinnbildlich zu verstehen, denn wenn wir die Flashbacks aus Aarons Jugend sehen, die er mit seinen Freunden an einem gemütlichen Fluß inmitten grüner Wälder verbrachte, verstehen wir auch, dass nicht nur die Natur seitdem verdorrte, sondern auch die Leben vieler Menschen.

Aaron wird gespielt von Eric Bana (HULK, WER IST HANNA?) und die Rückkehr wird ihm nicht leicht gemacht. Wir erfahren früh, dass nicht nur in der Gegenwart, sondern auch seiner Jugend eine Tragödie das Städtchen erschütterte und in beiden Fällen ist er mittendrin.
Doch erst nach und nach entblättert sich THE DRY und wirft uns bis zum Ende immer nur Häppchen der Erklärung hin.

Geschichten wie diese scheint es in ähnlicher Form öfter zu geben. In den USA wäre es wohl ein Südstaatenkaff, in Deutschland ein Bergdorf in den Alpen, wohin die Hauptfigur zurückkehrt. In allen Fällen darf das Klischee nicht fehlen, dass die Musik aufhört zu spielen, wenn der Rückkehrer in die lokale Kneipe tritt und ihn die Einheimischen anstarren.
So ähnlich geschieht es auch in THE DRY, trotzdem ist die Story um Nüchternheit bemüht und solide vorgetragen.

THE DRY ist mehr Drama als Thriller

Allerdings ist der Film trotz gewalttätiger Einschübe deutlich mehr Drama als Thriller und Spannung ist stellenweise so knapp wie Regen. Das bedeutet aber nicht, dass hier Langeweile herrscht, man muss sich nur auf die ruhige Erzählweise einlassen können.
THE DRY beruht auf dem Buch von Jane Harper (hier erschienen als HITZE) und es wäre denkbar, dass zumindest einzelne Elemente biographisch sind. In jedem Fall stehen hier die Figuren im Vordergrund und aufregende Action kann man bei diesen Temperaturen niemandem zumuten.

Wer sich gerne mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzt und die Jugend im Rückspiegel behält, während man sich fragt, was war und was hätte sein können, dabei aber einen bzw. hier sogar zwei Kriminalfälle zu schätzen weiß, wird auch THE DRY mögen.
Schauspielerisch und auch in der weiteren Umsetzung gibt es wenig zu meckern, die unaufgeregte Art und den hohen Dramaanteil muss man aber mögen.

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