Review: THE RENTAL – TOD IM STRANDHAUS (2020)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.5

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3/10 (2)

Darsteller: Dan Stevens, Alison Brie, Sheila Vand
Regie: Dave Franco
Drehbuch: Dave Franco, Joe Swanberg, Mike Demski
Länge: 85 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 14. Mai 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Edel
FSK: ab 16

Seid ihr nicht auch die fünf jungen Menschen leid, die am Wochenende zum Trinken und Vögeln in eine Waldhütte fahren, um sich dann ermorden zu lassen?
Obwohl dies eine bewährte Formel ist, die seit TANZ DER TEUFEL Anwendung findet, wird sie meist wenig originell auf typische Slasherfilme angewandt, sodass ein Maskenmann nicht fehlen darf.
THE RENTAL enthält ebenfalls viele dieser Elemente, wirkt dabei aber nie abgegriffen.

Mina und Charlie sind Geschäftspartner. Um dem stressigen Job zu entkommen, mieten die beiden zusammen mit ihren Lebensgefährten Michelle und Josh (der wiederum Charlies Bruder ist) für ein Wochenende ein luxuriöses Strandhaus.
Der Verwalter scheint eigenwillig, doch die Idylle macht schnell alles vergessen. Drogen, Alkohol und Geheimnisse sorgen jedoch nicht nur unter den vier Urlaubern für Konflikte, sie haben auch den Eindruck, dass sie beobachtet werden.the rental review

Horror ohne dumme Klischees? Es geht!

Zugegeben, die Inhaltsangabe liest sich, als kenne man all das zur Genüge, der Unterschied zu 50 anderen Filmen liegt schlicht darin, dass sich hier jemand Mühe gab, eine simple aber stimmige Rahmenhandlung und Charaktere einzubauen.
Die Protagonisten fühlen sich nicht wie Schubladen (die Schlampe, der Kiffer, der Coole, das Final Girl) an, sondern wirken wie Menschen. Auch Bausteine wie Alkohol und Drogen werden nicht nur zum Selbstzweck gezeigt, sie sind Teil der Geschichte und führen wohin.

Inwiefern sich THE RENTAL von CABIN FEVER, WRONG TURN und Co. abhebt, zeigt er aber auch an anderen Stellen. Die Schauspieler sind keine Berufseinsteiger: Dan Stevens (THE GUEST, APOSTLE), Alison Brie (GLOW, SCREAM 4), Sheila Vand (A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT) und Jeremy Allen White (SHAMELESS) sind gestandene Mimen.
Der Look ist wertig und das Haus im Wald ist tatsächlich keine Bretterbude, sondern auf einer traumhaften Location platziert.The-Rental rezension

Der Nachteil des Ganzen: der Film ist erwachsen und das sind auch die Figuren. Dies sind keine Collegekids mehr und eine durchzechte Nacht bedeutet, dass man tags darauf in den Seilen hängt. Zweifelsohne realistisch (und ebenfalls Teil der Handlung), wer aber einfach nur bumsfidele Partypeople beim Abnerven erleben will, sollte THE RENTAL meiden.
Dementsprechend braucht der Film, bis aus ein paar kleinen Zwischenfällen ein ungutes Gefühl, aus einem unguten Gefühl eine beklemmende Situation und aus einer beklemmenden Situation Panik wird.
Letztlich sorgt diese anfängliche Ruhe aber auch dafür, dass man als Betrachter mitfiebert.

Es mutet schon eigenartig an, dass RENTAL als Slasher bezeichnet werden kann, ohne typischer Slasher zu sein und dabei packend ist, ohne den üblichen Spannungsbogen zu nutzen.
Achtung Spoiler:
Kein übliches Final Girl, kein Mörder, der erschossen wird, dann aber noch mal aufsteht. Obwohl der Killer die typischen Trademarks mitbringt, wird er uns anders als üblich vorgestellt.
So ist der maskierte Fremde kein ehemaliger Klassenkamerad, der auf Rache aus ist, weil man ihm im Kindergarten in die Sandburg gepinkelt hat. Stattdessen scheint er einfach ein Voyeur zu sein, der seine Beobachtungen gegen die ihm fremden Opfer ausspielt, bevor er körperliche Gewalt anwendet.
Das ist eine dünne Erklärung, aber auch John Carpenter empfand es nicht als nötig Michael Myers in HALLOWEEN mehr Erklärung mitzugeben, außer dass er eben böse ist.the rental kritik

Der Spannung tut das ohnehin keinen Abbruch. Regisseur Dave Franco liefert hier zwar sein Regiedebüt, macht aber nicht gerade den Eindruck, als habe man es mit einem Rookie zu tun.
Das mag daran liegen, dass er dem Film nahesteht. Er selbst spielte über 50 Rollen und sein Bruder James ist auch kein Unbekannter.

Einige Kultfilme standen Pate für THE RENTAL

Dass er sich an Klassikern wie eben HALLOWEEN, SHINING, TEXAS CHAIN SAW MASSACRE (die Maske) oder neueren Filmen wie HEREDITARY oder IT FOLLOWS orientierte, ist mal mehr mal weniger zu spüren, vor allem aber in Gänze dort, wo er auf die zwischenmenschlichen Fragen eingeht. Man mag gar behaupten, dass es keinen anonymen Mord gebraucht hätte, um aus den persönlichen Konstellationen der vier Freunde einen spannenden Thriller zu stricken.

Vielleicht wäre das sogar die bessere Vorgehensweise gewesen, denn wenn man neben dem gemächlichen Beginn des Films Kritik üben will, dann wohl an der Geradlinigkeit des letzten Viertels. Hier kommt der Widersacher in Fahrt, tötet ohne Humor und coole Sprüche, erlaubt aber auch kaum Gegenwehr.

Fazit:
Auch wenn RENTAL ein paar Angriffspunkte für Kritik bietet, kann die fast nur subjektiv sein, denn dies ist ein professioneller, durchdachter Film mit Spannung und Härte, echten Schauspielern und glaubhaften Figuren.
Für Menschen, die Maskenkiller ohne Fremdscham-Faktor lieben, gibt es hier eine klare Empfehlung.

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