Review: THE TWIN (2022)

the twin kritik
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.0

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6.2/10 (5)

Darsteller: Teresa Palmer, Steven Cree, Barbara Marten
Regie: Taneli Mustonen
Drehbuch: Aleksi Hyvärinen, Taneli Mustonen
Länge: 104 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 28. Oktober 2022 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Leonine
Sonstiges: Fantasy Filmfest 2022
FSK: ab 16

Ein Autounfall verändert das Leben einer ganzen Familie. Dabei wird Nathan, einer der Zwillingssöhne von Rachel und Anthony getötet. Um ihrer Trauer Herr zu werden, zieht die Familie von den USA nach Finnland, doch dort beginnt Elliot, der zweite Sohn, sich eigenartig zu verhalten.

Das Thema Kindsverlust ist für Eltern selbstredend besonders bitter und ist daher natürlich auch im Horrorfilm gut aufgehoben. the twin review

THE TWIN setzt zusätzlich damit auf Düsternis, dass er den Film in die herbst-winterliche finnische Einöde verlegt, stellt Trauer und Verlust jedoch weniger in den Vordergrund als das zu vermuten wäre.

Stattdessen liegt der Fokus auf Elliot, der seinen Bruder nicht nur auf gewöhnliche Weise vermisst, sondern ein durch und durch ungewöhnliches Verhalten an den Tag legt. Der Verdacht, dass mit dem Kind was nicht stimmt, wird auch durch eine ältere Nachbarin namens Helen genährt, die einen Dämon in der Nähe Elliots zu erkennen glaubt. Dazu kommen finstere Träume von Mutter Rachel.
the twin rezension

THE TWIN bietet Bekanntes mit ansprechender Atmosphäre

THE TWIN ist ein finnischer Film mit internationaler Besetzung, gedreht in Estland. Das ist zumindest mal eine ungewöhnliche Konstellation, die jedoch alleine nicht zündet.
Die das-Kind-ist-böse-Thematik ist natürlich auch nicht neu, bis zum erklärenden Finale legt THE TWIN aber Spuren, die in verschiedene Richtungen führen und nachdem man erst einmal die Beerdigung mit lächerlichem CGI-Hintergrund hinter sich hat, erzeugen die skandinavischen Wälder und etwas angedeuteter Folkgrusel schon Atmosphäre.

Angsteinflößenden Horror sollte man zu keiner Zeit erwarten, aber die ein oder andere creepy Passage ist enthalten. Die Location ist ansprechend, die Schauspieler passabel und solange man nicht weiß, wie all die in den Topf geworfenen Zutaten schmecken, blamiert sich Regisseur/Autor/Chefkoch Taneli Mustonen (LAKE BODOM) nicht.

Doch dummerweise kommt irgendwann der Moment der Auflösung (ab hier pfeffern wir mit dicken SPOILERN) und hier stellt man nicht nur fest, dass man die verrückte Helen komplett aus dem Film hätte streichen können, sondern auch, dass der Rest der Story nicht nur versalzen schmeckt,  sondern in vergleichbarer Form auch schon öfters auf dem Teller lag.

Twin mit Twist

the twin 2022

Konkret: es gibt keinen Dämon, der es auf irgendwen abgesehen hat, Elliot existiert nicht mal und existierte nie. Stattdessen ist Rachel schlicht gaga und bildet ihn sich als einzige ein. Warum eine trauernde Mutter nach dem Tod ihres einzigen Kindes einen zweiten Zwilling hinzuerfinden sollte (was der Vater unterstützt), ist schon fragwürdig.
Fragwürdiger ist nur, dass vermutlich irgendwer den „tollen Twist“ loben wird, der aber beim nochmaligen Anschauen des Films plötzlich enorm lückenhaft und dämlich erscheint.
Andererseits: warum sollte man THE TWIN noch mal sehen wollen?
SPOILERENDE

Fazit:
Auch ohne den albernen Twist wäre THE TWIN nur Mittelmaß. Mit dem Twist beraubt er sich aber in Sachen Story jeder Existenzgrundlage.

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