Review: TUNNEL (2016)

tunnel review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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10/10 (1)

Darsteller: Ha Jung-woo, Doona Bae, Oh Dalsoo
Regie: Kim Seong-hoon
Drehbuch: Kim Seong-hoon
Länge: 121 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 16. April 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Busch Media Group
FSK: ab 16

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass man in Südkorea Qualitätskino beherrscht.
Offenbar ist aber ein Geheimnis, wie viele Filmperlen dort jahrelang schlummern, ohne dass sich wer bemüht hätte, diese nach Deutschland zu bringen.
Seit einiger Zeit kümmert sich Busch Media um dieses Anliegen und hat unlängst schon CONTAMINATION (aus dem Jahr 2012) und PANDEMIE (2013) veröffentlicht.
TUNNEL ist ein weiterer „alter“ Koreaner aus 2016, der spät zu einer deutschen Veröffentlichung kommt.tunnel rezension

Story:
Lee Jung-Soo ist Autohändler, Familienvater und auf dem Weg nach Hause, als er durch einen langen, neu gebauten Tunnel fährt, der plötzlich zusammenbricht. Er hat Glück im Unglück, denn obwohl das Auto zerstört und beide Ausgänge verschüttet sind, bleibt er in der staubigen Hölle unverletzt und kann sogar mit der Außenwelt telefonieren.
Sofort läuft eine Rettungsaktion an, doch die Umstände sind widrig und nicht nur der Handy-Akku, sondern auch die Nahrung wird knapp.

TUNNEL ist nicht DAYLIGHT

TUNNEL ist kein Horrorfilm, sondern ein Katastrophen-Thriller-Drama, welches real anmutet und an das chilenische Grubenunglück erinnert, bei dem 33 Bergleute verschüttet und durch langwierige Bohrungen aus 700m Tiefe geborgen wurden konnten.
Dieses reale Unglück findet im Film auch Erwähnung, trotzdem ist Lee Jung-Soos Fall fiktiv.tunnel kritik

Anders als DAYLIGHT mit Sylvester Stallone, der sich ebenfalls als Vergleich anbietet, enthält TUNNEL aber kaum Action sondern beschäftigt sich eher mit der Einsamkeit und Tristesse, die man durchlebt, wenn man alleine in der Tiefe sitzt.
Ein reines Kammerspiel ist der Film allerdings nicht geworden, denn parallel zu den Ereignissen „unter Tage“ sehen wir auch, wie die Rettungsarbeiten außen vorangetrieben werden.

Endlich mal Zeit für sich

Das ist gerade in der ersten Filmhälfte unterhaltend, sorgt aber für weniger Nervenkitzel als möglich gewesen wäre. Und obwohl sich der Protagonist immer wieder durch enge Öffnungen quetschen muss, entsteht keine bedrohliche Klaustrophobie wie etwa zum Beginn von THE DESCENT.
Vielmehr gewinnt man als Zuschauer den Eindruck, dass schon alles gut werden wird.
Die zweite Filmhälfte zieht dann aber noch mal an. Das Wasser wird knapp, die Einsamkeit wächst, Rückschläge häufen sich und plötzlich ist weder Lee Jung-Soo, noch der Rettungsmannschaft, noch dem Zuschauer klar, ob denn alles gut wird.tunnel busch media

Doch egal, in welcher Phase des Films wir uns bewegen, TUNNEL ist nie langweilig und zudem professionell. Ob es der Einsturz des Gewölbes auch tricktechnischer Sicht ist, die Methodik der Retter oder das Verhalten des Gefangenen, nichts wirkt maßlos überzogen oder unglaubwürdig.
Dass ein halbwegs realitätsnaher Film naturgemäß keine spaßigen Kills mitbringt, ist aber auch klar.

Für etwas Spaß sorgt aber ein tierischer „Mitbewohner“ in der Finsternis, sodass TUNNEL nicht gänzlich ohne Leichtigkeit auskommt.

Fazit:
Wer sich für Rettungsversuche aus schier ausweglosen Situationen interessiert, kann mit TUNNEL gute Unterhaltung finden.

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