Review: VIOLATION (2020)

Violation: Cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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Darsteller: Madeleine Sims-Fewer, Anna Maguire, Jesse LaVercombe, Obi Abili
Regie: Madeleine Sims-Fewer, Dusty Mancinelli
Drehbuch: Madeleine Sims-Fewer, Dusty Mancinelli
Länge: 107 Minuten
Land:
Genre:
Veröffentlichung: Fantasy Filmfest Nights XXL 2021

VIOLATION ist der erste Spielfilm des Regie-Duos Dusty Mancinelli und Madeleine Sims-Fewer. Die beiden haben ebenfalls das Drehbuch geschrieben und Sims-Fewer spielt die Hauptrolle. Der Film ist ein Leidenschaftsprojekt der beiden und mit recht schmalem Budget gedreht worden.
Mit viel Symbolismus und einem offensichtlich künstlerischen Anspruch wird hier das Subgenre des Rape&Revenge auf eine gewisse Weise neuinterpretiert. VIOLATION wurde auf den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights XXL gezeigt.

Violation: Miriam und Greta

Inhalt von VIOLATION

Miriam fährt gemeinsam mit ihrem Ehemann Caleb ihre Schwester Greta und deren Mann Dylan besuchen. Statt einer entspannten Zeit, erwartet Miriam jedoch ein traumatisches Erlebnis, dass ihr Leben für immer verändert und den Wunsch nach Rache erwachen lässt.

Vorweg: VIOLATION hat mit den Klassikern im Rape&Revenge-Genre relativ wenig gemeinsam. Während beispielsweise I SPIT ON YOUR GRAVE die Vergewaltigung beinahe schon zelebriert und sehr ausführlich zeigt, findet sie hier zwar nicht im Off statt, fokussiert aber eher auf das Empfinden von Miriam. Es wird still und das Bild zeigt Detailaufnahmen von Miriams Fingern, um ihren Zustand in der Dissoziation zu zeigen. Durch diese Aufnahmen kann man das Trauma von Miriam recht gut nachempfinden.

VIOLATION erzählt die Geschichte des Traumas der Protagonistin relativ ruhig. Es gibt viele Nahaufnahmen von beispielsweise Insekten. Auch die Natur, die die Hütte von Greta und Dylan umgibt, wird oft gezeigt. Die Art der Bilder und dem dazugehörigen Soundtrack erinnert stellenweise stark an die Filme von Lars von Trier, besonders ANTICHRIST. Diese Art von Film ist immer Geschmacksache. Einige finden diese Erzählweise großartig, andere hingegen extrem langweilig. VIOLATION ist definitiv kein Popcorn-Kino, das sollte man vorher wissen.

Violation: Miriam im Wald

Zeitweise langwierig

Die Handlung spielt in verschiedenen Zeiten, zwischen denen hin und her gesprungen wird. Das ist zunächst ein wenig verwirrend, allerdings kann man sie recht schnell anhand der Frisuren auseinanderhalten, sofern man ein wenig aufmerksam ist. Möglicherweise wäre eine lineare Erzählweise die bessere Wahl gewesen, denn viele Vorteile bietet sie im Fall von VIOLATION nicht.
Der Streifen hat viele Dialoge. Ein paar sind wichtig und essenziell für die Story, viele andere sind komplett belanglos. Hier hätte ein bisschen eingespart werden können, um ein paar Längen aus dem Film zu bekommen.

Die eigentliche Rache ist zwar ein wichtiger Bestandteil, aber im Fokus liegt trotzdem immer das Trauma von Miriam und wie sie damit umgeht. Es gibt ein paar sehr unangenehm anzusehende Szenen, wenn Miriam zur Tat schreitet. Aber das liegt vielmehr an der allgemeinen Atmosphäre und nicht an extremer Gewalt, die gibt es hier nämlich nicht.

Violation: Mann mit Tüte über dem Kopf

Handwerklich ist VIOLATION solide umgesetzt. Die Naturaufnahmen sind wunderschön und sorgen mit für die Atmosphäre des Films. Die Bilder sind toll, aber um dem Film ein wenig von der Langwierigkeit zu nehmen, wären ein paar weniger Detailaufnahmen auch in Ordnung gewesen.
Die schauspielerischen Leistungen sind überzeugend. Vor allem Madeleine Sims-Fewer macht ihren Job gut und stellt die verschiedenen Stadien von Miriams Traumabewältigung glaubhaft dar.

VIOLATION interpretiert das Genre des Rape&Revenge anders und stellt die Bewältigung des Traumas in den Vordergrund. Der Film hat einige Längen, die womöglich dem Arthouse-Stil zuzurechnen sind. Alles in allem ist er aber durchaus gelungen und sehenswert.

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