Review: WILLY’S WONDERLAND (2021)

Nicholas Cage hat sich im letzten Jahrzehnt einen eigenen Kultstatus erarbeitet. Nachdem er immer wieder als schlechter Schauspieler deklariert und für seine mittelmäßigen Performances in erfolglosen Kinofilmen heruntergemacht wurde, nahm die Hollywood-Größe ihr Schicksal selbst in die Hand. Statt zu versuchen, seinen ehemaligen Stand als Ausnahmetalent wiederherzustellen, entschied sich Cage dazu, von nun an nur noch Projekte anzunehmen, die ihm selbst Spaß machen, und auf die Stimmen der Kritiker zu pfeifen. Seither stehen einige der seltsamsten Horrorstreifen in seiner Filmografie, die die Filmgeschichte zu bieten hat, und er wird seither in der Szene als wahrer Horrorheld gefeiert. Mit WILLY’S WONDERLAND gelingt ihm das nun erneut, denn der Film könnte nicht trashiger sein und ist gleichzeitig wahnsinnig unterhaltsam. Als Hausmeister in einem ehemaligen Freizeitzentrum soll er eine Nacht lang die Räumlichkeiten wieder auf Vordermann bringen. Dabei ist ihm allerdings nicht bewusst, dass gefährliche Animatronics in dem Gebäude lauern, die nur darauf warten, über ihn herzufallen. Ein Horrorfilm mit flauschigen Robotern? Klingt doch hervorragend!

Darum geht es in WILLY’S WONDERLAND

Zu Beginn des Films lernen wir Nicholas Cages Charakter kennen, der scheinbar ziellos mit seinem Auto durch das Land fährt. Im gesamten Streifen wird sein Name nicht genannt, auch über seine Vergangenheit erfahren Zuschauer wenig. Als sein Auto den Geist aufgibt und er sich die Reparaturen nicht leisten kann, geht der verloren wirkende Mann einen Deal mit einem Mechaniker aus der Gegend ein. Er soll eine Nacht lang als Hausmeister in einem verlassenen Freizeitzentrum namens Willy’s Wonderland arbeiten und die Innenräume säubern. Im Gegenzug dafür würde der Besitzer dafür sorgen, dass sein Wagen durch den Mechaniker wieder fahrtüchtig gemacht werde.

Der Mann geht den Deal ein und wird kurz darauf in dem Freizeitzentrum eingesperrt. Was er allerdings nicht weiß, ist, dass er in dem Gebäude nicht allein ist, denn in den verstaubten Hallen leben acht Animatronics, die früher als Maskottchen gedient hatten. Nun scheinen sie jedoch ein Eigenleben entwickelt zu haben und auf der Suche nach Frischfleisch zu sein. Schon bald muss der neue Hausmeister feststellen, dass er gar nicht angestellt wurde, um seinen Job zu erledigen, sondern dass er als Opfergabe für die blutrünstigen Animatronics herhalten sollte. Wie wir Nicholas Cage kennen, lassen seine Charaktere solche Dinge selten auf sich sitzen. Es beginnt ein spannender Kampf ums Überleben, den der Hausmeister schon bald nicht mehr allein bestreiten muss. Eine Gruppe an Bewohnern der Stadt weiß nämlich über die Geschehnisse im Inneren Bescheid und kommt ihm über einen Lüftungsschacht zur Hilfe. Gemeinsam stellt sich das neu formierte Team der Herausforderung, um dem Grauen für immer ein Ende zu setzen.

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Der Trailer von WILLY’S WONDERLAND zeigt die Stimmung des Films perfekt.

Erste Kritiken zu WILLY’S WONDERLAND

Der Film hat eine relativ lange Entstehungsgeschichte, wodurch er bereits vor der Veröffentlichung einen gewissen Kultstatus erlangen konnte. Das Drehbuch von G. O. Parsons basierte auf seinem Kurzfilm WILLY’S WONDERLAND, der bereits 2016 erschien. Fans des Autors konnten sich also bereits einen ersten Eindruck von der Handlung machen. 2019 wurde das Konzept des Spielfilms in Angriff genommen, Nicholas Cage hörte von der Idee und war relativ schnell an Bord. Er übernahm dabei nicht nur die Hauptrolle, sondern wurde auch zum Produzenten. Die seltsame und witzige Handlung passt perfekt zu Cages anderen Projekten in den letzten Jahren, denn der Schauspieler bewies im letzten Jahrzehnt seine Vorliebe für schräge Horrorfilme mit außergewöhnlicher Storyline. Besonders die Streifen MANDY und DIE FARBE AUS DEM ALL machten ihn zu einem der beliebtesten Schauspieler in der Horrorszene. Bei beiden Filmen handelt es sich um Projekte, die wenig mit klassischen Slasher- oder Monsterfilmen zu tun haben. Stattdessen führen sie in eine fantasiereiche Welt ein, in der Traum und Wirklichkeit zu verschwimmen scheinen. Eigenartige Charaktere, bunte Farben und seltsame Ereignisse heben sie von den oftmals repetitiven Handlungssträngen vieler Horrorfilme ab, was ihren Kultstatus erklärt.

Mit WILLY’S WONDERLAND könnte Nicholas Cage nun ein weiterer Hit gelungen sein. Zwar wird der Film sicher nicht jedem gefallen, trotzdem konnte er einige gute Kritiken erlangen. Auf Rotten Tomatoes erhielt er einen Score von 61 %, was bei der Prämisse des Films nicht wenig ist. Das Magazin Variety lobte den Film dafür, dass er nicht zu verschleiern versucht, eine tiefgründige oder ernstzunehmende Handlung zu haben. Stattdessen würden Ironie und Humor an der Tagesordnung stehen. Dies scheint der Konsens der meisten Fans zu sein. Natürlich ist WILLY’S WONDERLAND nicht weltbewegend, aber der Film bietet, was er verspricht: jede Menge Action, dramatische Kampfszenen zwischen flauschigen Animatronics in Form von Schildkröten, Alligatoren, Sträußen und Co. in Plüschoptik und dem coolen Auftreten von Nicholas Cage. Zum Fürchten klingt das zwar nicht, das ist bei dieser Storyline aber auch gar nicht so wichtig.

Anspielungen an Alice im Wunderland

Ein weiterer Grund dafür, weshalb WILLY’S WONDERLAND schon frühzeitig unter Fans einen Kultstatus erlangen konnte, ist, dass er sich auf andere Geschichten aus Büchern, Filmen und Spielen bezieht und dabei auf eine bestehende Fanbase aufbaut. Als Allererstes fällt dabei der Name auf. Der Begriff „Wonderland“ stammt natürlich von Lewis Caroll ab, der mit seinem Roman Alice’s Adventures in Wonderland Geschichte schrieb. Kaum ein literarisches Werk wurde so oft aufgegriffen und bearbeitet, wie seine Erzählung über Alice, die durch ein Loch im Boden fällt und in einer fremdartigen, fantastischen Welt erwacht.

Mehr als zwanzig Verfilmungen und unzählige TV-Produktionen wurden bereits zu dem Thema gedreht, darunter auch die zwei Kinohits ALICE IN WONDERLAND und ALICE THROUGH THE LOOKING GLASS von Regielegende Tim Burton. Sogar in die Welt der Videospiele konnte die Romanfigur bereits eintauchen. Games wie das gleichnamige Alice in Wonderland oder Alice: Madness Return, das bei Origin gekauft werden kann, feierten große Erfolge auf den Konsolen und dem PC. Sogar einige Slots greifen das Thema auf und bringen die wundersame Welt in ihren Spielen unter. So kann Alice z. B. als Teil der 888 Slots gefunden werden. Das neu erschienene Spiel Alice’s Spin Party wurde ganz und gar der fantastischen Protagonistin von Lewis Carroll gewidmet. Im Slot wird sie mit dem klassischen blauen Kleid und Schleife abgebildet, die schon in Zeichnungen innerhalb des Romans zu finden sind.

Inwiefern nimmt jedoch WILLY’S WONDERLAND auf den Romanklassiker Bezug? Dabei spielt vor allem das Freizeitzentrum eine große Rolle. Der unwissende, neue Hausmeister taucht dabei ebenfalls in eine unbekannte Welt ein, in der nichts so ist, wie es scheint. Die freundlich aussehenden Maskottchen des Spielparadieses stellen sich schnell als gemeingefährliche Roboter heraus, die es auf ihn abgesehen haben. Dabei sind Absurditäten und verrückte Situationen vorprogrammiert. Kein Wunder also, dass sich der Autor das Wort „Wonderland“ von dem Roman ausgeborgt hat. Einige Fans entdeckten außerdem einige Gemeinsamkeiten zu der Spielreihe Five Nights at Freddy’s, in der eine ähnliche Handlung vonstattengeht. G. O. Parsons dementierte jedoch, seine Filmidee von den Spielen abgekupfert zu haben. Einige Zitate im Film sind jedoch Hommagen an andere Kultstreifen – man muss allerdings gut aufpassen, um sie zu erwischen!

Am 12. Februar 2021 ist WILLY’S WONDERLAND direkt für Video-on-Demand erschienen und kann derzeit bei Amazon gestreamt werden. Der Film ist allerdings nicht in der Flatrate des Streaming-Services enthalten, sondern muss geliehen oder gekauft werden. Wer Freude an absurden Horrorstreifen hat, in denen erneut Nicholas Cage als knallharter Kerl auftritt, sollte sich die paar Euros jedoch definitiv leisten!

 

 

 

 

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