Review: YELLOWJACKETS (Serie) (2021)

yellowjackets review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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7/10 (2)

Darsteller: Christiana Ricci, Juliette Lewis, Melanie Lynskey
Regie: diverse
Drehbuch: diverse
Länge: ca. 570min
Land:
Genre: , , ,
Veröffentlichung: 28. Dezember 2021 (Sky)
Verleih/ Vertrieb: Sky

Flugzeugabstürze nehmen selten ein gutes Ende.
In der (bisher) 10-teiligen Serie YELLOWJACKETS erfahren wir aber schon früh, dass einige der Mädchen, die in den 90ern in einsamen Wäldern abstürzten, die Katastrophe überlebten. Was wir noch nicht wissen: wie gelang ihnen das und welche schrecklichen Dinge mussten sie dafür ertragen?

Story:
Die Yellowjackets sind ein erfolgreiches Mädchen-Fußball-Team der Highschool. Auf dem Weg zu einem großen Turnier stürzt das Flugzeug über den dichten kanadischen Wäldern ab. Als sie merken, dass mit Hilfe nicht zu rechnen ist, arrangieren sich die Teenagerinnen und die wenigen männlichen Begleiter mit ihrem Schicksal, doch während ein Teil von ihnen noch immer gewöhnliche Jugendliche sind, müssen sie sich auch mit den Tücken der Natur auseinandersetzen.
Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Unglück führen die Überlebenden unterschiedliche Leben, doch die Ereignisse der Vergangenheit lassen sie erneut aufeinandertreffen.yellowjackets rezension

Zwischen Lagerfeuerromantik und Kannibalismus

HERR DER FLIEGEN, ROBINSON CRUSOE, LOST, CAST AWAY, ÜBERLEBEN, DAS MÄDCHEN…es existieren eine ganze Reihe Geschichten, in denen Personen in der Natur überleben müssen. Da mag man sich fragen, ob es eine weitere braucht, aber Platz für gute Geschichten ist immer und bei allem, was sich nach 10 Episoden sagen lässt, ist YELLOWJACKETS eine gute Geschichte.

Dass die in einer zweiten Staffel fortgesetzt wird, ist auch schon klar, daher verraten wir wohl nicht zu viel, wenn wir sagen, dass man mit Cliffhangern rechnen muss.

Bis es dazu kommt, werden wir aber Zeuge der jungen Yellowjackets und deren Teamdynamik, die anderthalb Jahre in der Wildnis überlebten. Thematisch sind wir natürlich immer im Spannungsfeld der genannten Vorbilder. Wir erleben, wie viele Menschen beim Absturz sterben, wie die dezimierte Truppe auf Wildtiere, Kälte und Hunger trifft, aber auch hoffnungsvolle Momente, in denen verschiedene Versuche unternommen werden, Hilfe zu holen oder Augenblicke in denen sich die Teens altersgerecht benehmen können und Party, Liebe oder Drogen genießen.
Eines ist bei dieser Serie aber stets gegeben: Licht und Schatten liegen eng beieinander und manchmal ist es ein kurzer Weg von Lagerfeueridylle hin zu einem brutalen Drogenrausch.Yellowjackets review erwachsene

Im Erwachsenenalter lernen wir Taissa kennen, eine lesbische, schwarze Politikerin; Altenpflegerin Misty, die bieder wirkt, aber vor nichts zurückschreckt; Shauna, die Eheprobleme hat und eine abgewrackte Natalie, die so ziemlich jedes andere Problem hat.
Gespielt werden diese Frauen von Tawny Cypress, Christina Ricci, Melanie Lynskey und Juliette Lewis.
Gerade die bekannteren Ricci und Lewis glänzen in ihren Rollen. Zwar überziehen es die Drehbuchautoren stellenweise mit kleineren Absurditäten, trotzdem nimmt man den Damen ihre Parts ab.

Zwischen den 90ern und Heute wird inhaltlich immer wieder gesprungen. Einiges, was in der Gegenwart passiert, scheint auf den ersten Blick keine Relevanz zu haben, aber schon gegen Ende der ersten Staffel zeichnet sich ab, dass es sich lohnt genauer hinzusehen.

In Sachen Genre lässt sich YELLOWJACKETS schwer einordnen. Klar, da ist Survival gefragt, auch Drama, sogar Romantik in Verbindung mit Coming-Of-Age, aber wir erleben auch eine Spur Mystery, denn eines der Mädchen scheint eine besondere Gabe zu haben, und gar nicht so selten setzt die Serie ansehnliche Brutalität ein.
yellowjackets nach dem absturz

YELLOWJACKETS ist das LOST dieser Generation

Was die YELLOWJACKETS aber hervorhebt, ist nicht alleine die Vielseitigkeit, sondern wie organisch sie diese Genreelemente verbindet. Obendrein gibt es schwule und lesbische Charaktere, aber wo viele Filme und Serien Randgruppen offenbar als notwendiges Übel in die Handlung pressen, um irgendwie woke zu erscheinen, passen sich die Protagonisten allesamt ins Bild ein.
Auch nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass das Hauptaugenmerk auf Mädchen und Frauen liegt (übrigens sind auch die Mehrzahl der verantwortlichen Regisseure weiblich), was abseits einer tussigen SEX AND THE CITY – Darstellung immer noch reichlich selten ist.

Etwas problematisch – das mag aber ein subjektives Problem sein – ist die Darstellung der Figuren damals und heute. Während man beispielsweise Misty aufgrund ihrer Charakterisierung sofort abnimmt, wer sie war/ist, machen es einem andere Figuren schwerer.

Insgesamt ist die erste Staffel YELLOWJACKETS aber eine gelungene Serie, die Genres, Figuren und Handlungsstränge mühelos miteinander verwebt. In ihrer Erzählweise gleicht sie wohl am ehesten LOST. Da bleibt allerdings zu hoffen, dass man früh genug aufhört und vor allem keine fragwürdige Aufklärung einbaut.

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