Review: ACCUSED: TÖDLICHE ÄHNLICHKEIT (2024)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5
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Darsteller: Chaneil Kular, Lauryn Ajufo, Nitin Ganatra
Regie: Philip Barantini
Drehbuch: Barnaby Boulton, James Cummings
Länge: 88 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 13. Februar 2025 (VOD); 27. Februar 2025 (DVD+BD)
Verleih/ Vertrieb: Ascot Elite
FSK: ab 16

Vor einigen Jahren wurde ein Hotelmitarbeiter von Gil Ofarim bezichtigt, dass dieser verlangt hätte, Ofarim solle seine Davidsternkette verstecken, wenn er einchecken wolle. Für den Hotelangestellten zog das Beschimpfungen und sogar Morddrohungen aus der Öffentlichkeit nach sich und wie wir heute wissen, entstand diese Hexenjagd aus einer Lüge des Musikers.

Dort ging es nur um Worte, in ACCUSED: TÖDLICHE ÄHNLICHKEIT geht es um Morde. Man kann sich also ausmalen, wie schnell auf aufgehetzter Mob zu Fackeln und Mistgabeln greift und was alles passieren kann.

Wovon handelt ACCUSED: TÖDLICHE ÄHNLICHKEIT?

Harri Bhavsar ist ein junger Engländer mit ausländischen Wurzeln. Als er für ein paar Tage den Hund und das Haus seiner Eltern hüten soll, entgeht er bei der Anreise am Londoner Bahnhof nur knapp einem Terroranschlag, doch am gleichen Abend taucht ein Foto von Harri in den sozialen Medien auf, das ihn mit der Tat in Verbindung bringt und dafür sorgt, dass ihm Menschen online…und bald auch offline nachstellen.

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Die Thematik, der ACCUSED nachgeht, riecht zwar nie nach moralisch erhobenem Zeigefinger, darf aber gerne als Kritik an der Online-Gesellschaft, aber auch einer Gift und Galle spuckenden Presse verstanden werden und spielt auf gleich mehrere Phänomene an, die es vor 30 Jahren nicht gab.

Hype, Hetze, Hexenjagd

Da wäre zum einen die Geschwindigkeit, mit der sich auf Basis von Halb- oder Unwahrheiten Hype oder Hetze aufbauen. Da wären zum anderen die Masse an Menschen, die nichts über dich wissen, aber dich von der anderen Seite des Internets aus zu kennen glauben. Da ist aber auch das Ungleichgewicht, dass sich hinter der eigenen Anonymität eines Fakeprofils (zumindest zeitweise) alles sagen lässt, während sich selbst über einen gewöhnlichen Typen wie Harri mit ein paar Klicks unangenehm viel herausfinden lässt.

Und so werden wir als Zuschauer quasi in Echtzeit Zeuge davon wie das Leben der Hauptfigur binnen Minuten zerbricht. Wie man seine Bilder teilt, wie Menschen ihre Wut über die Tat in ihren Kommentaren auf ihn projizieren und wie dieser Hass immer mehr Eigendynamik aufnimmt, bis man als Beobachter ganz sicher nicht in Harris Haut stecken möchte.

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Das Erstaunliche dabei ist, dass zu diesem Zeitpunkt zwar bereits ein unangenehmes Gefühl einer latenten Bedrohung erzeugt wurde, aber Harri noch immer im hübschen Haus der Eltern sitzt.
Achtung Spoiler:
Dort sehen wir aber, was währenddessen in seinem Umfeld geschieht, wie sich selbst seine Freundin zurückzieht und seine Wohnung demoliert wird.
Erst in der zweiten Filmhälfte wird ACCUSED physischer als jemand auch in seinem Elternhaus eindringen und brutale Selbstjustiz üben will.

ACCUSED kombiniert erstaunlich einfach Online-Terror und Home Invasion

Diese zweite Hälfte geht dann eher in eine vergleichsweise typische Home Invasion – Richtung, bleibt aber spannend und davon abgesehen, dass sich der junge Mann die neue Technik der Alarm- und Überwachungsanlage seiner Eltern zunutze macht, bleibt das Umherschleichen, Ausweichen, Fliehen und Bekämpfen der Eindringlinge gewohnt britisch bodenständig und verzichtet dementsprechend aus künstlich aufgesetzte THE PURGE-Partystimmung.

Wer allerdings auch und ausschließlich britische Härte im Stile von EDEN LAKE sehen möchte, findet diese nur in wenigen Momenten wieder, was dem Film aber nicht schadet.

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Man kann ACCUSED ankreiden, dass Harri nicht weiter charakterisiert wird, aber so wie wir die Gesichter des tobenden Internet-Pöbels nicht sehen, sondern nur übereilte Hassnachrichten lesen, ist auch ein Harri Bhavsar keine Einzelperson, sondern letztlich ein austauschbarer Typ, der einfach das Pech hatte am falschen Ort zu sein.

Fazit zu ACCUSED: TÖDLICHE ÄHNLICHKEIT

ACCUSED hat das Zeug dazu die kleine Perle zu werden, die von vielen übersehen wird.
In jedem Fall ist es ein Film, der ohne viel Aufsehen und vermutlich auch nur mit kleinem Budget schafft, einige aktuelle Themen mit spannend-glaubwürdigen Thrill zu kombinieren und vielleicht auch nochmals zum Nachdenken darüber anregt, allzu persönliche Details über einen selbst vom Internet fernzuhalten.

Hier kannst du dir ACCUSED: TÖDLICHE ÄHNLICHKEIT ansehen

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