Vermutlich erinnert ihr euch an JOYRIDE, in dem u.a. Paul Walker auf dem Highway von einem schlecht gelaunten Trucker verfolgt wurde. Der Film war von Steven Spielbergs Debüt DUELL inspiriert, der im Kern das Gleiche zeigte und in kargen Wüstenregionen spielte.
COLD ROAD spielt hingegen in einer Eiswüste und verlegt die Handlung ins frostige Kanada.
Wir haben mal geschaut, ob ihr mitfahren solltet.
Inhaltsverzeichnis
Die Handlung von COLD ROAD – EISKALTE RACHE
Tracys Mutter liegt im Sterben. Als sie davon erfährt, macht sie sich sofort mit Hund Pretzel auf die lange Fahrt durchs winterliche Nordkanada, um sich von ihr zu verabschieden. Doch auf den endlosen Highways ist ein gefährlicher Trucker unterwegs, der erst fast Pretzel überfährt und es dann auch auf Tracy abgesehen hat.
Trotz der genannten Filme, zwei JOYRIDE-Sequels und einem ähnlich gelagerten Segment in der Horror-Anthologie ALPTRÄUME, hätte COLD ROAD schon durch das veränderte Setting was werden können.
Doch leider fehlt es dem Film an Pferdestärken.
Die Action ist dabei gar nicht das große Problem, denn dass COLD ROAD keine durch die Luft fliegenden Trucks enthält und auch den unheimlichen Fahrer – wie seine Vorbilder – fast gänzlich anonym bleiben lässt, ist angemessen.
Was wir zu sehen bekommen sind zahlreiche Highway-Szenen, in denen Tracys Auto und der LKW aufeinandertreffen, was mal in einem Überholmanöver, mal in einem Anstupsen und mal in einer echten Bedrohung mündet.
An den Szenen ist nichts grundsätzlich falsch, sie sehen nicht aus, als würde jemand Matchbox-Autos auf dem Spielteppich herumschieben, sondern wurden vor Ort gedreht. COLD ROAD mangelt es aber an Dynamik und nach einer Weile hat man den Eindruck die gleiche Sequenz nun schon zum 4. Mal zu schauen.
Ein Film wie Sekundenschlaf auf der Autobahn
Dynamik fehlt auch Hauptdarstellerin Roseanne Supernault, die eine der uninspirierendsten Darstellungen der letzten Jahre liefert. Mit exakt einem Gesichtsausdruck für alle Lebenslagen ausgestattet fährt sie durch Eis und Schnee, weicht tödlichen Gefahren aus, beschäftigt sich am Telefon mit ihrer Beziehung daheim oder den Vorwürfen ihrer wartenden Schwester Eve.
Nun möchte man sagen, dass Tracy vielleicht einfach eine ziemlich abgebrühte Person ist und dass sie keine dauerkreischende Teenie-Tussie ist, spricht tatsächlich für die, aber mal ehrlich: ein paar Sorgenfalten mehr wären spätestens dann angebracht, wenn dich der 40-Tonner das erste Mal anrempelt.
Das selbst Hund Pretzel, der übrigens der Schwester des Regisseurs gehören soll, ein besseres Mienenspiel zeigt, spricht Bände. Der sitzt meist auf dem Beifahrersitz und nur selten fängt die Kamera beide zusammen ein. Wenn doch fällt auch da auf, dass Mensch und Tier keine Beziehung zueinander haben.
Wie oft in Filmen werden persönliche Angelegenheiten in unpassenden Momenten geklärt und so textet Eve ihre Schwester mit zwischenmenschlichen Angelegenheiten voll, beschwert sich über deren Beziehung und tut all das, was man nicht zum Gespräch machen würde, wenn die gemeinsame Mutter kurz vorm Ableben ist.
Das ist zwar schwach umgesetzt, ganz ohne Sinn sind die Dialoge allerdings nicht, denn die indigene Tracy hat sich offensichtlich räumlich und sozial von ihren Wurzeln entfremdet. Gleichzeitig wird im Laufe des Films deutlich, dass der LKW-Fahrer es auf indigene Frauen abgesehen hat und stets Alkohol am verwaisten Tatort zurücklässt, sodass es aussieht als wären die Opfer selbst von der Straße abgekommen.
Dass Tracy beispielsweise von der Polizei nicht geglaubt wird, darf man daher als Anspielung auf rassistisches Verhalten verstehen, während die Art und Weise wie die bedrängte Frau gegen den Trucker zurückschlägt nur durch entsprechende Ortskenntnis ihrer Heimat möglich ist.
Rassismus oder Sadismus als Motiv?
Bedauerlicherweise gilt auch hier wieder: gut gemeint, aber nie gut inszeniert.
So wie der Film zwar die schneebedeckten Weiten und die Isolation der Wälder zeigt, man als Betrachter aber weder Einsamkeit noch Kälte fühlt, verpufft auch dieser soziale Kommentar.
COLD ROAD hat eine FSK 12 – Freigabe, was zwar kein Qualitätsmerkmal ist, aber natürlich nahelegt, dass neben der fehlenden Spannung auch die grafische Gewalt gering bleibt. Tracy trifft dann auch nur einmal direkt auf den Widersacher, was zu Verletzungen führt, die aber 12-jährige nicht schockieren dürften.
Fazit zu COLD ROAD
Alleine das bedauernswerte Schauspiel der Hauptdarstellerin wäre ein Dealbreaker, aber COLD ROAD fehlt es an vielen Stellen und so kann der Film nie die simple Spannung seiner Vorbilder erreichen. Das Ergebnis ist nicht mal unsympathisch aber gänzlich uninteressant.
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FAQ
Ist COLD ROAD – EISKALTE RACHE sehenswert?
Nur mit viel Liebe zu kalten Highways. Die Verfolgungsszenen wiederholen sich, und Hauptdarstellerin Roseanne Supernault zeigt kaum Emotion. Fans von DUELL und JOYRIDE werden enttäuscht sein.
Wer spielt die Hauptrolle in COLD ROAD?
Roseanne Supernault spielt Tracy, eine indigene Frau, die sich auf den Weg zu ihrer sterbenden Mutter macht und dabei ins Visier eines gefährlichen Truckers gerät.
Hat COLD ROAD einen sozialkritischen Hintergrund?
Ja. Der Trucker hat es gezielt auf indigene Frauen abgesehen, und Tracy wird von der Polizei nicht geglaubt – eine Anspielung auf rassistische Strukturen in Kanada.










