COYOTES stellt ein Zusammentreffen der Horrorveteranen Colin Minihan und Justin Long dar.
Minihan ist Regisseur von GRAVE ENCOUNTERS, IT STAINS THE SANDS RED oder WHAT KEEPS YOU ALIVE. Justin Long spielte in den letzten Jahrzehnten in so vielen Horrorfilmen, dass man ihn – wäre er weiblich – als Scream Queen bezeichnen würde.
JEEPERS CREEPERS, TUSK oder BARBARIAN, Long musste viel einstecken und wird nun auch noch von Koyoten gebissen.
Wovon handelt COYOTES?
Liv und Scott führen mit ihrer Tochter ein angenehmes Leben in den Hollywood Hills, obwohl einige der Nachbarn seltsam sind und sie ein Rattenproblem im Haus haben.
Was wirkliche Probleme sind, wissen sie aber erst, als nach einem Stromausfall ein Rudel Koyoten durch die beschauliche Nachbarschaft streift und jeden attackiert.
COYOTES macht nicht viele Umstände. Weder ist der Titel eine Doppeldeutigkeit, noch sind die Tiere durch einen atomaren Unfall oder Ähnliches mutiert, wir sehen hier ganz gewöhnliche Koyoten, aber mit ungewöhnlicher Aggressivität.
Die Ideengebung ist leicht nachzuvollziehen, denn es ist nicht unüblich, dass sich die Tiere auf Nahrungssuche in die menschliche Zivilisation begeben und womöglich auch bei einem der Drehbuchautoren vorbeikamen.
Justin Long in COYOTES: Viel Mimik, wenig Timing
Allerdings fühlt sich COYOTES an, wie ein Koyote aussieht. Wie ein mittelgroßer Hund, der dir zwar problemlos in die Hand oder Wade zwicken, dich aber nicht in Stücke reißen kann.
Sprich, die Bedrohungslage ist trotz Strom- und Handynetzausfall nicht komplett nachvollziehbar und auch wenn es Hunde in meinem Bekanntenkreis gibt, die eine Türklinke betätigen können, ließe sich ein Koyote im Normalfall schnell aussperren statt wie im Film scheinbar willkürlich in alle Häuser und Räume zu gelangen.
Nun ist COYOTES ein Tierhorrorfilm und keine Doku, da muss man es mit Logik und Tierverhalten nicht zu genau nehmen, zumal er sich selbst gar nicht ernst nimmt und nach eigenen Aussagen eine Horrorkomödie ist.
Problem dabei: er ist nicht lustig. Kein Gelächter, kein breites Grinsen…allenfalls der Anfangssequenz lässt sich mehr als ein Anstandsschmunzeln abgewinnen.
Und dabei steht leider und unerwartet oft Justin Long im Mittelpunkt, dem man wohl mitteilte, dass er sein komödiantisches Talent auspacken soll, das aber nicht über Situationskomik oder gutes Timing löst, sondern versucht mit viel Mimik funny zu sein.
Weitere prominente Cast-Teilnehmer sind übrigens Kate Bosworth (BEFORE I WAKE) und Britanny Allen (IT STAINS THE SANDS RED), sowie Mila Harris (NO EXIT) als Tochter Chloe.
Bemerkenswerterweise ist die 15-jährige Harris, diejenige, die als einzige wirkt, als habe sie Spaß und mit der Leichtigkeit eines Teenagers spielt, während die etablierten Darsteller sich merklich schwertun.
Gore-Check: Ein paar Lichtblicke im Survival-Einerlei
Was schwarzhumoristischen Menschen gefallen könnte, ist allerdings der ein oder andere Kill, so sehen wir beispielsweise ein Opfer, das von dem Rudel im wahrsten Sinne des Wortes bis auf die Knochen abgenagt wurde, aber sich noch mit Scott unterhält und auch sonst hat der Film ein paar Schau- und Survivalwerte.
Vielleicht muss man COYOTES anrechnen, dass er darauf verzichtet den Tieren Superkräfte zu verleihen oder dem Tierhorror eine (auf der Hand liegende) Ökobotschaft beizumengen, wenn man allerdings sieht, dass das Autorentrio davor Langweiler wie THE PYRAMID oder THE EXPENDABLES 4 schrieb, sollte man von den Herren aber auch keine komplexen Gedanken erwartet.
Pathos, Piano, Logiklöcher
SPOILER: Im Gegenteil. Wenn Scott herausfindet, dass zwei im Haus eingesperrte Koyote-Welpen das auffällige Verhalten der Tiere auslöste, setzt er die beiden knuffigen Fellbündel nicht einfach vor die Türe, wo sie Eltern sie aufsammeln können, sondern baut sich einen Käfig, in dem er die Welpen geschützt nach draußen transportiert. Da das dem Autorenteam immer noch nicht reichte, verlässt er diesen Käfig auch noch, um die Jungtiere feierlich zu übergeben.
Zeitlupe und dramatisches Piano inklusive.
Selten wurde eine „Problem hier-Lösung dort“-Szene unnötiger aufgeblasen.
SPOILERENDE.
Gegen Ende werden dann auch noch ein paar familiäre Probleme gelöst („Es tut mir so leid“), von denen man als Zuschauer gar nicht wusste, dass sie vorhanden sind, aber auch die melodramatische Seite des Films zündet nicht.
Fazit zu COYOTES
Bei aller Kritik unsererseits kann man über den ganzen Film sagen, dass er insgesamt gar nicht furchtbar ist. Seine Schwäche ist vielmehr, dass er uninteressant ist und nichts von dem, was er sein möchte sonderlich gut macht.
Keine Szene wird hängenbleiben, kein Witz den Raum mit tosendem Gelächter füllen, nichts ist originell oder einzigartig. Stattdessen ziehen dann die oben genannten dürftigen Pathos- und Tränendrücker-Momente den Gesamteindruck noch weiter runter.
Inhaltsverzeichnis
FAQ
Ist COYOTES hart?
Der Film enthält einige ansehnliche Kills, die aber meist spaßig verpackt und nicht ernstzunehmen sind. Die FSK 16-Freigabe ist angemessen.
Beruht COYOTES auf Tatsachen?
Nein. Zwar kommt es häufig vor, dass Koyoten in Städten auftauchen, sie töten aber keine Menschen und Angriffe sind extrem selten.










