EVIL DEAD BURN (2026) | Filmkritik

Evil Dead Burn Filmplakat - Thrillandkill (Horrorfilme und Thriller)
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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4.8/10 (4)

Darsteller: Souheila Yacoub, Tandi Wright, Hunter Doohan, Luciane Buchanan, Erroll Shand
Regie: Sébastien Vaniček
Drehbuch: Sébastien Vaniček
Länge: 111 min
Land: ,
Genre:
Veröffentlichung: 24. August 2026 (VOD)
Verleih/ Vertrieb: Plaion
FSK: ab 18

Nur drei Jahre nach EVIL DEAD RISE kehren die Deadites mit EVIL DEAD BURN zurück und während die ersten drei Franchisefilme von Sam Raimi und mit Bruce Campbell in der Hauptrolle noch recht unterschiedlich ausfielen, kennt die Reihe seit dem Remake von 2013 nur noch den Weg nach vorne.
Hart soll es sein und ohne zu viel zu verraten: EVIL DEAD BURN ist hart.

Die Handlung von EVIL DEAD BURN

Nachdem ihr Mann Will nach einem Autounfall verbrannte, besucht Alice die Familie ihrer Schwiegereltern. Was sie dabei nicht weiß, Will hatte vor seinem Tod eine unheimliche Begegnung mit der aus EVIL DEAD RISE bekannten Jessica und nun breitet sich eine ungeahnte Boshaftigkeit in der Familie aus.
Natürlich spielt dabei einmal mehr das Necronomicon eine Rolle, aber auch ein „Kreis der weisen Männer“, der einen ominösen Dolch gefunden hat, mit dem sich das schier unaufhaltsame Böse effektiv bekämpfen lassen soll.

evil dead burn - ein deadite mit kopfstütze im Gesicht

Der Franzose Sébastien Vaniček führte Regie bei EVIL DEAD BURN und nicht nur sagt man dem französischen Horrorfilm in Erinnerung an die New French Extremity der 00er Jahre einiges an Brutalität nach, Vaniček hatte mit dem Spinnenhorror SPIDERS auch schon einen gelungenen Business-Einstand.

Sébastien Vaniček nach SPIDERS bei EVIL DEAD BURN

Wie das aber mit langlebigen Filmreihen so ist, es allen recht zu machen ist kaum möglich, denn die einen wollen Fortschritt, die anderen wollen auf gar keinen Fall Fortschritt.

EVIL DEAD BURN bietet diesbezüglich eine Mischung an, die Neues integriert, die Basis aber nicht vergisst.
Auch wenn man längst nicht mehr in Waldhütten unterwegs ist, sondern größtenteils im großzügigen Haus der Familie gemordet wird, hat dies einen auffallend schmutzigen Look.
Die Atmosphäre wirkt bedrohlich und die Geschichte wird wie die letzten beiden Teile ernst vorgetragen, bleibt aber bei einer einfachen Story, die mit kleineren Subplots gewürzt wird.

evil dead burn - die junge Witwe Alice durchlebt eine harte Zeit

Familie als Fluch und Segen in EVIL DEAD BURN

War beim Vorgänger Mutterschaft ein zentrales Thema, ist diesmal Familie als Ganzes ein wiederkehrendes Motiv. Und die kann – wie die meisten wissen – Fluch und Segen sein.
Im Film geht es dabei um oft um die kleinen Verborgenheiten: stille Erwartungen, gewalttätige Beziehungen, unausgesprochene Konflikte usw.
EVIL DEAD BURN liefert hierzu keine tiefen Erkenntnisse, geht auch nicht gerade philosophisch vor, baut verschiedene Konstellation aber im Stile eines EVIL DEAD-Films ein.

Während nicht alle Dialoge gelungen sind, ist ein gemeinsames Abendessen nach der Beisetzung positiv hervorzuheben. Diese Szene wäre auch ohne die sich hier bereits anbahnende Besessenheit unangenehm anzusehen, während sie unaufdringlich die Figuren und ihre Beziehung zueinander vorstellt.

Schauspielerisch zeigen übrigens vor allem Souheila Yacoub (CLIMAX) als Alice, sowie ihr Schwiegervater Edgar (Errol Shand (DEATHGASM)) Präsenz, das aber auf die ein oder andere Weise vor allem bei den derben Szenen. Wirkliche Nähe und Sympathie erzeugt der Film selten.

Evil Dead Burn - Sebastien Vaniceks Splatterfilm mit Deadite an der Decke

Ebenfalls wiederkehrend ist das Motiv des Feuers bzw. Hitze, denn das „Burn“ im Titel beschränkt sich nicht auf Wills Tod, sondern taucht mehrfach auf. Einmal direkt zu Beginn, wo die besessene Jessica einen See zum Kochen bringt und damit einen Angler verbrüht.
Denken wir an 2013 zurück, musste dort Mia den Duschboiler persönlich hochdrehen, um ein ähnliches Ergebnis zu erreichen.
In EVIL DEAD BURN haben die Besessenen also neue „Superhelden“-Fähigkeiten dazugewonnen, scheinen dafür aber auch einiges verlernt zu haben.

Die Deadites lernen dazu: neue Fähigkeiten in EVIL DEAD BURN

So erleben wir in einer späteren Szene (SPOILER), wie Alice verwandelter Schwiegervater vor einem Fenster wartet, dass seine Frau Susan ihn einlässt. Susan muss dazu allerdings von der ebenfalls verwandelten Großmutter Polly überzeugt werden.
Verbal.
Ja, das nennt man wohl Evolution.

Während sich die Deadites schon in der Vergangenheit durch das Nutzen von Werkzeug auszeichneten oder so taten als wären sie wieder gewöhnliche Menschen, verkommt EVIL DEAD BURN stellenweise zur Familien-Gesprächs-Therapie und der Film fällt vergleichsweise gesprächslastig aus.

Für die Szene am Fenster bedeutet das aber, dass man sich an einen Vampirfilm erinnert fühlt, bei der das Böse eine Einladung braucht. Seit wann denn das?
Übrigens ist auch Susans Rolle dabei absurd. Trotz allen beängstigenden Ereignissen, die davor bereits stattfanden, sucht die den Körperkontakt mit den Verwandelten, was von Umarmung zum Zungenkuss reicht. Wir verstehen die Metaphorik, aber ist ein EVIL DEAD – Film der Ort dafür?
(SPOILERENDE)

Souheila Yacoub als Alice versteckt sich in Evil Dead Burn

Eine andere Sache, die die Besessenen von früheren Filmen unterscheidet ist das aktive Akquirieren neuer Deadites. So ganz hat ohnehin niemand verstanden, wann sich die nächste Person verwandelt. Oft schienen Kratzer, Verletzungen, Ausscheidungen eine Rolle zu spielen, aber die Filme folgten selten einer strikten Regel. In EVIL DEAD BURN suchen die Verwandelten wiederholt den Austausch von Körperflüssigkeiten, um die Menschen zu ihresgleichen zu machen.
Auch das erinnert in gewisser Weise an Vampire und macht aus den stumpfen Bestien zunehmend überlegt agierende Widersacher.

Trotz dieser Neuerungen dominiert aber nach wie vor Angst und Gewalt. Die gute Nachricht hierbei ist, dass EVIL DEAD BURN wieder mehr auf nachvollziehbare Schmerzen setzt. Denn es sind nicht immer die größten Verletzungen, die Eindruck machen, sondern jene, die der Zuschauer mitfühlt.

Während beispielsweise den Einsatz der Gemüsereibe in EVIL DEAD RISE harmlos wirkte und das Makeup generell kein Highlight war, enthält EVIL DEAD BURN wieder mehr Augenblicke, die auch vom Sessel vor der Leinwand/Bildschirm aus schmerzen, wie etwa ein Stift, der einer Person ins Ohr gedrückt wird, das Klemmen von Fingern in einer Autotür oder das Schneiden mit einem gewöhnlichen Rasierer. Auch wenn der Film natürlich übertreibt, im kleineren Maßstab kennt jeder das Gefühl.

evil dead burn - der Schwiegervater wird zum Deadite

Feuer und Familie als wiederkehrendes Motiv

Was hingegen auf andere Weise weh tut, ist der Einsatz von CGI. Das läppische und unecht aussehende Filmcover deutete es bereits an und sah auch dadurch nicht besser aus, dass einige darin eine Hommage an Sam Raimis DRAG ME TO HELL erkennen wollten. Mal ganz davon abgesehen, dass es keinen Grund dafür gibt, den sehenswerten DRAG ME TO HELL ausgerechnet mit seinen schwachen Momenten vorzuführen.

Dass heute kaum noch ein Film ohne ein paar digitale Tricksereien auskommt, ist dabei kein Geheimnis. Die Frage ist nur, wie offensichtlich diese sind.
(Nochmals SPOILER) Wenn Alice am Ende von einer Flammengestalt verfolgt wird, ist leider sehr offensichtlich, dass Sébastien Vaničeks Team den Computer anwarf. Gerade für diese Filmreihe, aber eigentlich auch jeden ernsthaften Splatterfilm, ist das unwürdig. (SPOILERENDE).

In der gleichen Szene findet sich aber auch wieder ein Lichtblick, denn die Kettensäge, die zuletzt sogar in einem Hochhaus in Los Angeles anzutreffen war und damit in die Kategorie „aufdringlicher Fanservice“ fiel, wird hier lediglich kurz gezeigt, aber nicht verwendet.

Fazit zu EVIL DEAD BURN

Eine Enttäuschung kann man EVIL DEAD BURN nicht nennen, denn über weite Teile gibt er Fans das wofür die Reihe steht, ohne nur wie eine Checkliste raffgieriger Filmemacher zu wirken. Den Fanservice zu reduzieren, die spürbaren Schmerzen zu erhöhen und auch Elemente wie den Dolch(wieder) einzuführen, geht völlig klar. Am besten ist der Film dann, wenn er aufs Gas drückt und sich nicht mit Erklärungen und Gerede aufhält.

Gleichzeitig integriert er aber auch Veränderungen, die weder innerhalb der Reihe, noch innerhalb des Films stimmig erscheinen. Er geht an unglaubwürdigen Stellen auf toxische Familie/Beziehungen ein, hängt das Thema generell zu groß auf und erschafft damit Szenen, die deplatziert wirken und die es für einen großartigen Film gar nicht gebraucht hätte. Wer braucht fünf Minuten vor Ende noch einen Flashback auf Alice‘ unglückliche Beziehung, die bis dahin verschiedene Male erklärt wurde?

Unterm Strich bleibt es daher dabei, dass das EVIL DEAD-Franchise noch nie einen schlechten Output hatte. EVIL DEAD BURN gehört aber trotz hübscher Einfälle zu den schwächeren.

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FAQ

In welcher Reihenfolge steht EVIL DEAD BURN im Franchise?

EVIL DEAD BURN ist der sechste Teil der Reihe und nach dem Reboot von 2013 sowie EVIL DEAD RISE (2023) der dritte eigenständige Film ohne Ash-Williams-Bezug. Einen kleinen Bezug zum Vorgänger gibt es, man muss aber weder RISE noch einen anderen davon kennen. Der Film erzählt eine abgeschlossene Geschichte, greift aber das bewährte Grundmotiv um das Necronomicon und die Deadites auf.

Wer steckt hinter EVIL DEAD BURN?

Regie führte der Franzose Sébastien Vaniček, der zuvor mit dem Spinnen-Horror SPIDERS (VERMINES) einen gefeierten Einstand gab. Produziert wurde der Film erneut von Franchise-Schöpfer Sam Raimi und Rob Tapert. Die Hauptrolle der Witwe Alice spielt Souheila Yacoub, bekannt aus CLIMAX.

Wie brutal ist EVIL DEAD BURN?

Sehr. Der Film wird als härtester und gnadenlosester Teil der Reihe beworben (worüber sich diskutieren lässt), und Regisseur Vaniček wollte nach eigener Aussage bewusst einen Film machen, der wehtut. Die Gewalt ist drastisch und körperbetont, der Look schmutzig.

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