Auch Hundeliebhaber schauen Horrorfilme und stellen sich dabei die Frage „überlebt der Hund?“. Einen Horrorfilm rein aus der Sicht des treuen Begleiters gab es aber bisher noch nicht. Das ändert sich mit GOOD BOY – TRUST HIS INSTINCTS, der übrigens nicht mit GOOD BOY von 2022 zu verwechseln ist.
Da in der Thrill & Kill – Redaktion eine Handvoll der Pelzgesichter unterwegs sind, mussten wir uns den Film natürlich ansehen.
Wovon handelt GOOD BOY – TRUST HIS INSTINCTS?
Retriever Indy zieht mit seinem lungenkranken Herrchen Todd von New York City in das abgelegene Haus seines verstorbenen Großvaters.
Aber während sich Todds Gesundheitszustand auch auf dem Land nicht verbessert und sich seine Schwester um ihn sorgt, ändert sich sein Verhalten und er wird zunehmend aggressiv.
Den Grund kann allerdings nur Indy erkennen…
Wer sich schon einmal fragte, warum der eigene Hund aus heiterem Himmel und scheinbar ohne Anlass bellt oder im Schlaf wufft und rennt: GOOD BOY liefert die Antworten….auch wenn sie euch nicht gefallen werden.
Denn schon zu Beginn des Films wird klar, dass Indy schemenhafte Gestalten sehen kann und im Laufe des Films kommen weitere unheimliche Begegnungen hinzu, die Todd und den Menschen verborgen bleiben.
Filmemacher Ben Leonberg, der neben der Regie auch das Buch beisteuerte und nahezu jede andere relevante Rolle in diesem Projekt übernahm, ist zudem der echte Besitzer von Indy (der übrigens auch im wahren Leben auf diesen Namen hört). Nach rund 15 Jahren der Kurzfilmerei ist GOOD BOY sein erster Langfilm und nicht nur deswegen ungewöhnlich, weil ein Hund der Hauptdarsteller ist, dem die Geschichte nonstop folgt, sondern auch weil Menschen zwar stattfinden, aber ähnlich wie man das aus PEANUTS oder einigen Folgen TOM & JERRY kennt, größtenteils gesichtslos oder unfokussiert und somit wortwörtlich am Bildrand bleiben müssen.
Menschen sind Nebensache
Durch seine besondere Kameraarbeit und Perspektivenwahl erinnert Film an andere jüngere Experimente wie IN A VIOLENT NATURE oder SKINAMARINK. Das gilt insbesondere für optische Elemente, aber auch die Narration, die sich dem Zuschauer nur durch konsequente Beobachtung erschließt, ohne dass hier ein Geisterjäger oder ein schlauer alter Mann den Erklär-Bär spielt. Allerdings lässt sich GOOD BOY gut folgen, ist er doch im Kern ein Haunted House – Spukfilm, wenn auch ein einzigartiger.
Und genau diese Einzigartigkeit wird Filmfans anziehen, Freunde des Gewöhnlichen aber mehr erschrecken als die Gruselszenen. Denn wer lieber Standard mag, wird allenfalls am wirklich reizenden Hauptdarsteller Gefallen finden, mit ihm fiebern und sich womöglich fragen, wie die ein oder andere Szene umgesetzt werden konnte.
Dass Indy sich in einigen Momenten offenbar wirklich erschrickt oder ängstlich wirkt, soll an dieser Stelle nicht überbewertet, aber auch nicht unter den Teppich gekehrt werden. Alles in allem enthält der Film aber keine Szene, die einen Schluss auf ernsthafte Tierquälerei zulässt.
Aber überlebt denn der Hund in GOOD BOY – TRUST HIS INSTINCTS?
Da es für Tierliebhaber oft dramatischer ist, wenn der Hund auf der Leinwand stirbt, als wenn einem Menschen das gleiche widerfährt, stellt sich in diesem Fall natürlich besonders die Frage, ob der Hund überlebt.
Da sich ein Ja oder Nein aber selbst hinter einer Spoiler-Warnung leicht versehentlich lesen lässt, findet ihr die Antwort am Ende des Artikels unter dem Trailer.
Alte Hollywood-Weisheiten besagen, dass die Arbeit mit Kindern und Tieren besonders schwer sind auch wenn wir nicht wissen, ob Indy divenhafte Züge zeigte, dauerten die Dreharbeiten des gerade einmal 70.000 $ kostenden Films ganze drei Jahre. Von der Idee bis zur Veröffentlichung sollen sogar 8 Jahre vergangen sein.
Bei diesem Budget darf man sicher keine Schar namhafter Schauspieler erwarten, die sind wie erwähnt aber auch weniger relevant als in anderen Werken. Trotzdem sieht man Larry Fessenden (WE ARE STILL HERE, JAKOB’S WIFE) als wohl bekanntesten Namen, während Todd-Darsteller Shane Jensen, der neben Indy die größte Rolle innehat, bisher fast nur in Kurzfilmen mitspielte.
Apropos Kurzfilm: GOOD BOY – TRUST HIS INSTINCTS gehört zwar formal betrachtet nicht in diese Kategorie, bringt es aber auch gerade einmal auf etwa 70 Minuten Laufzeit, was allerdings völlig in Ordnung ist.
Fazit zu GOOD BOY – TRUST HIS INSTINCTS
GOOD BOY wird aufgrund seiner Machart nicht jedem gefallen. Aber selbst wenn man den Ansatz mag, lebt der Film mehr von diesem Ansatz, als dass die Geschichte oder der Grusel besonders wäre.
Und so war ich häufiger in die Frage vertieft, wie ich meinen Hund dazu bringen könnte die Dinge zu tun, die Indy tut, als dass ich starr vor Angst auf den nächsten Gruselmoment wartete. Trotzdem funktioniert GOOD BOY – TRUST HIS INSTINCTS auch als Horrorfilm und selbst wenn nicht jeder Experimentalfilm zündet, ist es klasse, dass Leute solche Streifen angehen.
Hier kannst du GOOD BOY – TRUST HIS INSTINCTS anschauen
Überlebt Indy in GOOD BOY – TRUST HIS INSTINCTS?
SPOILER: Ja, Indy überlebt. Aber da nicht nur ein Geisterhund gezeigt wird, sondern auch dessen mumifizierte Leiche zu sehen ist, stirbt in der Geschichte ein zweiter Hund.













