Review: HANDLING THE UNDEAD (2024)

handling the undead filmkritik
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.5

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4/10 (2)

Darsteller: Bjørn Sundquist, Renate Reinsve, Dennis Østby Ruud
Regie: Thea Hvistendahl
Drehbuch: Thea Hvistendahl, John Ajvide Lindqvist
Länge: 97 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 20. März 2025 (Mediabook, VOD)
Verleih/ Vertrieb: Pierrot Le Fou
FSK: ab 16

John Ajvide Lindqvist ist der Autor von SO FINSTER DIE NACHT und BORDER, zwei hochgeschätzten Werken, die bewiesen, dass sich die Probleme des menschlichen Alltags mit übernatürlichen Elementen auf spannende Weise verknüpfen lassen.
HANDLING THE UNDEAD stammt ebenfalls aus Lindqvists Feder und kommt zudem mit den Vorschusslorbeeren eines Auftritts beim Sundance Film Festival zu uns.
Das muss doch was werden, oder?

Wovon handelt HANDLING THE UNDEAD?

Als es an einem Abend in Oslo zu ungewöhnlichen Ereignissen in Form von Stromausfällen oder ausgelösten Autoalarmanlagen kommt, erwachen kurz darauf in der Region frisch verstorbene Menschen wieder zum Leben.
Sie wirken nicht aggressiv, aber apathisch und sind nicht mehr die, die sie vor ihrem Tod waren.

handling the undead rezension

HANDLING THE UNDEAD erzählt die Geschichte am Beispiel dreier Familien.
Mahler, der um seinen kleinen Enkel Elias trauert und an dessen Grab sitzt, als er wieder erwacht.
Tora, eine ältere Frau, die ihre Partnerin Elisabet zurückerhält.
David und seine Kinder, deren Mutter bei einem Unfall schwer verletzt wurde und im Krankenhaus verstarb, nur um kurz darauf wieder ins Leben zu finden.

Manchmal ist der Tod besser

HANDLING THE UNDEAD macht es dem Zuschauer nicht einfach, schon gar nicht, wenn man in Schubladen denkt. Selbstverständlich schreit hier alles nach Zombie-Film, aber so wie es in SO FINSTER DIE NACHT nicht um Vampire ging, die sich aus Spaß an der Freude im Blut suhlen, sondern eine vielschichtige Geschichte im Vordergrund stand, versucht auch HANDLING THE UNDEAD nicht mit Schocks und Gore zu punkten, sondern geht Fragen nach.

Die drei exemplarisch erzählten Handlungsstränge zeigen ein Kind, eine Mutter und eine alte Frau als Wiederkehrer, größtenteils ähneln sie aber einander und sind inhaltlich losgelöst zu verstehen. In allen Fällen ist die Trauer da, der Wunsch noch mehr Zeit mit den geliebten Menschen verbringen zu können, aber -zumindest vor dem Bildschirm- auch rasch die Erkenntnis, dass diese Menschen nunmehr Hüllen sind, die katatonisch vor sich hinvegetieren und weder körperlich noch geistig wirklich aktiv sind, sodass die Frage wächst, ob dieser Zustand einen Gewinn darstellt.

handling the undead 2024

Das fällt gerade beim kleinen Elias auf, der sich bereits in einem Zustand der Verwesung befindet und dadurch Fliegen anzieht. Das klingt womöglich sogar etwas lustig, aber HANDLING THE UNDEAD kommt ohne jeden Anflug von Humor daher.

Überhaupt kommt der Film ohne irgendwas daher, was den Betrachter bei Laune hält. Denn Horror fehlt über weite Teile ebenso wie Humor und eine vielschichtige Story, sonst das Aushängeschild Lindqvists, wird schon durch den sich ähnelnden Episodencharakter verwässert.

Düstere Stimmung im Schneckentempo

HANDLING THE UNDEAD ist in keiner Sekunde spannend, weder durch packende Szenen, noch in der Gesamtheit. Zwar fragt man sich, wie sich die Dinge wohl entwickeln werden, die Auflösung ist allerdings drei Mal ähnlich gelagert und auch deswegen unspektakulär weil SPOILER am Ende doch nur klar wird, dass die Toten böse sind. Ein Fakt, den jeder drittklassige Zombiefilm innerhalb der ersten Minuten verdeutlicht.

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Was der Film hingegen kann, ist Stimmung. In dunklen und düsteren Bildern präsentiert Regiedebütantin Thea Hvistendahl eine melancholische, kühle und oft auch verträumte Atmosphäre.
Schon die griechische Mythologie (Sisyphos), aber auch moderner Horror wie FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE oder WAKE WOOD gingen der Frage nach, ob es sich wirklich lohnt den Tod zu überlisten. HANDLING THE UNDEAD tut das auf seine Weise und das hierbei auf so viel Entschleunigung gesetzt wird, dass man geneigt ist, den Puls des Films zu messen, ist ihm nicht einmal negativ auszulegen. Aber auch und insbesondere Fans von Slow Burn – Erzählungen werden mit einer besseren Entwicklung und einem einfallsreicheren Pay-Off rechnen.

Fazit zu HANDLING THE UNDEAD

Auch wenn er aufgrund der Untoten sicher oft als Horrorfilm klassifiziert werden wird, ist Mystery-Drama die bessere Einordnung. Da John Ajvide Lindqvist selbst am Drehbuch beteiligt war, ist davon auszugehen, dass das Ergebnis in seinem Sinne war, umso verwunderlicher ist es aber auch, dass HANDLING THE UNDEAD zwar stimmungsvoll, aber auch inhaltsleer wirkt.

Hier kannst du HANDLING THE UNDEAD sehen

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