OTHER – BEAUTIFUL MONSTER von Regisseur David Moreau, der vorher MADS – IM RAUSCH DER NACHT gedreht hatte, lief letztes Jahr auf dem Fantasy Film Fest und wird nun von Tiberius für das Heimkino veröffentlicht. Viele halten grundsätzlich Abstand zu den Tiberius-Filmen, weil sie häufig eher am ungewollten Trash kratzen als an unentdeckten Meisterwerken. Allerdings sind ab und zu doch wirklich anständige Filme dabei und somit geben wir den Filmen immer eine Chance.
Wenn ihr nun wissen wollt, ob OTHER – BEAUTIFUL MONSTER eher Trash oder Perle ist, lest das folgende Review.
Inhalt von OTHER – BEAUTIFUL MONSTER
Die Mutter von Alice ist verstorben. Die beiden hatten nicht viel Kontakt in den vergangenen Jahren, aber Alice muss in das Haus ihrer Kindheit zurückkehren, um die Formalitäten des Nachlasses zu klären. Das dauert allerdings länger als erhofft, da die Mutter übel zugerichtet aufgefunden wurde und erst die Obduktion den Grund des Todes klären wird. Neben traumatischen Videokassetten aus ihrer Kindheit und dem Fund alter Schätze merkt Alice schnell, dass in diesem großen Haus nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
Resümee zu OTHER – BEAUTIFUL MONSTER
Mit Olga Kurylenko (JAMES BOND 007: EIN QUANTUM TROST) ist die Hauptrolle mit einer Schauspielerin besetzt, die sicher viele kennen, und die ihren Job auch gut macht. Sie ist auch die einzige, deren Gesicht im Film immer gezeigt wird. Interessanterweise sind ansonsten die Gesichter von Personen außerhalb des Bildes oder sie sind anderweitig verzerrt. Nur ganz zum Schluss wird von noch jemandem das Gesicht gezeigt. Allerdings wird diese Entscheidung nie wirklich erklärt und so ist es hauptsächlich eine kleine Wunderlichkeit in OTHER – BEAUTIFUL MONSTER.
Die Geschichte an sich hat man so ähnlich schon gesehen: Jemand kehrt in das eigentlich verlassene Haus der Kindheit zurück und es geschehen dort merkwürdige Dinge. Beispiele sind THE PACT oder auch A TALE OF TWO SISTERS. Dieses Setting bietet viel Spielraum für eigene Ideen, denn was dann letztlich im Elternhaus lauert, kann stark variieren.
Bei OTHER – BEAUTIFUL MONSTER lauert zunächst Alices Erinnerung an ihre Kindheit, die von einer tyrannischen Mutter geprägt war, die ihre Tochter unbedingt zur Schönheitskönigin machen wollte. Das Trauma von Alice wird hier gut dargestellt und man kann sich leicht in sie hineinversetzen.
Im Laufe der Handlung tritt jedoch ein weiteres Grauen auf und das ist beim großen Finale doch etwas fragwürdig. Der Weg zum Finale ist spannend genug aufgebaut, auch wenn hier und da ein paar Fragen offenbleiben und man sich durchaus wundern kann, was mit Alice los ist. Beispielsweise schätzt ganz zu Beginn das Verhalten eines Hundes komplett falsch ein – ist allerdings Tierärztin. Außerdem demoliert sie das Kontrollterminal der Alarmanlage im Haus ihrer Mutter und kann diese fortan quasi nicht mehr bedienen. Aber sonst ist sie ein sympathischer Charakter und man fiebert mit ihr mit.
Wie erwähnt ist der Weg zum Finale von OTHER – BEAUTIFUL MONSTER spannend aufgebaut. Es gibt merkwürdige Geräusche in dem großen Haus, es verschwinden Dinge und teilweise wird die automatische Verriegelung von dem Haus auf mysteriöse Weise aktiviert und Alice ausgeschlossen. Lange Zeit rätselt man mit, was dort wohl vor sich geht, und das ist unterhaltsam. Zum Ende hin gibt es eine recht spannende Szene mit einem Nachtsichtgerät, die den Puls dank abnehmender Batterieleistung des Gerätes steigen lässt.
Aber: Ganz am Ende bleiben doch einige Fragen offen und ganz rund wird die Geschichte nicht.
OTHER – BEAUTIFUL MONSTER ist kein Meisterwerk und hat deutlich weniger Innovation als Moreaus Vorgänger MADS – IM RAUSCH DER NACHT. Aber trotzdem ist der Film unterhaltsam und hat ein paar wirklich spannende Szenen.
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