PÁRVULOS – KINDER DER APOKALYPSE (2024) | Filmkritik

Parvulos - Kinder der Apokalypse
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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7/10 (1)

Darsteller: Farid Escalante Correa, Leonardo Cervantes, Mateo Ortega Casillas, Norma Flores, Horacio F. Lazo
Regie: Isaac Ezban
Drehbuch: Ricardo Aguado-Fentanes
Länge: 120 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 24. Juli 2026 (DVD+BD)
Verleih/ Vertrieb: Lighthouse
FSK: ab 18

Das Wort Párvulos stammt aus dem Spanischen bzw. Lateinischen und bedeutet so viel wie die Kleinen, also Kinder. Um die geht es auch im mexikanischen PÁRVULOS – KINDER DER APOKALYPSE.

Die Handlung von PÁRVULOS – KINDER DER APOKALYPSE

Die drei minderjährigen Brüder Salvador, Oliver und Benjamin leben alleine in einem Haus in den Wäldern. Ein Virus hat die Zivilisation ausgelöscht und während sie auf die Rückkehr ihrer Eltern warten, müssen sie in regelmäßigen Abständen ein Monster im Keller füttern.

Die lateinamerikanische Filmwelt ist oft von kleinen Budgets geprägt und vermittelt gerne das Gefühl einer Zeitreise. Das gilt auch für PÁRVULOS, der auf einfache Locations und relativ wenige Darsteller zurückgreift und nach Handarbeit aussieht.

Die Story der alleine gelassenen Kinder erinnert zunächst etwas an den ebenfalls mexikanischen TIGERS ARE NOT AFRAID, nimmt dann aber eine andere Wendung.
Wer lieber gar nicht mehr als nötig wissen möchte, sei aufgrund einer frühen Wende vor Spoilern gewarnt.

Parvulos - ein Angriff der Zombies hat eine junge Frau getötet

Allerdings nimmt es dem Film wenig, wenn man weiß, dass es kein Monster im Keller gibt, dafür aber die zu Zombies verwandelten Eltern der drei. Diese werden zunächst schlicht in einem Kerker gefangengehalten und gefüttert, nachdem sich aber auch innerhalb der Familie herumspricht, wer das „Monster“ ist, versucht man Resozialisierungsmaßnahmen à la FIDO mit ihnen, was nur teils gelingen mag.

Resozalisierung nach dem Weltuntergang

PÁRVULOS wirkt daher wie ein Film, der einer einfachen „Was wäre, wenn…“-Frage nachgeht:
Was wäre, wenn deine Eltern Zombies wären?

Das ist aber nur die halbe Wahrheit, da er gleichzeitig auf die drei Söhne eingeht, die nur im Kollektiv überleben können. Salvador ist der älteste, er hat aber ein Bein verloren und ist daher in seiner Mobilität eingeschränkt, während der kleine Benjamin zunächst gar nicht weiß, was im Keller vor sich geht.

Dass die drei mit eigenwilligen Helmen und Schutzbrillen, sowie selbstgebauter Armbrust auf die Jagd gehen, hat etwas kindlich Amüsantes, aber gleichzeitig wird ihnen und uns Zuschauern immer wieder klar gemacht, dass diese Welt voller Gefahren steckt…egal ob diese Gefahr noch Puls hat oder nicht.
Das gilt selbst für eine Sequenz, in der sich eine freundliche junge Frau zur Familie gesellt, die Salvador rasch näher kommt.

Parvulos - Zwei der Brüder mit Armbrust

Man mag PÁRVULOS naiv nennen, so wie viele (insbesondere) alte Horrorfilme naiv waren, aber auch wie Kinder naiv sind. Da die Geschichte aber durch deren Brille erzählt wird und teils auch aus dem Off gesprochen wird, erklärt sich die Herangehensweise ein Stück weit von selbst.

PÁRVULOS erzählt die Apokalypse aus Kinderaugen

PÁRVULOS ist in solch tristen Farben erzählt, dass man beinahe von einem Schwarz-Weiß-Film sprechen könnte, enthält aber auch immer wieder Farbtupfer. Diese stammen meist vom Rot des Blutes, von dem es im Laufe des Films einiges zu sehen gibt oder von Augenblicken der Vergangenheit, als die Welt noch so war wie wir sie kennen.

Das hätte leicht ins Kitschige abdriften können, Regisseur Isaac Ezban, der in der Vergangenheit Segmente zu den Anthologien DEATHCEMBER und MÉXICO BÁRBARO beisteuert, steuert sein Schiff aber immer wieder zwischen den Wellen der verschiedenen Genres und den damit einhergehenden Klischee-Untiefen hindurch.
Alles in allem finden sich hier Elemente des Horrorfilms, eines Dramas und Coming-of-Age; durch den kindlichen Blickwinkel, aber auch die Erwähnung von HÄNSEL UND GRETEL, entstehen zudem immer wieder märchenhafte Züge.

Parvulos - Kinder der Apokalypse - ein ausgeweideter Mann hängt in der Ecke

Allerdings hat PÁRVULOS auch eine Laufzeit von zwei Stunden, was nicht außergewöhnlich lange ist, aber trotzdem die ein andere Stelle erkennen lässt, die sich hätte straffen lassen.
Und sicher lassen sich auch verschiedene Szenen erkennen, die man in ähnlicher Form schon einmal in anderen Filmen gesehen hat. Im Zombie-Milieu, das vor einigen Jahren ausgiebig beackert wurde, noch etwas Neues zu entdecken, geht aber auch nur über die Story, nicht über die Gore-Effekte (die trotzdem anständig aussehen).

Fazit zu PÁRVULOS – KINDER DER APOKALYPSE

Dies mag nicht der größte und eleganteste Film des Jahrhunderts sein, wer aber genau für diese kleinen Werke, die sich zwischen die Genres wagen und aus „exotischen“ Ländern stammen, ein Herz hat, sollte sich PÁRVULOS ansehen.

Der Film bewegt sich in der Schnittmenge solch unterschiedlicher Werke wie DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE und den bereits erwähnten FIDO und TIGERS ARE NOT AFRAID.

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FAQ

Wie heißt PÁRVULOS – KINDER DER APOKALYPSE im Original?

Der Originaltitel lautet PÁRVULOS: HIJOS DEL APOCALIPSIS. Es handelt sich um eine mexikanische Produktion von 2024, Regie führte Isaac Ezban, der zuvor Segmente zu den Anthologien DEATHCEMBER und MEXICO BARBARO beisteuerte. Die Weltpremiere fand auf dem Fantasia Festival statt.

Wie brutal ist PÁRVULOS – KINDER DER APOKALYPSE?

Trotz der jugendlichen Hauptfiguren ist der Film kein Kinderfilm: Es gibt handgemachte Old-School-Effekte und einige deftige Gore-Momente, das Rot des Blutes setzt in der ansonsten fast entfärbten Optik bewusst Akzente. Verstörender als die Gewalt ist allerdings die Grundsituation, in der die Brüder überleben müssen.

Ist PÁRVULOS – KINDER DER APOKALYPSE ein Zombiefilm?

Im Kern ja, aber er nutzt das Genre anders als üblich. Statt großer Endzeit-Schlachten erzählt Isaac Ezban ein intimes Familiendrama über drei Brüder, die nach einer Virus-Pandemie allein zurechtkommen müssen. Horror, Drama und Coming-of-Age greifen ineinander, und durch den kindlichen Blickwinkel sowie bewusste Anleihen bei HÄNSEL UND GRETEL bekommt der Film immer wieder märchenhafte Züge.

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