PASSENGER (2026) | Filmkritik

Passenger 2026 - Offizielles Filmposter
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.5

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5/10 (1)

Darsteller: Jacob Scipio, Lou Llobell, Melissa Leo, Joseph Lopez, Miles Fowler
Regie: André Øvredal
Drehbuch: T. W. Burgess, Zachary Donohue
Länge: 94 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 11. September 2026 (Blu Ray)
Verleih/ Vertrieb: Leonine
FSK: ab 16

PASSENGER ist André Øvredals siebter Spielfilm.
Nach dem nahezu unbekannten FUTURE MURDER überzeugte der Norweger mit TROLL HUNTER, THE AUTOPSY OF JANE DOE und SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK.
Die anschließende Thor-Story MORTAL war allerdings eher gut gemeint als überzeugend und DIE LETZTE FAHRT DER DEMETER wirkte trotz stattlichem Budget wie ein lebloses Stück Hollywood.

Die Frage, die sich mit PASSENGER also stellte, war insbesondere, in welche Richtung sich der inzwischen 53-jährige Regisseur weiterentwickeln möchte.

Wovon handelt PASSENGER?

Tyler und Maddie haben das Leben in New York City satt. Sie kaufen sich einen Camper, veräußern ihren bisherigen Besitz und fahren durchs Land. Doch nach etwa sechs Wochen der Vanlife-Romantik kommen sie eines Nachts zu einem Unfall in den Wäldern und fortan scheint ihnen eine bedrohliche Macht zu folgen.

Unser junges Paar wirkt sympathisch und Road Trips haben die positive Angewohnheit sich hübscher Schauplätze zu bedienen, sodass die Vorstellung der Figuren und ihrer neuen Lebensumstände auch für uns Zuschauer zur angenehmen Reise wird.

Obwohl PASSENGER statt Haunted House ein Haunted Van -Film ist, was auf den ersten Blick etwas albern wirkt, ist das Setting unverbraucht. Darüber hinaus ist Øvredal natürlich einer, der lange genug im Genre unterwegs ist und weiß, welche Knöpfe er drücken muss, was er mit einer anfänglichen Gruselsequenz inklusive sattem Jumpscare unter Beweis stellt.

PASSENGER macht aus dem Haunted House einen Haunted Van

Passenger - Tyler und Maddie mit dem Medaillon

Aus der ungewöhnlichen Bedrohungslage ergeben sich wiederum neue Chancen und so ist beispielsweise ein Medaillon des Heiligen Christophorus, dem Schutzpatron der Reisenden, hilfreich im Kampf gegen das Übel.

Hilfreich sind auch die Ratschläge anderer Dauerreisender, denn die wissen nicht nur, dass man Fitnessstudios für eine warme Dusche nutzen kann, sondern scheinen auch über die simple Weisheit informiert, dass man einfach nie nachts fahren und ganz sicher nicht anhalten darf.
Wow, es kann so leicht sein, dämonischen Beifahrern aus dem Weg zu gehen. Danke für den Tipp!

PASSENGER verschenkt sein Potenzial an Mainstream-Horror

Aber während die Wahrheit auf der Leinwand simpel ist, bleiben im Kopf des Betrachters Fragen.
Manchmal wundert man sich nur über Details und fragt sich, ob Øvredal und sein Team mal länger in einem Van unterwegs waren. Denn Tyler und Maddie reisen nicht etwa in einem riesigen Wohnmobil mit über 40m² Fläche, sondern einem Mercedes Sprinter, was Luxusgüter wie Sekttulpen, 30 m Lichterkette und Filmprojektor auf diesem begrenzen Raum zumindest fragwürdig erscheinen lässt.

Fragwürdig ist auch, dass der „Passenger“ gerade immer jene Supermacht besitzt, die sich gerade gut im Drehbuch macht, sie in der nächsten Szene aber wieder verloren hat.

passenger - tyler am unfallort

Trotzdem hat man den Eindruck, dass PASSENGER nur knapp daran vorbeischrammte, ein richtig schöner Horrorfilm zu werden, der echte unheimliche Geschichten von der Straße mit Camper-Atmosphäre verbindet, aber leider nicht den Mut hat, kleinere Brötchen zu backen, sondern die übliche Orgie willkürlich aneinandergereihter Gruselszenen abspult, bevor irgendeine alte, weise Person den Erklär-Bären spielt und ein actiongeladenes Finale folgt.

Denkt man an Øvredals TROLL HUNTER, der ebenfalls Road-Feeling versprühte oder THE AUTOPSY OF JANE DOE zurück, der wiederum ein Vorzeigewerk für gelungenen Grusel darstellte, kann das Gefühl von Wehmut entstehen.
PASSENGER ist dabei gar nicht unerträglich, er wirkt aber wie ein typischer US-Film, bei dem Studio-Bosse jeder kreativen Idee so viel hinzuzufügen hatten, bis nur noch bewährte Belanglosigkeit übrig blieb.

Passenger - der Passenger und Maddie in Ovredals Horrorfilm

Einer der Produzenten war Gary Dauberman, der für erfolgreiche, aber platte Filme wie THE NUN oder UNTIL DAWN steht.
Dass die beiden Drehbuchautoren Zachary Donohue und T.W. Burgess wenig Erfahrung mitbringen und der einzige Langfilm der beiden Donohues THE DEN ist (der 13 Jahre zurückliegt) rundet das Bild ab.  Um hier fair zu bleiben: THE DEN ist wirklich sehenswert.

Fazit zu PASSENGER

PASSENGER ist typischer Mainstream-Horror und spricht primär Menschen an, die zu jung für einen Führerschein sind.
Nach einem guten Start hatte ich Mitte des Films ein „guter Durchschnitt“ im Kopf, was sich nach dem hanebüchenen Finale in ein „gerade noch Durchschnitt“ wandelte.

Übrigens: die grusligste Szene wurde direkt im Trailer verbrannt. Auch das sagt etwas aus.

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FAQ

Wer führte Regie bei PASSENGER?

Regie führte der Norweger André Øvredal, der zuvor Genre-Filme wie TROLL HUNTER, THE AUTOPSY OF JANE DOE und DIE LETZTE FAHRT DER DEMETER inszeniert hat. Das Drehbuch stammt von Zachary Donohue und T.W. Burgess.

Wie brutal ist PASSENGER?

PASSENGER setzt auf unheimliche Atmosphäre, Jumpscares und eine bedrohliche Präsenz statt auf expliziten Splatter. Es gibt einzelne Todesfälle und tödliche Angriffe, der Schwerpunkt liegt aber klar auf Grusel und Spannung.

Lohnt sich PASSENGER?

Für Fans klassischen Mainstream-Horrors mit frischem Setting ist PASSENGER solide: Der Auftakt ist stark und Øvredal beherrscht einzelne Grusel-Setpieces. Wer echte Tiefe oder ein überzeugendes Finale erwartet, wird ihn eher als durchschnittlich empfinden.

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