Horrorfilme und -geschichten sind dazu da uns Angst zu machen. Und manchmal machen sie das zu gut. DER WEISSE HAI löste eine regelrechte Hetzjagd auf Tiere aus und die Bedrohungslage durch Wölfe war auch nie so groß, wie uns die Gebrüder Grimm wiederholt weismachen wollten.
In PRIMATE ist es nun ein eigentlich zahmer Schimpanse, womit er in der Tradition von LINK, DER BUTLER und SHAKMA steht…aber auch was von CUJO hat.
Wovon handelt PRIMATE?
Als Lucy vom College in ihre Heimat Hawaii zurückkehrt, stehen entspannte Tage an. Zwar muss ihr Vater, ein taubstummer Autor, kurz darauf verreisen, doch sie hat einige Freunde mitgebracht und in der luxuriösen Villa wollen sie es sich gut gehen lassen. Und da ist auch noch Ben, ein freundlicher Menschenaffe, der allerdings an Tollwut erkrankt und plötzlich die friedfertige Party in ein Blutbad verwandelt.

Regisseur Johannes Roberts kennt sich aus mit Tierhorror, den von ihm stammen die beiden 47 METERS DOWN und 47 METERS DOWN: UNCAGED.
Gleichzeitig ist Roberts einer, der sich in seiner Karriere, zu der auch Lachnummern wie ROADKILL zählen, tendenziell steigern konnte, ohne jedoch bisher „das große Ding“ zu landen.
Ein Schimpanse auf den Spuren CUJOS
Aus der Tatsache, dass er sich für PRIMATE von Stephen Kings CUJO inspirieren ließ, macht der Brite kein Geheimnis und einen Strick muss man ihm daraus auch nicht drehen. Sicher werden die Produzenten eine potentiellen CUJO-Remakes das anders sehen, aber das Original ist von 1983, in die Jahre gekommen und die Anzahl der tollwütigen Filmtiere an einer Hand abzählbar.
Zumal PRIMATE nur kurz eine Autoszene nutzt, sich sonst aber in und um das große Haus der Familie herum aufhält. Was aber beide Filme teilen, ist eine mühsame Vorgeschichte, bis Ben von der Leine gelassen wird.
War es in CUJO eine Fremdgehgeschichte von Filmmutter Dee Wallace, die nirgendwohin führte, reißt PRIMATE ein paar Collegekids-Themen an, die aber rasch auch in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Darüber hinaus macht Roberts an mehreren Stellen das Thema Kommunikation auf. Wie erwähnt ist der Vater taubstumm und die verstorbene Mutter hat mit dem klugen Ben über ein Tablett kommuniziert. Somit deutet sich an, dass uns auch der Film etwas mitteilen will, bleibt Antworten aber schuldig.
Das ist zwar schludrig erzählt, aber auch nicht schlimm, denn wenn der Horror beginnt, macht PRIMATE vieles richtig. Nicht nur wurde, wie zu hören war, größtenteils auf Computereffekte verzichtet und Ben von einem Schauspieler gemimt, auch die Gore-Effekte sind stattlich. Wer sich an die Szene aus NOPE erinnert, in der die Frau gezeigt wurde, der ein zahmer Schimpanse das Gesicht wegbiss: hier gibt es mehr davon.
Wenn ein Menschenaffe dir das Gesicht wegreißt…
Da Affen anders als Haie und Spinnen zudem nur selten als Bösewichte herhalten müssen, kann PRIMATE mit einigen simplen, aber frischen Ideen aufwarten, wie der Tatsache, dass Affen nicht schwimmen können und der Pool daher ein guter Ort zum Überleben ist.
Allerdings gelten insbesondere Schimpansen natürlich als ausgesprochen klug und das stellt Ben unter Beweis. An der ein oder anderen Stelle geht das allerdings zu weit, SPOILER denn wenn er den Türöffner eines Autos findet, diesen zu nutzen weiß und so lange immer wieder den „Öffnen“-Knopf drückt, bis er die im Wagen befindliche Frau austrickst, fragt man sich schon, ob Primaten smarter sind als College-Kids Spoilerende.
Allerdings muss man den menschlichen Figuren zugutehalten, dass sie (abgesehen von zwei Pfollpfosten, die einfach in ein fremdes Haus stolzieren, als wäre es normal) nur selten dumme Entscheidungen.

Hier gilt allerdings auch wieder: man darf und kann über Haarspaltereien hinwegsehen, da eine stramme Inszenierung im Vordergrund steht. Obwohl sich keiner der Menschen als echter Sympathieträger aufdrängt, überzeugen die Spannungsszenen und man fiebert deswegen mit, weil vor allem der Übeltäter wirklich gelungen ist.
Aus den gleichen Gründen lässt sich auch übersehen, dass der Schauplatz der riesigen Villa auf einer Klippe direkt beim Ozean nicht nur für Ben, sondern auch die allermeisten Zuschauer unnatürlich erscheint. Vielleicht war das aber auch einfach beabsichtigt.
Fazit zu PRIMATE
Trotz der Zweifel, ob man den 2026 noch die Schauermär des bösen Schimpansen erzählen muss, der in ein T-Shirt gezwängt und ohne Artgenossen leben muss (was im Film scheinbar alle cool finden), ist PRIMATE eine spannende und blutige Angelegenheit geworden und die Transformation des zunächst bemitleidenswerten Tiers hin zu einem echten Scheusal, ist ebenfalls gelungen.
Johannes Roberts ist damit weiterhin auf einem guten Weg, auch wenn die Menge der Kleinigkeiten, die man übersehen muss, um PRIMATE zu lieben, den Film dann doch davon abhält, Roberts‘ „großes Ding“ zu werden.
PRIMATE kannst du dir hier anschauen
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FAQ
PRIMATE (2026) ist für eine FSK 16 brutal und gore-lastig mit vielen expliziten, praktischen Effekten. Es gibt Gesichtsabrisse, Kieferabtrennungen, Schädelzertrümmerungen, massive Bissverletzungen und blutige Angriffe durch den rabiaten Schimpansen – ein hartes, unzensierter Creature-Feature, der auf Gewalt setzt und wenig zurückhält.
PRIMATE knüpft stark an CUJO (1983) an (tollwütiges Tier als Killer in familiärem Setting). Weitere brutale Killer-Tier-Filme: LINK (1986) und SHAKMA (1990) mit aggressiven Affen.
PRIMATE wird von Johannes Roberts (bekannt für 47 METERS DOWN ) inszeniert und mitgeschrieben. Wie brutal ist PRIMATE (2026)?
Welche ähnlichen Filme gibt es zu PRIMATE (2026)?
Wer steckt hinter PRIMATE (2026)?







