“ In my restless dreams, I see that town. Silent Hill. You promised you`d take me there again someday. But you never did.“ (Zitat aus Marys Brief aus dem Spiel SILENT HILL 2, 2001)
Wovon handelt RETURN TO SILENT HILL?
RETURN TO SILENT HILL ist die dritte Verfilmung und versucht, das psychologische Horror-Erbe von dem Spiel SILENT HILL 2, dem beliebtesten Teil der Reihe, filmisch umzusetzen. James Sunderland (Jeremy Irvine), der nach dem Tod seiner Frau Mary (Hannah Emily Anderson) einem rätselhaften Brief von ihr erhält, kehrt daraufhin in den Ort Silent Hill zurück, der einst das Zuhause von Mary und ihm war. Doch statt der ersehnten Antworten wird er mit einem alptraumhaften Grauen konfrontiert.
Kurzer Rückblick auf die SILENT HILL – Filmreihe
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SILENT HILL (2006, Christophe Gans): Der erste Film begeisterte durch düstere Bilder und eine beklemmende Atmosphäre, die das Spielgefühl eindrucksvoll einfing. Gans’ Detailverliebtheit und sein Sinn für visuelles Storytelling machten den Film zu einem Kultklassiker. Er funktioniert zumindest als eigenständige Geschichte, wenn man die Spiele nicht oder nur oberflächlich kennt.
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SILENT HILL: REVELATION (2012, M.J. Bassett): Der zweite Film setzte die Story aus dem dritten Teil der Spielereihe fort, konnte aber die Tiefe des ersten Films nicht halten. Insgesamt ein lauer Nachfolger, dem nicht nur die melancholische Seele von Silent Hill fehlte.
Der Regisseur Christophe Gans
Christophe Gans kehrt nach zwölf Jahren Regiepause mit RETURN TO SILENT HILL zurück. Seine Stärken liegen in der detailreichen, fast malerischen Bildkomposition und der Fähigkeit, Horror durch Stimmung statt reiner Effekte zu erzeugen. Dies merkt man auch, wenn man sich PAKT DER WÖLFE und DIE SCHÖNE UND DAS BIEST anschaut. In seinem sechsten Film geraten diese jedoch deutlich ins Wanken. Eine nervöse Kameraführung, visuelle Effekte mit dem Charme der späten Neunziger und spürbare Budgetgrenzen schwächen die Inszenierung massiv. Zum Vergleich: Der erste SILENT HILL verfügte über ein Budget von 50 Millionen Dollar, während RETURN TO SILENT HILL mit gerade einmal 23 Millionen auskommen musste.
Fazit zu RETURN TO SILENT HILL
RETURN TO SILENT HILL ist teilweise optisch ambitioniert, erzählerisch und psychologisch jedoch ein absoluter Flickenteppich. Die Story selbst stolpert, springt von Idee zu Idee, nimmt Elemente aus dem Spiel auf, ohne ihnen aber Raum zu geben. Fans werden sich daran stoßen, wie viel Substanz hier verloren geht, während neue Zuschauer:innen vermutlich eher irritiert zurückbleiben, ohne den emotionalen Kern zu erfassen, der SILENT HILL ausmachte.
Am Ende fühlt man sich wie nach einem endlos langen Spaziergang durch eine Stadt, die man einst aus Faszination betrat, aber mit einer Mischung aus Wut und Enttäuschung verlässt. Sehr, sehr schade nach dieser langen Wartezeit! Genauso schlimm ist das lustlose Acting des gesamten blassen Darstellerteams, welches zudem mit schlecht sitzenden Perücken und den billigsten Klamotten ausstaffiert wurde. Alles in allem macht der Film weder als Horror,- oder Psychofilm etwas her, da einen das Gefühl beschleicht, dass man die Spiele nicht verstanden hat oder nicht verstehen wollte.
Der einzige Lichtblick ist der Soundtrack von Akira Yamaoka, der sich wie ein melancholischer, metallener Nebel über die Bilder legt. Da lobe ich mir andere Videospiel-Adaptionen wie z.B. THE LAST OF US, FALLOUT oder THE WITCHER , die beweisen, dass man Story und Charaktertiefe erfolgreich umsetzen kann, wenn man nur möchte.













